Global Recycling Day

Die 7. Ressource nutzen

Zum Wegwerfen zu schade: Kunststoffe lassen sich mit unterschiedlichen Technologien recyceln.
(Bild: picsfive – Fotolia)

Recycling als siebte Ressource – das entspricht auch dem Verständnis der Kunststoff verarbeitenden Industrie: Plastikabfälle sind kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff. Um diesen verstärkt im Kreislauf zu halten, bedarf es vereinter Kräfte entlang der Wertschöpfung für mehr Plastikrecycling. Dass bereits die Erzeuger das Lebensende ihrer Materialien mitdenken, ist ein wichtiges Signal für alle nachfolgenden Akteure.

Vom Granulat zur Verpackung und zurück

Die Nutzung von Abfällen als Ressource ist ein fundamentaler Baustein bei der Steigerung der Ressourceneffizienz. Am Ende ihrer Nutzungszeit sind Kunststoffe noch zu wertvoll, um sie einfach wegzuwerfen. Sie können in neuen Produkten und chemischen Rohstoffen Wiederverwendung finden oder – wo dies nicht möglich oder nachhaltig ist – der energetischen Verwertung als Ersatz für ursprüngliche fossile Brennstoffe zugeführt werden.

Ziel und Wunsch der Kunststofferzeuger ist es, dass keine Kunststoffe nach ihrer Anwendung auf Deponien landen; vielmehr geht es darum, eine größtmögliche Wiederverwertung von Kunststoffabfällen zu erreichen. Aufgrund ihrer einzigartigen und vielfältigen Eigenschaften sind Kunststoffe zudem wichtige Wegbereiter hin zu einer nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Zukunft.

Ressourcen intelligent nutzen

Der effiziente und verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen spielt schon lange eine wichtige Rolle in der deutschen Kunststoffverpackungsbranche – unter ökologischen und ökonomischen Aspekten. Während Kunststoffverpackungen mit ihren Vorzügen bezüglich Funktionalität und Ressourceneffizienz (GVM Studie zur Effizienz von Kunststoffverpackungen 1991 bis 2013) überzeugen, hat sich die deutsche Kunststoffverpackungsbranche unter dem Dache der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen nun laut eigenen Angaben ambitionierte, aber ebenso realistische Ziele zur stärkeren Kreislaufführung bzw. zum Plastikrecycling gesetzt:

  • 1 Mio. t Recyclingmaterial für Kunststoffverpackungen bis 2025
  • Mindestens 90 Prozent der Haushaltsverpackungen sind recycling- oder mehrwegfähig bis 2025

Mit diesen Zielen will die mittelständisch geprägte Industrie einen Beitrag zu einer nachhaltigen Kunststoffverpackungs-Strategie leisten und in der emotional negativ aufgeladenen Diskussion mit Engagement und Fakten ein Zeichen gegen die pauschale Verurteilung von Plastikverpackungen setzen.

Industrie und Verbraucher – beide sind gefordert

Deutschland verfügt über hocheffiziente Abfallwirtschaftssysteme und Recyclingtechnologien, die überall auf der Welt gefragt sind und viel dazu beitragen, Plastikmüll einen Wert und ein zweites Leben zu geben. So fließen hierzulande immer mehr Sekundärrohstoffe aus Kunststoff in den Kreislauf zurück, wie die aktuelle Stoffstrombildstudie zu Kunststoff belegt. Und auch in Europa zeigt der Trend nach oben: So stieg das Recycling von Kunststoffabfällen in den zehn Jahren zwischen 2006 bis 2016 um fast 80 Prozent.

Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass auch die Verbraucherinnen und Verbraucher wieder achtsamer mit Kunststoffabfällen umgehen. Entscheidend helfen können hier Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen; immerhin zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Verpackungsinstituts, dass sich die Mehrheit der Bundesbürger nicht ausreichend informiert fühlt. Besonders hoch war der Anteil übrigens bei den jüngeren Menschen. Gerade hier unterstützt die Kunststoffindustrie mit eigenen Projekten, beispielsweise der Initiative für mehr Gewässerschutz oder neuen, aktualisierten Seiten zu Nachhaltigkeit im Sekundarstufen-Schulbuch „Kunststoffe – Werkstoffe unserer Zeit“.

Werkstofflich, rohstofflich, energetisch

Fakt ist: Plastik oder Kunststoff lässt sich auf vielfältige Weise im Kreislauf führen – entweder, in dem man die Kunststoffketten wieder in ihre Einzelbestandteile zerlegt oder Energie und Wärme aus dem im Werkstoff steckenden Kohlenstoff gewinnt.

Auf welche Weise Kunststoffe bereits heute erfolgreich recycelt werden können, erklärt der Verband der Kunststofferzeuger PlasticsEurope auf seiner Website.

Aktuell wird auch viel über chemisches Recycling als zukünftige Chance für die Kreislaufführung von Plastik gesprochen. Was sich genau dahinter verbirgt, wird hier erklärt.

Welche wichtige Rolle der Verbraucher beim Ausbau des Recycling spielt, lässt sich in unserem Beitrag „Plastikrecycling geht uns alle an“ genauer nachlesen.

Informationen zum Global Recycling Day finden sich auf der Website der Initiative.

Dr. Christian Detrois, Corporate Packaging Manager, Nestlé Deutschland, ist Referent auf dem 2. Packaging Summit.

(Bild: Nestlé)

Nachhaltigkeit auf dem 2. Packaging Summit

Wie der Lebensmittelkonzern Nestlé das Thema Nachhaltigkeit angeht, darüber berichtet Dr. Christian Detrois, Corporate Packaging Manager, Nestlé Deutschland, am 4. April in München auf dem 2. Packaging Summit, einer Veranstaltung von Werben & Verkaufen und neue verpackung. Über zwei Tage und vier Themenblöcke – Marketing, Digitalisierung, Design und Nachhaltigkeit – berichten Top-Referenten, unter anderem von Nestlé, Werner & Mertz, Katjes, Der Grüne Punkt, Mondi und Heidelberger Druckmaschinen, über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus der Welt der Verpackung.

Alle Informationen finden Sie unter www.packagingsummit.de.

Über die Firma
IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V.
Bad Homburg v.d.H.
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