Wellpappenindustrie

VDW: Wellpappenindustrie wächst, Kostendruck bleibt

In 2018 konnte der VDW 0,6 Prozent mehr Wellpappe als im Vorjahr absetzen.

(Bild: VDW)

Mit diesem Ergebnis liegen die Wellpappenhersteller jedoch unter dem für 2018 prognostizierten Wachstum von 3,9 Prozent. „Maßgeblich für unsere Geschäftsentwicklung sind zwei Faktoren: ein solides Wachstum bei unseren Kunden aus der verpackenden Industrie sowie eine anhaltende Konsumlaune der Verbraucher“, erklärt Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des VDW. „Beides hat sich im Vorjahr einigermaßen zufriedenstellend entwickelt. Beispielsweise verzeichneten wichtige Abnehmergruppen unserer Branche Steigerungsraten von bis zu 4,5 Prozent, die überwiegend auf positive Wachstumsimpulse aus dem Inland zurück zu führen sind.“

Für das Jahr 2019 rechnet Würth angesichts einiger Unsicherheitsfaktoren lediglich mit einem Wachstum des Wellpappenabsatzes in Höhe von 1,0 Prozent. Zu den potentiellen Entwicklungsbremsen gehören laut Würth ein immer noch möglicher ungeordneter Brexit sowie die Ausweitung der Handelsbeschränkungen durch die USA. „Amerikanische Strafzölle von bis zu 25 Prozent träfen hierzulande vor allem die Automobilindustrie, eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft“, kommentiert Würth. „Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Zulieferindustrien träfen auch die Wellpappenbranche.“

Kostensituation weiterhin schwierig

Als nach wie vor schwierig bewertet Würth die Kostensituation der Wellpappenindustrie. Zwar gaben die Preise für das Wellpappenrohpapier im vierten Quartal des Vorjahres leicht nach. „Das Preisniveau über alle Sorten hinweg lag am Jahresende aber immer noch um 19,3 Prozent über dem Januar 2017“, erklärt Würth. „Und auch die Lohn-, Energie- und Logistikkosten sind im vergangenen Jahr weiter angestiegen.“ Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen schätzt der VDW-Vorsitzende den diesjährigen Tarifabschluss in Höhe von 2,8 Prozent ab 1. März mit Verdi als „sehr ambitioniert“ ein.

Die Ertragslage der Mitgliedsunternehmen ist Würth zufolge weiterhin angespannt, wie auch der Blick auf die Erlöse zeigt: Gegenüber 2017 stieg der durchschnittliche Erlös um 7,4 Prozent auf 56,8 Cent pro m2. „Dies reicht jedoch bei weitem nicht aus, die aufgelaufenen Kostensteigerungen auch nur annähernd aufzufangen“, so Würth. „Ein Rückgang der Erlöse um 1,9 Prozent zum Jahresende kann unter anderem auf Jahresboni für Kunden und damit auf saisonale Effekte zurückgeführt werden. Entsprechend zeigt die Erlösentwicklung im Januar dieses Jahres mit einem Plus von 2,7 Prozent gegenüber Dezember 2018 eine überdurchschnittliche Steigerung. Damit konnte zumindest eine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Situation unserer Branche aufgeschoben werden.“

Die gestiegenen Quadratmeterpreise in Höhe von durchschnittlich 7,4 Prozent spiegeln sich auch in der Umsatzentwicklung wider. Zusammen mit der Wachstumsrate bei den abgesetzten Quadratmetern von 0,6 Prozent kommen die VDW-Mitglieder beim Umsatz auf ein Plus von 7,9 Prozent.

Über die Firma
VDW Verband der Wellpappen-Industrie e.V.
Darmstadt
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