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Koenig & Bauer strebt rund 1,5 Mrd. Euro Konzernumsatz bis 2023 an

Der Service-Umsatzanteil konnte 2018 im Konzern auf 25,9 % gesteigert werden.
(Bild: Koenig + Bauer)

Bei Flachbettstanzen ist uns seit der Akquisition des Geschäfts im Jahr 2016 eine Erhöhung der Erlöse um über 50 Prozent gelungen. Der Eintritt in den Markt für Faltschachtelklebemaschinen und das geplante Joint Venture mit dem Inkjetpionier Durst im digitalen Faltschachtel- und Wellpappendruck sind weitere bedeutende Meilensteine.“

CFO Mathias Dähn: „Erfreuliche Umsatz- und Ertragspotenziale können sich mit unserer RotaJET-Digitaldruckplattform im Dekor- und flexiblen Verpackungsdruck bei einer stärkeren Substitution der bislang vorherrschenden analogen Druckverfahren und mehr Eigenfertigung der Dekorpapiere durch die Möbel- und Fußbodenindustrie ergeben. Nach einem umfassenden Evaluierungsprozess hat sich der renommierte Verpackungskonzern Tetra Pak für unsere großformatige RotaJET für den vollfarbigen Digitaldruck von Getränkekartonverpackungen entschieden. Zwei weitere RotaJET-Bestellungen haben wir für den digitalen Dekordruck erhalten.“

Ertragsziel für 2018 gut erreicht

Das Konzern-EBIT legte trotz einiger Widrigkeiten in der Teileverfügbarkeit und Marktentwicklung von 81,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 87,4 Mio. Euro zu. Mit der von 6,7 Prozent auf 7,1 Prozent gesteigerten EBIT-Marge hat Koenig & Bauer den für 2018 angestrebten Wert von rund 7 Prozent gut erreicht. CFO Mathias Dähn: „Ausgehend von der um Sondereinflüsse adjustierten EBIT-Rendite von 5,4 Prozent im Basisjahr 2016 streben wir bei linearem Verlauf unserer Konzernprojekte zur Realisierung der 70 Mio. Euro Ergebnissteigerung eine jährliche Margenverbesserung um 0,7 Prozent auf rund 9 Prozent im Jahr 2021 an. Für 2018 ergibt sich ein linearisierter Zielwert von 6,8 Prozent, den wir mit der erreichten Marge von 7,1 Prozent deutlich überschritten haben.“

Hoher Auftragsbestand

Die schon angekündigten Verschiebungen von Maschinenauslieferungen in das Geschäftsjahr 2019 infolge der Engpässe bei Teilen haben die Erreichung des Umsatzziels beeinträchtigt. Mit 1.226,0 Mio. Euro lagen die Konzernerlöse nur leicht über dem Vorjahreswert von 1.217,6 Mio. Euro. Koenig & Bauer hatte für 2018 einen organischen Umsatzanstieg von rund 4 Prozent angestrebt. Bei einem Auftragseingang von 1.222,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1.266,3 Mio. Euro) stieg der Auftragsbestand auf 610,9 Mio. Euro (Vorjahr: 606,2 Mio. Euro).

Dividendenvorschlag von 1 Euro je Stückaktie

Ein hoher Steueraufwand aus dem Verbrauch aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge hat das Konzernergebnis beeinflusst. Mit 64,0 Mio. Euro entspricht das Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2018 (Vorjahr: 81,1 Mio. Euro) einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 3,86 Euro (2017: 4,91 Euro). „Mit dem guten Konzernergebnis und dem bei der Holdinggesellschaft Koenig & Bauer AG generierten Bilanzgewinn können wir unsere Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote im oberen Bereich unseres Zielkorridors von 15 Prozent bis 35 Prozent des Konzernergebnisses fortsetzen“, sagte CEO Claus Bolza-Schünemann. Entsprechend werden Vorstand und Aufsichtsrat der am 22. Mai 2019 tagenden Hauptversammlung eine Dividende von 1 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 25,9 Prozent auf das Konzernergebnis und einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent auf den Schlusskurs 2018.

Sheetfed durch Teileverfügbarkeit eingeschränkt

Mit 613,0 Mio. Euro lag der Auftragseingang im Segment Sheetfed unter dem Vorjahreswert von 656,2 Mio. Euro. Bei guter Projektlage bremsten Engpässe bei der Teileverfügbarkeit durch längere Lieferzeiten das Neugeschäft. Die Teilesituation hat auch zu dem gegenüber dem Vorjahr (660,2 Mio. Euro) niedrigeren Umsatz von 647,4 Mio. Euro beigetragen. Entsprechend lag das EBIT mit 36,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr (37,5 Mio. Euro). Trotz des fortgesetzten Preisdrucks seitens der Wettbewerber wurde mit einer EBIT-Marge von 5,6 Prozent das erreichte Niveau (2017: 5,7 Prozent) gehalten. Auf den gegenüber dem Vorjahr (233,5 Mio. Euro) niedrigeren Auftragsbestand von 199,1 Mio. Euro folgten zum Jahresstart 2019 gute Auftragseingänge.

Wachstumsaufwendungen belasten Digital & Web-Ergebnis

Die Bestellungen im Segment Digital & Web legten von 139,6 Mio. Euro auf 167,6 Mio. Euro vor allem durch einen Rekord-Auftragseingang im flexiblen Verpackungsdruck zu, mit dem die Neuausrichtung in diesem Geschäftsfeld erste Erfolge zeigt. Während sich das Neugeschäft bei der HP-Maschine für digitale Vordrucke von Wellpappendecklagen verhalten entwickelt hat, wurden mehrere Anlagen von der RotaJET-Digitaldruckplattform für den Dekor- und flexiblen Verpackungsdruck verkauft und der Vorjahreswert signifikant übertroffen. Der Umsatz war mit 150,7 Mio. Euro leicht niedriger als im Vorjahr (154,2 Mio. Euro). Die geringeren Erlöse haben mit den Markteintritts- und Wachstumsaufwendungen im Digitaldruck, bei flexibler Verpackung und Wellpappe das EBIT belastet. Entsprechend lag das EBIT mit –10,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von –4,3 Mio. Euro. Der Auftragsbestand erhöhte sich von 61,5 Mio. Euro auf 78,4 Mio. Euro zum Jahresende 2018.

Konzernziele 2019

CFO Mathias Dähn: „Mit dem zum Jahresende 2018 auf 610,9 Mio. Euro gestiegenen Auftragsbestand und der guten Auftragsentwicklung im Januar und Februar 2019 haben wir konzernweit eine gute Visibilität bis in den Sommer 2019 und im Wertpapierdruck aufgrund der guten Auftragslage bis in das Jahr 2020. Bei unseren Kunden in aller Welt wächst das Druckproduktionsvolumen vor allem im Verpackungs- und Banknotenbereich weiter. Mit Ausnahme der für den Export produzierenden Druckereien in China ist unser Auftragseingang bislang kaum von den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen beeinträchtigt. Falls sich diese Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten nicht wesentlich verschlechtern, streben wir für 2019 einen organischen Umsatzanstieg im Konzern von bis zu 4 Prozent und eine EBIT-Marge von rund 6 Prozent an. Neben der jährlichen Margenverbesserung um 0,7 Prozent aus Konzernprojekten zur Ergebnissteigerung ist die Margenbelastung aus der Wachstumsoffensive 2023 enthalten, deren Kosten wir kumuliert für 2019 bis 2021 auf rund 50 Mio. Euro einschätzen bei einer stärkeren Belastung des Startjahres. Bei schwacher Konjunktur kann die EBIT-Marge um bis zu 2 Prozent-Punkte geringer sein.“

Mittelfristziele bis 2023

CEO Claus Bolza-Schünemann: „Mit unserer Wachstumsoffensive 2023 wollen wir die sich aktuell bietenden Marktchancen im Kartonagen-, Wellpappen-, flexiblen Verpackungs-, 2-Teil-Dosen-, Kennzeichnungs-, Glasdirekt- und Dekordruck sowie im Postpress-Bereich offensiv für ein nachhaltiges profitables Wachstum nutzen. Der Einfluss des volatilen Wertpapiergeschäfts wird sich mit dem höheren Verpackungsanteil am Konzernumsatz reduzieren. Bei den Rollenoffsetmaschinen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck gehen wir von einem weiteren Abschmelzen des Geschäfts aus. Mit allen unseren Initiativen und Projekten streben wir bis 2023 eine Steigerung des Konzernumsatzes auf rund 1,5 Mrd. Euro mit einer EBIT-Marge zwischen 7 Prozent und 10 Prozent an. Zur Umsatz- und Ergebnissteigerung sollen alle drei Segmente beitragen. Neben einer Dividendenquote von 15 Prozent bis 35 Prozent des Konzernergebnisses sind eine Eigenkapitalquote von über 45 Prozent, ein Net Working Capital-Zielkorridor zwischen 20 Prozent und 25 Prozent des Umsatzes und ein Service-Umsatzanteil von 30 Prozent weitere Zielgrößen.“

Über die Firma
Koenig & Bauer AG (KBA)
Würzburg
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