EU-Einwegkunststoffrichtlinie

IK argumentiert: Klimaschutz braucht Kunststoffverpackungen

Europa muss sich nach Meinung des IK um ein besseres Recycling statt Verbote von Einweg-Kunststoff kümmern.
(Bild: Alterfalter – Fotolia)

So sieht die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen „in der im Eiltempo durchgepeitschten Direktive“ mit ihren im Vordergrund stehenden Verboten nur wenig Potenzial, das Problem nachhaltig zu lösen. Die Diskussionen zu Plastik seien zurzeit emotional aufgeladen und nicht selten würde dabei übersehen, dass es gilt weltweit unterschiedliche Herausforderungen zu meistern haben.

Das Thema Meeresmüll könne nur im weltweiten Schulterschluss und vor Ort angegangen werden, während sich Europa mit dem Ende von Deponien und in Deutschland beispielweise mit einem weiter zu verbesserten Recycling beschäftigen müsse. Plastik sei zum Schlagwort geworden für Minderwertiges, Künstliches und Schädliches. Dabei ist eine differenzierte Sicht laut IK dringend geboten. Schließlich sei Kunststoff an sich nicht das Problem. Er ist vielmehr Teil vieler, nicht selten lebenswichtiger Lösungen.

Verpackungen, die nicht benötigt werden, also keine Aufgabe erfüllen, beispielsweise den Schutz der verpackten Ware, lehne die Vereinigung ebenso wie überdimensionierte Verpackungen ab. Die Industrie selbst habe ein ökologisches und ökonomisches Interesse an einem minimalen Ressourceneinsatz. Verzicht als Option zur Ressourcenschonung sei jedoch nicht an ein einziges Material gebunden. Unser Konsum werde nicht automatisch nachhaltiger, wenn wir auf Plastikverpackungen verzichten. Und hier liege die große Gefahr in der aktuell populistisch getriebenen Diskussion, die durch die Direktive einen weiteren Schub bekommt. Denn Klimaschutz ist mehr als Plastikverbote. Tatsächlich tragen Kunststoffanwendungen oftmals zu einer Verminderung der CO2-Emission bei, sie sparen Treibstoff, Energie und Wasser. Dass sie am Ende ihrer Anwendung nicht in der Umwelt landen dürfen, versteht sich von selbst. Eine Anti-Littering-Direktive würde aus Sicht der IK daher die größere Wirkung im Umgang mit Abfällen und im Sinne des wirksamen Umwelt- und Klimaschutzes entfalten.

Über die Firma
IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V.
Bad Homburg v.d.H.
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