Recycling

Aldi Suisse beendet Pilotsammlung von Getränkekartons

Nach drei Jahren beendet Aldi Suisse die Pilotphase zur Sammlung von Getränkekartons.
(Bild: Master 24 – Adobe Stock)

Als erster großer Schweizer Detailhändler startete Aldi Suisse vor rund drei Jahren das Pilotprojekt zur gemeinsamen Sammlung und Recycling von Getränkekartons und Plastikflaschen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz GKR wurden zum Schutz der Ressource Holz zuletzt schweizweit in 200 Aldi Suisse-Filialen Getränkekartons gesammelt und anschließend dem Recycling zugeführt. Das Pilotprojekt diente Aldi Suisse und dem Projektpartner Getränkekarton-Recycling Schweiz dazu, reale Erfahrungen zu machen inwiefern eine „gemeinsame Sammlung“ von Getränkekartons und Plastikflaschen in die operativen Abläufe eines Detailhändlers zu integrieren ist.

Die Pionierarbeit habe sich laut dem Unternehmen trotz Ausstieg gelohnt: Die flächendeckende Sammlung stieß bei den Kundinnen und Kunden auf eine außerordentliche Resonanz und funktionierte in der Umsetzung. Jedoch kann die bestehende Belieferungslogistik von Aldi Suisse die nun erreichten Wertstoff-Mengen nicht mehr vollständig rückführen. Zusätzliche Sonderfahrten, einzig zwecks des Transports von Leergut, würden Zusatzkosten verursachen und den Umwelt-Nutzen des Systems schmälern, welches auf Synergien mit dem bestehenden Logistiksystem setzt.

Ab sofort reine Plastikflaschensammlung

„Trotz vorhandener technischer Machbarkeit ließen sich leider keine weiteren Marktakteure von unserem Recyclingengagement anstecken. Und dies, obwohl über 70 Prozent der von uns gesammelten Getränkekartons von Mitbewerbern stammen“, erklärt Fabienne Magee, Leiterin Corporate Responsibility bei Aldi Suisse. „Aldi Suisse passt sich als verhältnismäßig kleiner Marktteilnehmer nun dem Marktstandard im Schweizer Detailhandel an und firmiert die Getränkekarton- und Plastikflaschensammlung in eine reine Plastikflaschensammlung um“. Plastikflaschen, etwa von Shampoo, Milch oder auch Wasch- und Reinigungsmitteln, können genau wie die PET-Flaschen also weiterhin bei allen Aldi Suisse Filialen zurückgegeben werden. Aldi Suisse ist derzeit der einzige Schweizer Discounter, der diese Möglichkeit flächendeckend anbietet. Auch das Engagement des Unternehmens im Rahmen des Vereins Prisma zur Erarbeitung eines Systems zur Schließung von Stoffkreisläufen bei Verpackungen wird fortgeführt.

Technische Voraussetzungen gegeben

„Es ist bedauerlich, dass die Sammlung aufgrund zu großer Sammelmengen eingestellt werden muss“, kommentiert Simone Alabor, Geschäftsführerin des Vereins Getränkekarton-Recycling Schweiz. „Wir haben durch das Pionierprojekt von Aldi Suisse aber wichtige Erkenntnisse gewonnen. Es entspricht offenbar einem großen Bedürfnis der Schweizerinnen und Schweizer, Getränkekartons zu recyceln.“ Die modernen Sortieranlagen der involvierten Schweizer Entsorgungs- und Sortierbetriebe ermöglichten 2016 die Lancierung einer Pilot-Sammlung von Getränkekartons und Plastikflaschen. „Um die Papierfasern aus den Getränkekartons optimal zu verwerten, haben wir in 2017 eine neue Stoffaufbereitungsanlage in Betrieb genommen. Diese kann alle Getränkekartons stofflich verwerten, die in der Schweiz pro Jahr anfallen. Es macht wenig Sinn, wenn wir aus dem Ausland Getränkekartons importieren müssen, während die Schweizer Verpackungen im Abfall landen“, so Markus Kowaleff, Einkauf Altpapier, Papertrading, Model.

Die Entwicklungen rund um ein nationales Sammelsystem für Getränkekarton-Recycling werden aufmerksam weiterverfolgt. Weitere Informationen zum Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz GKR finden sich in einer Mitteilung des Vereins: www.getraenkekarton.ch. Für Konsumenten bleibt Getränkekarton-Recycling in der Schweiz weiterhin möglich. Auf der Homepage des Vereins erfahren Kundinnen und Kunden von Aldi Suisse auch, wo Getränkekartons weiterhin recycelt werden können.

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