Anti-Littering

Studie beleuchtet die Auswirkungen der neuen EU-Regulierung von Kunststoffverschlüssen

(Bild: Sabic)

Die europäische Verschluss-Industrie ist seit weit über einem Jahrzehnt aktiv, um den Einsatz von Neuware sowohl bei der Mündung als auch bei den Verschlüssen zu reduzieren. Materialreduzierung ist der wichtigste Treiber für Veränderungen. Der letzte Innovationsschritt bei Getränkeverschlüssen war die Umstellung auf 1-teilige Getränkeverschlüsse und weg von 2-teiligen Verschlüssen, zeitgleich mit der Einführung des Flaschenhalsstandards PCO1881. Begleitend zur Rohstoffreduktion sind Energieeinsparungen, geringere CO2-Emissionen in der Logistik und damit Kosteneinsparungen.

Jetzt liegt der Schwerpunkt der europäischen Nachhaltigkeitsagenda auf Einweg-Kunststoffen (SUP), zu denen der Umgang mit Deckeln in einer Kreislaufwirtschaft und die Förderung von Anti-Littering-Lösungen gehören. Als Ergebnis der im Jahr 2018 (2018/0172 COD) ausgearbeiteten Einweg-Kunststoffrichtlinie, deren Artikel 6 eine neue Norm zur Durchsetzung von Verschlüssen vorschreibt, die mit der Flasche verbunden bleiben sollen, wurde vom Europäischen Parlament im März 2019 verabschiedet. In der europäischen Kunststoffdeckel- und Verschluss-Industrie geht es darum, einen weiteren großen Wandel zu vollziehen. Die Regelung, die vorschreibt, dass Verschlüsse an der Flasche verbleiben sollen,  betrifft Kunststoff-Getränkeflaschen unter 3 Litern, einschließlich Verbundbehälter (z.B. Karton). Bis 2024 müssen alle Getränkeverschlüsse gesetzlich am Gebinde verbleiben.

Im Vorfeld der EU-Richtlinie prüft die Branche Lösungen, um eine frühzeitige Einhaltung zu ermöglichen. Es gibt eine Reihe von technischen Variablen zu berücksichtigen, einschließlich Öffnungswinkel, Drehmoment, Banddrehung, Einrastposition usw.), die alle zu einem anderen Konzept führen können. Um das Trinkerlebnis des Verbrauchers nicht zu beeinträchtigen, sollte der befestigte Verschluss ein weites Öffnen, eine Einraststellung  und Wiederverschließbarkeit ermöglichen.

Die neue Verordnung soll das Littering reduzieren, wird aber wahrscheinlich die Nachfrage nach neuen Polymeren anregen und damit die Bemühungen der Industrie um Materialeinspraung gefährden. Kurzfristig dürften die neuen Verschlusskonzepte schwerer sein als die heute auf dem Markt befindlichen. Die Branche wird erhebliche Kosten für die Einhaltung der Vorschriften tragen müssen.

Die Industrie muss gemeinsam daran arbeiten, die wirtschaftlichen Auswirkungen des bevorstehenden Umbruchs zu verringern und nach wertschöpfenden Möglichkeiten zur Maximierung der Gewinne zu suchen - ökologisch, kommerziell und verbraucherorientiert.

 

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AMI Applied Market Information Ltd.
Bristol, BS2 8RH
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