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Robotik

Zwei Paros füllen Paletten bei Bachmann Forming

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Palettierung auf 25 Palettierplätzen gleichzeitig – die Roboteranlage bei Bachmann.
(Bild: Bachmann)

Auch die Firma Roteg aus Dortmund arbeitet eng mit den Kunden zusammen und legt Wert auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Der Spezialist für Palettierroboter baute für Bachmann Forming im Jahr 2016 gleich zwei Palettierroboter. Damit waren längst nicht alle Kundenwünsche geäußert, doch auch für den Rest hatte Roteg die passende Gesamtlösung im Angebot.

Palettierung im ganz großen Stil: Das war der Wunsch des Verpackungsherstellers. Dazu sollten gleich zwei Roboter her, zusammen mit Packstückfördertechnik, Greifsystem, Palettenfördertechnik – und Luft nach oben für noch mehr Palettierleistung. Eine Herausforderung, für die das Dortmunder Unternehmen die passenden Lösungsvorschläge lieferte.

Fördertechnik etagenweise

Im ersten Schritt hieß es, hierfür die Packstücke zur Roboteranlage zu bringen. Das Problem: Auf dem Weg war ein Höhenunterschied zu überwinden. Dafür baute Roteg jeweils einen Senkrechtförderer pro Förderstrecke ein. Dieser vereinzelt die Produkte und nimmt sie der Fördergeschwindigkeit entsprechend auf einem Lift auf. Der Lift befördert die Produkte auf die höhere Ebene und gibt sie dort wieder an die Fördertechnik ab. 

Angesaugt und abgestellt

Am Ende der Förderstrecke angelangt, nimmt der Palettierroboter vom Typ Paro die Packstücke auf – und zwar in einer Höhe von zwei Metern. Damit entfällt ein zweiter Lift in der Fördertechnik. Bei den Packstücken, die oben gegriffen werden, handelt es sich um Kartons mit einem Gewicht zwischen zwei und 25 Kilogramm, gefüllt mit gestapelten Tiefziehteilen aus Kunststoff. Die Kartons sind verschlossen und somit saugbar. Ein klarer Fall also für den Vakuumsauger.  Ausgestattet mit vier Saugern hebt er die Kartons am Deckel an und stellt sie auf einer der freien Paletten wieder ab, entsprechend dem gewählten Packmuster. Durch den Einsatz eines Greifers mit mehreren Saugern statt eines großen, ist neben dem Einzelgriff auch das Greifen mehrerer Kartons gleichzeitig möglich. So schafft der Roboter fast fünf Packstücke pro Minute.

Besonders praktisch: Der Greifer ist durch den genormten DIN-ISO-9409-Flansch jederzeit gegen ein anderes Greifsystem austauschbar. Sollten in Zukunft andere Packstücke palettiert werden, muss also kein neuer Roboter gekauft werden. 

 

Der Hub-Verfahrwagen als Teil der Palettenfördertechnik.
(Bild: Bachmann)

Roboter mit Zukunftsgedanken

Bei Bachmann stehen sich die zwei Paro-Roboter gegenüber und arbeiten gleichzeitig auf mehreren Palettierplätzen. Durch ihre modulare Bauweise sind die Palettierer flexibel anpassbar. So kann durch den Austausch der Vertikal- oder Horizontalachse ganz einfach der Greifraum erweitert werden. Der von Roteg gelieferte Palettierroboter ist pulverbeschichtet, für eine lange Lebensdauer konzipiert und für härteste Umgebungseinflüsse geeignet. Für die Hauptachsen des Gerätes kommen robuste, kunststoffbeschichtete Laufrollen zum Einsatz, die auf gerundeten Edelstahlprofilen laufen. Sie sind – genau wie alle weiteren kinematischen Antriebskomponenten – besonders wartungsarm. 

Bei Bachmann in der Schweiz sind die Bodenachsen der Roboter für die Palettierung auf insgesamt 30 Palettenplätze ausgelegt, bisher wird aber nur auf 26 davon gleichzeitig palettiert. Mit den bereits eingeplanten vier weiteren Plätzen kann die Automation problemlos jederzeit weiter wachsen. Außerdem gehört zu jedem Robotermodul auch ein Zwischenlagentisch. Dieser hält Zwischenlagen bereit, die der Sauggreifer bei Bedarf aufnehmen und auf den Paletten ablegen kann, um die Ladung zusätzlich zu stabilisieren.

Der Weg der Paletten

Damit die gesamte Palettierung so effizient wie möglich abläuft, gehört auch die passende Palettenfördertechnik mit zu den zwei Modulen. Insgesamt stehen vier Palettenmagazine mit Platz für jeweils bis zu 15 Paletten bereit. Die Paletten können hier vereinzelt und automatisch an die Palettenfördertechnik abgegeben werden. Dies geschieht über pneumatisch betätigte Klemmzangen.

Palettiert wird wahlweise auf Euro- und Industriepaletten, die auf Palettenrollensegmenten stehen. Von diesen werden die Paletten von einem Verfahrwagen abgeholt, sobald sie voll beladen sind. Dieser ist speziell für den Austausch von Voll- und Leerpaletten innerhalb der Roboterzelle konzipiert. Er verfügt über eine Hubfunktion und hält direkt eine Leerpalette in einer unteren Ebene bereit, welche er verzögerungsfrei an den freigewordenen Platz abgibt, sobald er die beladene Palette aufgenommen hat.

Sobald der Verfahrwagen die volle Palette an die nachgeschaltete Palettenfördertechnik abgegeben hat, begibt sich die Vollpalette auf den Weg zu einem Etikettierer. Dieser steht direkt neben ei-nem Drehteller für die Paletten. So kann er die Ladung von einer beliebigen Seite etikettieren und direkt im Anschluss mithilfe eines integrierten Scanners den Barcode auf dem Etikett prüfen. Erst nach erfolgreicher Prüfung läuft die Palette weiter auf den Rollenbahnen und verlässt die Anlage Richtung Versand.

Steuerung für jedermann

Gesteuert werden die zwei Roboter über einen Industrie-PC mit Touchscreen, um die Bedienung mit Tastatur und Maus zu umgehen. Schließlich ist diese meist unpraktisch in Produktionshallen. Der PC ist zur Kommunikation mit dem Roboter mit einer CAN-Schnittstelle ausgestattet und übernimmt als Master die Gesamtsteuerung der Anlage mit allen Komponenten.

Die Software, mit der sich der Paro steuern lässt, ist Roteg-Control. Ihre Bedienoberfläche entspricht dem gehobenen Standard von Windows-Programmen. Diese Steuerungssoftware enthält standardgemäß die Auswahl verschiedener Sprachprofile und bietet eine ebenso simple wie intuitive Bedienung, die ohne lang-wierige Schulungen für die Mitarbeiter auszuführen ist. 

Packschemen können ganz einfach über einen Editor neu erstellt oder konfiguriert werden – alles per Fingerdruck auf dem Touchscreen. Der Mitarbeiter kann neue Packstücke durch Eingabe der Maße erstellen und die Produkte entweder in einem automatisch generierten Schema anordnen lassen oder dieses nachträglich bearbeiten. Dazu kann er per Fingerdruck die Packstücke verschieben, drehen oder wieder löschen. Umgeben ist die gesamte Anlage von einem Schutzzaun mit Lichtgitter. Diese Sicherheitseinhausung sorgt dafür, dass sich die Anlage automatisch abschaltet, sobald sie jemand betritt. Mögliche Verletzungen können so verhindert werden.

Entlastung für die Mitarbeiter

Für die Angestellten von Bachmann Forming bringen die zwei Paro-Palettierroboter der Firma Roteg deutliche Entlastung mit sich. Die teilweise sehr schweren Kartons müssen nicht mehr von Hand gestapelt, die Paletten nicht mehr per Hubwagen her-umgefahren werden. Aktuell planen Bachmann und Roteg ähnliche Automation an einem weiteren Produktionsstandort, um auch hier die Palettiervorgänge zu automatisieren.

Praxistagung: Roboter in der Verpackungsindustrie

Roboter kommen mittlerweile in faktisch jedem Bereich des Verpackungsprozesses zum Einsatz. Und das gilt schon lange nicht mehr nur für Hochlohnländer in Europa, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch erhöhte Automatisierung sichern wollen, sondern auch für Emerging Markets wie Indien und China, die aufgrund einer schwer planbarer Personalfluktuation auf Roboter in der Produktion angewiesen sind.

Zusammen mit den Kollegen des Automatisierungstitels IEE veranstaltet neue verpackung darum am 30. Oktober 2019 in München die Praxistagung „Roboter in der Verpackungsindustrie“. Die Veranstaltung gibt einen Überblick zum bereits technisch Möglichen in Form von Best-Practices sowie einen Ausblick in die (nicht allzu ferne) Zukunft. Begleitet beziehungsweise ergänzt wird die Veranstaltung durch eine kleine Fachausstellung.

Weitere Informationen, natürlich inklusive der Möglichkeit zur Anmeldung, finden Sie unter www.verpackungsroboter.com.

Für Sie entscheidend

Über Roteg

Das Unternehmen Roteg ist seit 1993 im Bereich Robotertechnik tätig und konnte sich aufgrund der innovativen Ideen zu einem Spezialisten für automatische Palettiertechniken entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Sondermaschinenbau für Kraftwerkstechnik und Automatisierungslösungen in explosionsgefährdeten Raffineriebereichen. Für namhafte Unternehmen aller Branchen werden neue technische Lösungen entwickelt und in eigener Fertigung umgesetzt.

Über den Autor
Autorenbild
Daniela Arndt, Redaktion Marketing, Roteg

Über die Firma
roTeg AG
Dortmund
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