Druckindustrie

Heidelberg: Investitionsrückhaltung belastet Geschäftsjahr

Als Konsequenz der konjunkturellen Eintrübung will der Vorstand geplante Investitionen prüfen. Nicht betroffen davon sind Angebote rund um die digitale Transformation.
(Bild: Heidelberg)

Im traditionell schwächsten Jahresquartal weist Heidelberg einen Umsatz von 502 Mio. Euro aus, nachdem in der vergleichbaren Vorjahresperiode noch 541 Mio. Euro umgesetzt wurden. Insbesondere in Deutschland und Teilen Europas konnte das Unternehmen nicht an das Vorjahr anknüpfen. Positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Vertragsangeboten (Service-, Software- und Versorgungsverträge für Verbrauchsgüter sowie in der Endausbaustufe Subskriptionsverträge einschließlich Equipment), wodurch der Anteil wiederkehrender Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 10 Prozent auf rund 80 Mio. Euro angestiegen ist. Hochlaufbedingt konnte der Umsatzrückgang insgesamt jedoch noch nicht ausgeglichen werden.

Der Auftragseingang lag trotz einer deutlich höheren Nachfrage in China als Folge der positiv verlaufenen Messe Print China zum 30. Juni 2019 mit 615 Mio. Euro unter Vorjahr (665 Mio. Euro). Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis lag mit rund 14 Mio. Euro (inkl. IFRS 16-Effekt von rund 4 Mio. Euro) ebenfalls unterhalb des unbereinig-ten Vorjahreswerts von rund 20 Mio. Euro. Nach Steuern weist der Konzern ein Minus von rund 31 Mio. Euro (Vorjahr: –15 Mio. Euro) aus. Angesichts des unterjährigen Net-Working-Capital-Aufbaus und Investitionen in den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle war der Free Cashflow mit –83 Mio. Euro (Vorjahr: –45 Mio. Euro) negativ.

Umsatzprognose bestätigt, Margenziel angepasst

Für das Gesamtgeschäftsjahr 2019/20 geht Heidelberg weiterhin von einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres aus. Trotz der konjunkturellen Eintrübung und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung im Equipmentgeschäft erwartet das Unternehmen durch einen weiteren stabilen Ausbau des Vertragsgeschäftes eine Kompensation.

„Der steigende Anteil des wiederkehrenden Vertragsgeschäfts wird sich zunehmend stabilisierend auf unseren Gesamtumsatz auswirken“, erklärt Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Der Ergebnisbelastung werden wir mit kurzfristig wirkenden Maßnahmen sowie auch nachhaltigen Strukturverbesserungen begegnen.“

Durch den erfolgreichen Ausbau des Vertragsgeschäftes verstetigt sich die Kundenbe-ziehung bei einem höheren Anteil an der Wertschöpfungstiefe beim Kunden als Grundlage für konjunkturresistenteres Geschäft. Die Investitionszurückhaltung bedingt aber auch im Equipmentgeschäft einen Produktmix mit insgesamt geringerer Profitabilität. Daher passt das Unternehmen den Ausblick für das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr an und geht von einer Zielmarge beim Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis in einer Bandbreite von 6,5 bis 7 Prozent vom Umsatz aus (bislang 7,5 bis 8,0 Prozent). Nach Steuern wird ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung hat der Vorstand beschlossen, geplante Investitionen zu überprüfen, die Kostendisziplin deutlich zu erhöhen sowie Instrumente zur kurzfristigen Arbeitszeitflexibilisierung zu nutzen, um das operative Ergebnis zu stabilisieren. Zudem werden die eingeleiteten Projekte zur Effizienzsteigerung (Operational Excellence) wie die Optimierung des Manufacturing Footprints, die Anpassung der Vertriebsstrukturen an neue Geschäftsmodelle und der Ausbau von Shared Services zukünftig zur Absenkung der Strukturkosten beitragen. Neben den Maßnahmen zur Ertragsstabilisierung soll sich der Free Cashflow angesichts der Kürzung der Investiti-onsplanungen und des erwarteten Abbaus des Net Working Capital in den Folgequar-talen nachhaltig verbessern.

Investitionsvorhaben in die neuen Produkt- und Lösungsangebote aus der weiterhin konsequent fortgesetzten digitalen Transformation von Heidelberg werden wie geplant umgesetzt. Ziel bleibt es weiterhin, das Vertrags- und Subskriptionsgeschäft mit wiederkehrenden Umsätzen zu stärken, die Wertschöpfung pro Kunde auszuweiten und die konjunkturelle Zyklik im Unternehmen deutlich zu senken. Mittelfristig soll der Umsatzanteil aus wiederkehrendem Vertragsgeschäft auf rund 1/3 des Gesamtumsat-zes erhöht werden.

Über die Firma
Heidelberger Druckmaschinen AG
Wiesloch
Newsletter

Das Neueste von
neue verpackung direkt in Ihren Posteingang!