Medikamentenverpackung

Verpackung der neuen Pharmazeutika-Generation

Smarte Medikamentenverpackungen kommunizieren mit Hersteller und Konsumenten.
(Bild: PMMI)

Kunststoff ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Barriereeigenschaften seit Langem der am häufigsten verwendete Rohstoff in Verpackungen für Pharmazeutika. Investitionen in flexible Verpackungen und die Fortführung von Recyclingprogrammen unter Berücksichtigung der Umweltaspekte führen dazu, dass der Einsatz von Kunststoff in Pharmaverpackungen keine Anzeichen von Schwäche aufweist. Die wachsende Bevölkerungsgruppe der Senioren und die damit verbundene Konzentration auf altersgerechte Verpackungen werden künftig ebenfalls zur Nachfrage nach flexiblen Verpackungen beitragen. Dafür suchen Unternehmen – laut dem 2018er Pharmaceutical Packaging and Processing Whitepaper von PMMI, dem Verband für Verpackungs- und Verarbeitungstechnologien – nach Designs, die Komfortansprüche mit Manipulationssicherheit und Produktschutz in Einklang bringen.

Gleichzeitig diversifizieren Pharmaunternehmen den Einsatz von Verpackungstechnologien und -materialien. Aktive und intelligente Verpackungen bieten patientenfreundliche Lösungen. Nanotechnologie und Biopharmazeutika haben die Transportprozesse der Pharmaindustrie erheblich beeinflusst, und Verpackungsformen spielen eine wichtige Rolle im Lieferprozess einiger neuer Medikamente, beispielsweise injizierbarer Arzneimittel. Das Aufkommen dieser neuen Medikamente und Verbindungen hat dazu geführt, dass ein erhöhter Schutz vor Faktoren wie Feuchtigkeit, Licht, Sauerstoff und mechanischen Kräften erforderlich ist.

Die Verbindung von Schutz und Komfort

Flexible Verpackungen schützen pharmazeutische Produkte nicht nur vor Kontamination und Umweltbedingungen, sondern sie machen auch die Dosierung sicherer, einfacher und präziser. Darüber hinaus bieten sie Vorteile in Sachen Chemikalienbeständigkeit, Sauerstoff-, Licht- und Feuchtigkeitsbarrieren, Dichtungsschichten und Flexodruck.

Tüten und Beutel werden bei medizinischen Geräten, Flüssigkeiten, Wund- und Brandwundverbänden, Einzeldosis-Medikamenten, medizinischen Tupfern, transdermalen Pflastern, Kapseln, Pillen und Tabletten, implantierbaren Geräten sowie diagnostischen Testsets und mehr eingesetzt. So können beispielsweise Beutel­lösungen für Medizinprodukte, Pharmazeutika und Diagnostika den Bedarf an einem Heißsiegel reduzieren. Die Verpackungslieferanten bieten auch Bag-in-Box-Technologien an, die die Verpackung und Lagerung von pharmazeutischen Massenprodukten für den Einsatz im institutionellen Gesundheitswesen innovativ gestalten. Die Doppelverpackungslösung wurde entwickelt, um die Qualität zu schützen, die Haltbarkeit zu verlängern und den Ausschuss für lagerstabile, konservierungsmittelfreie Produkte zu reduzieren.

Flexible Beutel dienen auch als Alternative zu den traditionellen Boxen und Kartons, die normalerweise Blisterverpackungen enthalten. Mehrere laminierte, opake Schichten bieten den Barriereschutz für verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente und erschweren es Kindern, die Verpackung zu öffnen. Beutelverpackungen erleichtern auch die Mitnahme von Erste-Hilfe-Kästen, Geldbörsen und Taschen und bieten eine einzigartige Kombination aus Geschmeidigkeit und Festigkeit, die sicherstellt, dass weder die Verpackung noch das darin enthaltene Medikament beschädigt wird.

Integrierte Sensoren für die Patientensicherheit

Die Hälfte der Langzeittherapie-Patienten nehmen ihre Medikamente gar nicht oder falsch ein. Entwicklungen im Bereich der Verpackung bergen das Potenzial, die Einnahmedisziplin der Patienten zu erhöhen und damit jedes Jahr Tausende von Menschenleben zu retten. So können beispielsweise Blisterverpackungen mit eingebetteten Mikrochips erfassen, wann ein Medikament eingenommen oder verabreicht wird und daran erinnern, wann die nächste Dosis fällig ist, indem sie piepen oder den Patienten anderweitig einen Hinweis geben. Andere Smart-Pack-Funktionen können Verfallsdatumswarnungen, Lagerzustandsüberwachung, Manipulationswarnungen und Flaschenverschlüsse beinhalten, die Dosierungsdaten aufzeichnen können, indem sie mitverfolgen, wann ein Verschluss geöffnet wird.

Die Near Field Communication (NFC)-Technologie ist eine Methode, um Informationen über Medikamente interaktiv, beispielsweise eine Video- oder Audiomitteilung, auf dem Smartphone des Patienten bereitzustellen. NFC verfügt auch über Track-and-Trace-Anwendungen entlang der gesamten Lieferkette. Diese Tags können drahtlos mit NFC-fähigen Smartphones kommunizieren und Produktzustände wie „werkseitig versiegelt“ oder „geöffnet“ übertragen. Darüber hinaus können die NFC-Tags eindeutige Identifikatoren für die Authentifizierung und Verfolgung enthalten.

Glas ist sehr gefragt

Biopharmazeutika erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da damit schwierigen medizinischen Erkrankungen mit einer Präzision begegnet werden kann, die noch vor zwanzig Jahren unvorstellbar war. Bei Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, die seit Jahrzehnten symptomatisch behandelt wurden, werden heute injizierbare Biologika angewandt, die an der Ursache der Erkrankung ansetzten. Gleichzeitig können Patienten aggressive Krebsarten mit antikörperbasierten Biologika, die auch auf spezifische biologische Prozesse abzielen, in Schach halten.

Der aufstrebende Markt für Injektionspräparate konzentriert sich bei chronischen Erkrankungen zunehmend auf ambulante Behandlungen. Die Injektion beschränkt sich seit Jahrzehnten weitgehend auf den stationären Einsatz, wobei das medizinische Personal aktiv an der Verabreichung und Dosierung beteiligt ist. Was als Herausforderung für Patienten mit Diabetes begann, die tägliche subkutane Injektion, hat sich nun zu einer routinierten Dosierungsstrategie für eine Vielzahl von Erkrankungen entwickelt.

Infolgedessen werden Spritzen häufiger verwendet und können aufgrund ihrer Schnelligkeit und ihrer direkten Anwendungsvorteile bevorzugt werden. Die chemische Beständigkeit von Glas und die einheitliche Oberflächenchemie ermöglichen einen reibungsloseren Linienbetrieb. Pharmaunternehmen investieren in die Forschung zu Materialverbesserungen, die Schwachstellen und Risse reduzieren, die zu Lieferengpässen und Rückrufen führen.

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Der globale Pharmaverpackungsmarkt, der 2017 auf 62,754 Mrd. US-Dollar geschätzt wurde, wird bis 2023 voraussichtlich 100,76 Mrd. US-Dollar erreichen. Da die alternde Bevölkerung und Innovationen bei Biopharmazeutika die Pharmalandschaft weiter verändern, können sich Unternehmen genauer mit Lösungen wie Blisterverpackungen, Beutel, Tuben und Spritzen auseinandersetzen, wodurch der Markt vorangetrieben wird. Auf der Healthcare Packaging Expo (23. bis 25. September 2019, Las Vegas Convention Center), die gemeinsam mit der Pack Expo Las Vegas stattfindet, können Hersteller die neuesten Verpackungstechnologien von mehr als 250 ausstellenden Unternehmen sehen.

PMMI, als Eigner und Produzent der Shows, bietet in deren Rahmen auch Bildungsprogramme sowie Möglichkeiten, Ideen zwischen den Branchen auszutauschen. Registrierung und weitere Informationen unter

 

hcpelasvegas.com.

Über den Autor
Autorenbild
Tom Egan

Vizepräsident, Industriedienstleistungen, PMMI

Über die Firma
PMMI Packaging Machinery Manufacturers Institute
Reston, VA 20190
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