Fachpack

Mehrwegverpackungen und -systeme

Getränkeverpackungen haben in Deutschland heute bereits einen Mehrweganteil von 70 Prozent.
(Bild: Rcfotostock – Adobe Stock)

Insbesondere bei der Erhöhung des Mehrweg-

anteils von Getränkeflaschen steigt der politische Druck. Denn das Bundesumweltministerium (BMU) sieht als politische Zielmarke bei Getränkeverpackungen einen Mehrweganteil von 70 Prozent vor. Bei Bierflaschen beträgt der Anteil bereits stabile 80 Prozent. Mit der Ausweitung der Pfandpflicht auf Fruchtsaftschorlen soll nun auch hier ein höherer Mehrweganteil erreicht werden. Zudem muss im Handel seit Jahresbeginn 2019 klar gekennzeichnet sein, ob es sich bei Glasverpackungen um Einweg- oder Mehrwegflaschen handelt. Die Vorgabe ist Teil eines Fünf-Punkte-Plans des BMU. Damit will das Ministerium unter anderem Mehrwegsysteme stärken und den Verpackungsgebrauch nachhaltiger gestalten.

Glas oder PET – Hauptsache Mehrweg

Ziel ist es, Mehrwegsysteme insgesamt zu stärken. Denn die Vorteile für die Umwelt liegen auf der Hand: Mehrwegflaschen können bis zu 50-mal wieder befüllt werden und helfen so, Abfälle zu vermeiden und Ressourcen einzusparen. Dabei spielt es unter Nachhaltigkeitsaspekten keine Rolle, ob es sich um Glas- oder PET-Flaschen handelt. Durch den geschlossenen Kreislauf und die sortenreine Verwertung gelten die Mehrweg-PET-Flaschen als Klassenprimus unter den Kunststoffverpackungen.

In anderen Bereichen besteht allerdings noch Aufholbedarf: Um lose verkauftes Obst und Gemüse zu verpacken, bieten die Einzelhändler meist leichte Plastiktüten an. Deshalb erprobt Rewe als erster großer Lebensmittelhändler mehrfach verwendbare Netze. Die Mehrwegfrischenetze werden im Zweierpack erworben und können dann immer wieder zum Obst- und Gemüse-Einkauf verwendet werden. Die Netze sind mit speziellen Barcodes ausgestattet, durch die beispielsweise die Tara an der Kasse automatisch abgezogen werden kann. Und auch Edeka will mit Mehrwegdosen an der Bedientheke für Wurst und Käse Einwegverpackungen einsparen. Abseits der Regale ist Mehrweg allerdings längst angekommen. Für ihre Logistikprozesse können Groß- und Einzelhändler auf ausgereifte Mehrwegsysteme zurückgreifen.

Mehrweg in der Logistik

In den Logistikprozessen von Handel und Industrie können Mehrwegtransportverpackungen (MTV) ihre Vorteile voll ausspielen, denn sie lassen sich hervorragend in Kreislaufkonzepte einbinden. Die Paletten, Behälter oder Fässer sind stabil und verringern durch ihre lange Einsatzdauer den Verbrauch an Einweg-Transportverpackungen. Eine Basis für den reibungslosen Ablauf ist die Standardisierung, wie sie beispielsweise mit dem Competence Center Mehrwegtransportverpackungen von GS1 initiiert wurde. Diese Plattform ermöglicht es Ladungsträgerherstellern, Pooling-Dienstleistern und Anwendern, einheitliche Standards zu etablieren und mehr Transparenz bei der Umsetzung von Mehrwegsystemen zu schaffen. Dadurch sollen Abrechnung und Tausch für MTVs erleichtert werden.

Auch die Digitalisierung unterstützt die Entwicklung neuer Mehrweglösungen. Sind die Ladungsträger beispielsweise mit QR-Codes versehen, erhöht dies die Transparenz der Rückgabekette. Auf diese Weise können Mehrwegsteigen im Euro-Pool-System inzwischen unsortiert an den Dienstleister zurückgegeben werden. Der Einzelhandelskonzern Kaufland nutzt dieses System für Obst- und Gemüsesteigen. Vom Erzeuger über dem Verteilzentrum bis zur Warenpräsentation im Markt verbleiben die Frischeprodukte in den Steigen. Dadurch kann das Handelsunternehmen in der europäischen Logistikkette größtenteils auf Einwegkartons verzichten.

Reibungslose Abläufe in Industrie und Handel

Die Fertigungsbranche kann für ihre internen und externen Logistikprozesse ebenfalls aus einer Vielzahl nachhaltiger Mehrwegkonzepte wählen. Aussteller der Fachpack bieten für Materialhandling, den Transport von Bauteilen bis hin zu Flüssigkeiten die passenden Verpackungslösungen. Die Transport- und Lagerbehälter zeichnen sich dabei nicht nur durch eine lange Einsatzdauer, sondern zunehmend auch durch intelligente Funktionen aus. Mit Codes und RFID-Technologie bilden sie einen wichtigen Baustein für die vernetzte Produktion in den Smart Factories. Im Bereich umweltschonender Verpackungen ist Mehrweg damit besonders gut für die Zukunft aufgestellt.

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