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Kreislaufwirtschaft

PET-Cycle GmbH mit durchwachsener Jahresbilanz 2019

Primär wird das Petcycle-System für die deutsche Mineralwasserproduktion genutzt.
Primär wird das Petcycle-System für die deutsche Mineralwasserproduktion genutzt.
(Bild: Alterfalter – Adobe Stock)

Das Kreislaufsystem für Mineralwasser und Erfrischungsgetränke wird in Deutschland von über 65 Getränkeherstellern für rund 150 Getränkemarken genutzt. Mit Mehrwegkästen und einmal befüllbaren PET-Flaschen gilt Petcycle als einer der Pioniere für die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige PET-Wertstoffkreisläufe.

Gleichzeitig ging es im vergangenen Jahr bei der Verbesserung der Ökobilanz des Systems weiter nach vorne: Bei einer konstant hohen Recycling-Quote von 99,3 Prozent wurde der durchschnittliche Anteil an recyceltem PET in den Flaschen um 9,5 Prozent auf 61 Prozent gesteigert.

Witterung, Plastik-Bashing und Individualisierung drücken den Ansatz

In der gesamten Branche hat es in 2019 ein Absatzrückgang von circa 5 Prozent gegeben. Wobei recht starke regionale Unterschiede zu beobachten waren. „2019 war auch für uns ein schwieriges Jahr,“ erklärt Hans Baxmeier, Geschäftsführer der Petcycle GmbH. „Wir haben uns gleich mit drei großen Themen auseinandersetzen müssen. Zum einen war der Supersommer 2019 eine absatztechnische Hürde, die fast nicht zu nehmen war. Dazu kamen die Plastikdiskussion und die Individualisierung von Getränkemarken über eigene, nicht poolfähige Getränkeverpackungen.“

Diskussion um Plastik verunsichert Verbraucher, Handel und Hersteller

Für die Branche als Ganzes ist die aktuelle, oftmals sehr unsachliche Diskussion über Kunststoffverpackungen und damit auch über PET-Flaschen beunruhigend. „Zum einen finden die sich insbesondere hinsichtlich Materialverbrauch und CO2-Reduktion stetig verbessernden Ökobilanzen von PET-Getränkeflaschen nur selten Beachtung.“ kommentiert Baxmeier „Zum anderen sorgt die auch von Medien und Politik propagierte Formel „Plastik gleich Müll“ für eine zunehmende Verunsicherung der Verbraucher.“

Für die Getränkeindustrie ist PET ein Flaschenmaterial, das in geschlossenen Wertstoffkreisläufen alles andere ist als ein wegzuwerfender Restmüll. Die Branche und auch insbesondere Petcycle sind bezüglich Reyclingquoten und Nutzung von recyceltem Material heute schon vielfach weiter als die Politik es für die Zukunft fordert. Möglich wird dies durch die in Deutschland vorbildlichen Pfand-, Rücknahme- und Abrechnungssysteme.
„Wenn EU-Kommissare von Plastikverboten sprechen oder Frankreich rigorose Verbote ankündigt, stellen wir uns die Frage, warum nicht konstruktive Möglichkeiten diskutiert werden, wie zum Beispiel der Aufbau von Pfandsystemen wie in Deutschland“, ergänzt Baxmeier „Die Politik sollte deutlich mehr Interesse am Schließen der Wertstoffkreisläufe auf dem Gebiet Abfallmanagement und Recycling zeigen. Denn hier wird tatsächlich effektiv gegen den Klimawandel gearbeitet, denn Recycling bedeutet auch immer Klimaschutz. So was gilt es zu fördern, anstatt immer nur Regulierungen oder Verbote zu diskutieren.“

Wie hoch der Anteil des Absatzverlusts durch Plastik-Bashing ist, kann Petcycle bislang nicht ermitteln. Aber es gebe deutlich erkennbare regionale Unterschiede. Der Süden Deutschlands scheint von der Plastikdiskussion stärker betroffen zu sein als der Norden und der Osten. Ob diese Entwicklung so anhält, bleibt abzuwarten. „Immerhin sind in der Plastikdiskussion –zumindest in den Medien – langsam mehr versachlichte Töne zu hören.“, so Baxmeier.

Verhalten optimistischer Ausblick auf die Zukunft

Trotz allem Gegenwind schaut Baxmeier zuversichtlich in die Zukunft: „Unser über 20 Jahre erfolgreich betriebenes Poolsystem hat neben seinen faktischen Convenience-Vorteilen für den Verbraucher und die gesamte Wertschöpfungskette eine immer wichtigere Entwicklungskonstante: Nachhaltigkeit. Ökobilanziell sind Petcycle-Verpackungen mittlerweile auf Augenhöhe mit Glas-Mehrweg und unsere für 2020 geplante Anhebung der Rezyklatquote auf 75 Prozent wird unsere Position weiter stärken. Dies gilt es in den kommenden Monaten als Gemeinschaft von 65 Getränkeherstellern in den Vordergrund zu stellen, um dem Konsumenten wieder ein sicheres Gefühl zu geben.“

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