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Druckindustrie

Heidelberg veröffentlicht Zahlen zum dritten Quartal 2019/20

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(Bild: Heidelberger Druckmaschinen)

Bezüglich des avisierten umfangreichen Maßnahmenpakets zur nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität und der Liquidität befindet sich Heidelberg in einem fortgeschrittenen Planungsstadium. Wichtige Eckpunkte sollen noch im laufenden Geschäftsjahr verabschiedet werden und bereits im neuen Geschäftsjahr erste positive Wirkung zeigen.

Die Maßnahmen umfassen eine Verschlankung und stärkere Ausrichtung der Organi-sationsstrukturen auf Kundenbedürfnisse und effizientere Prozesse, den Verkauf von weiteren Randbereichen zur Fokussierung des Produktportfolios sowie die Neuaufstellung des internationalen Produktionsnetzwerks zur deutlichen Absenkung der Kosten-basis.

„Wir richten Heidelberg auf profitable Aktivitäten aus und starten eine Innovationsoffensive zum Ausbau unserer Technologieführerschaft in unserem Kerngeschäft“, kommentiert Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Damit stellen wir uns konsequent auf die anspruchsvollen Marktbedingungen ein, die auch durch die unsicheren wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus in unserem größten Einzelmarkt China derzeit schwer abzuschätzen sind.“

Digitalisierung wird vorangetrieben

Ziel ist und bleibt es, den Konzern auf kundenzentrierte Lösungen zu fokussieren und die digitale Transformation weiter voranzutreiben. Diesbezüglich macht Heidelberg laut eigenen Angaben weitere Fortschritte. So komme das Unternehmen seinem Ziel näher, den Anteil aus wiederkehrenden Umsätzen aus Subskriptionsangeboten mittelfristig auf rund ein Drittel zu erhöhen. Ende Dezember basierten bereits 13 Prozent des Auftragsbestands aus solchen Kundenprojekten. Beim Thema Innovation mit dem Fokus auf autonomes, vollautomatisches Drucken will Heidelberg auf der Fachmesse Drupa 2020 im Juni unter dem Motto „Unfold your Potential“ eine neue Generation von Angeboten, beispielsweise beim Modell Speedmaster mit neuer Druckplattenlogistik „Plate to Unit“, zur weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Wettbe-werbsfähigkeit im Offsetdruck präsentieren. Erste Kundenbestellungen in diesem profitablen Kerngeschäft des Konzerns liegen bereits vor. Heidelberg ist überzeugt davon, mit dem erweiterten Produktangebot seine Markt- und Technologieführerschaft bei den zukunftsträchtigen softwaregestützten Anwendungen, intelligenter Nutzerführung und autonomen Prozessen integrierter Lösungssysteme („Smart Print Shop“) weiter ausbauen zu können.

Vorläufige Neunmonatszahlen bestätigt

Wie am 20. Januar 2020 kommuniziert, wies Heidelberg in den ersten neun Monaten (1. April bis 31. Dezember 2019) des Geschäftsjahres 2019/20 in Summe bei Umsatz und Auftragseingang eine stabile Entwicklung aus. Während beim Auftragseingang mit 1.900 Mio. Euro das Vorjahresniveau von 1.912 Mio. Euro annähernd erreicht wurde, lag der Auftragseingang im dritten Quartal mit 636 Mio. Euro über Vorjahr: 606 Mio. Euro. Der Neunmonatsumsatz war mit 1.690 Mio. Euro kaum verändert; im dritten Quartal sank dieser jedoch aufgrund der konjunkturbedingten Investitionszu-rückhaltung in Europa von 579 Mio. Euro auf 567 Mio. Euro.

Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis lag im dritten Quartal aufgrund eines Einmalertrags von rund 25 Mio. Euro aus dem Verkauf der Gesellschaft Hi-Tech Coatings bei 47 Mio. Euro, nach 39 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Vergleichbar be-lasteten jedoch das geringere Volumen, Druck auf die Margen im Handelsgeschäft mit Verbrauchsmaterialien und regionale Verschiebungen mit einem unvorteilhafteren Produktmix das Geschäft genauso wie hohe Vorleistungen im Digitaldruck. Kostensenkungsmaßnahmen konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. In den ersten neun Monaten lag das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis bei 117 Mio. Euro, nach 101 Mio. Euro im Vorjahr.

Dementsprechend fiel das Vorsteuerergebnis mit rund 5 Mio. Euro leicht positiv aus (Vorjahr 1 Mio. Euro), nach Steuern war das Ergebnis mit -10 Mio. Euro leicht negativ (Vorjahr -2 Mio. Euro). Der Free Cashflow verbesserte sich nach neun Monaten auf -73 Mio. Euro (Vorjahr: -120 Mio. Euro), die Eigenkapitalquote lag bei 13,6 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung lag zum Stichtag bei 389 Mio. Euro und der Leverage betrug 1,9.

„Wir werden Heidelberg organisatorisch verschlanken, uns von Randbereichen sowie Assets trennen und somit die Kostenbasis signifikant absenken. Mit dem geplanten Maßnahmenpaket sehen wir gutes Potenzial zur deutlichen Verbesserung der Liquidität und Bilanzqualität“, kommentiert Marcus A. Wassenberg, der Finanzvorstand des Unternehmens.

Die Kennzahlen im Überblick.
Die Kennzahlen im Überblick.
(Bild: Heidelberger Druckmaschinen)

Ausblick für Gesamtjahr 2019/20

Heidelberg hat zum 20. Januar 2020 aufgrund der schwierigen Marktverhältnisse die Gesamtjahresprognose angepasst. So erwartet der Vorstand, dass der Umsatz im Ge-samtjahr leicht unter dem Niveau des Vorjahres von rund 2,490 Mrd. Euro liegen wird. Das Ebitda ohne Restrukturierungsergebnis und ohne den Einmalertrag aus dem Verkauf der Hi-Tech Coatings wird in einer Bandbreite von 5,5 bis 6,0 Prozent vom Umsatz erwartet. Das Nachsteuerergebnis wird entsprechend leicht negativ ausfallen. Auf Basis der avisierten Ebitda-Bandbreite soll der Leverage inklusive der Effekte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 in etwa 2 betragen.

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Heidelberger Druckmaschinen AG
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