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Nachhaltige Verpackungslösungen – Eco-Design by Multivac

Kunststoffstrategie: Rahmenbedingungen und Handlungsfelder

Durch den Einsatz alternativer Verpackungskonzepte lassen sich positive Effekte erzielen.
Durch den Einsatz alternativer Verpackungskonzepte lassen sich positive Effekte erzielen.
(Bild: Multivac)

Von diesen Rahmenbedingungen leitet sich die Notwendigkeit ab, geschlossene Kreisläufe zur Wiederverwertbarkeit der unterschiedlichen Packstoffe zu etablieren und darüber hinaus Kunststoffabfälle zu minimieren sowie die Verschwendung von Ressourcen einzudämmen.

Die Kunststoffstrategie im Überblick

Um die Verfolgbarkeit des Fortschrittes bei der Umsetzung der formulierten Ziele zu gewährleisten, haben die EU sowie die nationalen Gesetzgeber verschiedene volumen- sowie prozentbezogenen Ziele definiert. Demnach sollen bis 2025 im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung bei der Herstellung neuer Produkte zehn Millionen Tonnen Kunststoffrezyklate eingesetzt werden. Bis zum Jahr 2030 sieht das Strategiepapier die Wiederverwendbarkeit oder die kostengünstige Recycelbarkeit aller auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen vor. Parallel wird angestrebt, Stoffe, die das Recycling erschweren, sukzessive zu ersetzen. Insgesamt soll bis 2030 die Recyclingquote europaweit von derzeit 39 auf mehr als 50 Prozent steigen und die Sortier- und Recyclingkapazitäten gegenüber 2015 vervierfacht werden. Darüber hinaus ist hinsichtlich recyclingfähiger Verpackungsmaterialien für Verbundverpackungen laut deutschem Verpackungsgesetz eine Verwertungsquote von 55 Masseprozent, ab 2022 eine Verwertungsquote von 70 Masseprozent das erklärte Ziel.

Der Anteil von Verpackungen am gesamten CO2-Footprint von verpackten Lebensmitteln oder anderen Produkten ist vergleichsweise gering.
Der Anteil von Verpackungen am gesamten CO2-Footprint von verpackten Lebensmitteln oder anderen Produkten ist vergleichsweise gering.
(Bild: Multivac)

Herausforderung Kreislaufwirtschaft

Die Einführung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft wird dabei verschiedene Stufen durchlaufen müssen, die letztendlich als Brückentechnologien für die Einführung des Kreislaufsystems genutzt werden können. Hierzu gehören sowohl die Entwicklung alternativer Verpackungskonzepte aus recyclingfähigen Materialien wie beispielsweise Monomaterialien als auch die Einführung von Verpackungsmaterialien aus erneuerbaren Ressourcen. Parallel müssen Verbesserungen im Bereich der Materialeffizienz konsequent weiter vorangetrieben werden.

Hierbei kommt dem Verpackungsdesign eine wichtige Rolle zu. Dabei wird es essenziell sein, Verpackungen so zu gestalten, dass die eingesetzten Materialien vom Verbraucher möglichst einfach und vollständig trennbar sind und den entsprechenden Wertstoffkreisläufen zugeführt werden können, um sie auf diesem Weg für die Herstellung von nachhaltigen Endverbraucheranwendungen wiederverwenden zu können. Hierfür sind jedoch die Entwicklung und der Ausbau einer Infrastruktur für das Sammeln, Sortieren sowie das Recyceln erforderlich. Dies impliziert ausdrücklich, dass aus dem verbrauchten Material Ausgangsstoffe für andere Produktgruppen gewonnen werden können, um bei diesen den Einsatz von neuen Stoffen zu reduzieren.

Nicht zuletzt ist die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle, die die Wertschöpfungsketten dahingehend transformieren, dass diese eine zirkuläre Wirtschaft tragen können, ein weiterer Aspekt des Überganges hin zu einer Kreislaufwirtschaft.

Ökodesign

Hinsichtlich des Eco-Design-Prozesses ist die Minimierung von Umwelteinwirkungen als gleichrangige Kernanforderung an das Verpackungsdesign zu funktionalen Aspekten wie Schutzfunktion, einfache Nutzung, optimale Logistik, Kundeninformation und Werbeträger oder Gewährleistung der Mindesthaltbarkeit zu betrachten. Die Verpackungen müssen zudem aber auch nach wie vor eine Rolle in der Markenkommunikation erfüllen. Denn die Packungen werden von den Kunden als umweltgerecht beziehungsweise nachhaltig wahrgenommen und unterstützen somit das Markenimage.

Handlungsfelder für alle Prozessbeteiligten

Die Implementierung eines Kreislaufmodells ist nicht nur ein erstrebenswertes Ziel, sondern in der Tat eine Notwendigkeit – denn als lineares Modell ist die Verpackungsindustrie langfristig nicht überlebensfähig. Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft hat die Industrie allerdings aus heutiger Sicht einen mehrstufigen Entwicklungsprozess zu durchlaufen. So muss beispielsweise die komplette Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie eine entsprechende Infrastruktur bereitstellen und sich in Abhängigkeit von den jeweiligen Volumenströmen weiterentwickeln.

Gleichzeitig sieht sich die Verpackungsindustrie mit einer immer stärkeren Nachfrage der Endverbraucher hinsichtlich nachhaltiger Verpackungslösungen konfrontiert. In Deutschland achtet bereits die große Mehrheit der Supermarktkunden einer Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) zufolge beim Einkauf darauf, Produkte mit so wenig Verpackung wie möglich zu kaufen. 96 Prozent halten es für eher oder auch sehr wichtig, dass wenig Verpackungsmüll entsteht.

Insgesamt ergibt sich für die Verpackungsindustrie ein Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens, der Implementierung einer Kreislaufwirtschaft, einer hohen Prozesseffizienz sowie einem adäquaten Schutz von Lebensmitteln und der damit einhergehenden Vermeidung von Lebensmittelverlusten bis zur Gewährleistung einer entsprechenden Verbrauchersicherheit. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen alle Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbezogen werden. Ebenfalls bedingt dies Innovationen auf allen Prozessebenen.

Durch das Anpassen von Verpackungen lassen sich Materialeinsparungen realisieren.
Durch das Anpassen von Verpackungen lassen sich Materialeinsparungen realisieren.
(Bild: Multivac)

Vom Nutzen der Verpackungen

Bei der Umsetzung der Zielvorgaben muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Verpackungen die an sie gestellten Anforderungen nach wie vor in vollem Umfang erfüllen. Denn grundsätzlich dienen Verpackungen dem Produktschutz entlang der Versorgungskette – und sie sind unverzichtbar mit Blick auf die Logistikprozesse.

Bei Lebensmittelverpackungen muss beispielsweise der Schutz vor qualitativen Beeinträchtigungen wie Aroma- und Nährstoffverlusten, aber auch vor mechanischen Beschädigungen gegeben sein. Zudem leisten insbesondere Kunststoffverpackungen einen bedeutenden Beitrag zur Ressourcenschonung, indem sie bei einem relativ geringen Volumeneintrag durch eine Verlängerung der Produkthaltbarkeit zu einer Verringerung von Lebensmittelabfällen beitragen.

Hinsichtlich der logistischen Prozesse tragen Eigenschaften wie etwa die Stapelfähigkeit einer Verpackung oder auch die eingesetzten Materialien zu einer besseren Bilanz bei. Wenn mehr Packungen gestapelt gelagert und transportiert werden können, und wenn Packungen das Packgut aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit und Formgebung zuverlässig vor äußeren Einflüssen schützen, lässt sich der Energiebedarf für Transport und Kühlung reduzieren.

Daneben sind Verpackungen aber auch ein wesentlicher Baustein für die Kundenkommunikation und das Branding, denn neben der Produktpräsentation am Point of Sale stellen sie etwa durch wiedererkennbare Designs ein zentrales Element der Markenbildung dar. Verpackungen dienen zudem auch als Informationsträger hinsichtlich wichtiger Produkteigenschaften wie Inhaltstoffe, Haltbarkeit und spezifischer Herstellerangaben. Auch Entsorgungshinweise können effektiv über eine Verpackung kommuniziert werden.

Nicht zuletzt muss eine Verpackung hinsichtlich ihrer Handhabung verbrauchergerecht gestaltet sein, etwa indem sie Öffnungshilfen aufweist, eine bedarfsgerechte Dosierung und Portionierung zulässt, oder durch Wiederverschließbarkeit dem Verbraucher die Aufbewahrung und weitere Entnahme der Ware aus der Verpackung erleichtert.

Für die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Verpackungen ist daher ein Life Cycle Approach zielführend − zur Evaluierung des ökologischen Fußabdrucks von Materialien und Verpackungskonzepten muss demzufolge ein ganzheitlicher Ansatz zugrunde gelegt werden. Die Vermeidung von Produktverschwendung in jeglicher Form ist dabei stets als oberstes Gebot anzusehen.

Reduzierung des Materialverbrauchs

• auch durch alternative Materialkombinationen, die alle erforderlichen Barrierefunktionen bei verringertem Materialeintrag erfüllen

 

• sowie Verpackungskonzepte, die Anreize für den Aufbau breiter Erfassungs- und Recyclingsysteme bieten, auch wenn gegebenenfalls einfachere technologische Standards in Frage kommen

 

• und nicht zuletzt durch Designs, die auf eine nachhaltige Materialbeschaffung hin entwickelt werden, beispielsweise unter Nutzung biobasierter Materialien aus nachhaltiger Erwirtschaftung wie etwa Papier aus zertifiziertem Anbau.

Das Rollenverständnis von Multivac

Ziel von Multivac ist es, alle Kunden und Stakeholder auf diesem Entwicklungsprozess zu begleiten. Aufgrund des umfassenden Know-hows können bereits heute auf unterschiedlichen Ebenen ganzheitliche Lösungsansätze angeboten werden. Unter „ganzheitlich“ versteht Multivac dabei die Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette sowie von unterschiedlichen Lösungsansätzen, die nachhaltig zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs sowie zur Einführung einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Insbesondere umfasst dies die Reduzierung von Materialverbrauch bei der Packungsherstellung, die Entwicklung von recyclingfähigen Konzepten sowie die Substitution von Materialien und Verpackungskonzepten durch nachhaltigere Alternativen.

Oberste Priorität bei der Entwicklung von alternativen Konzepten besitzt bei Multivac jedoch stets die eigentliche Aufgabe einer Verpackung, der Produktschutz – denn die Lebenszyklen von Verpackungen und Packgut sind eng miteinander verbunden.

Zudem ist der Anteil von Verpackungen am gesamten CO2-Footprint von verpackten Lebensmitteln oder anderen Produkten vergleichsweise gering. So beträgt deren Anteil am kumulierten Energieaufwand in der Regel nur fünf bis zehn Prozent, während 90 Prozent desselben durch Herstellung, Transport, Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel selbst verursacht werden. Die Nachhaltigkeit von verpackten Produkten kann demnach nur durch die Entwicklung von Verpackungskonzepten optimiert werden, die bei einem geringeren Materialeintrag und damit einem geringeren ökologischen Fußabdruck die mindesten notwendigen Schutzfunktionen bieten.

Ganzheitlicher Ansatz ist zielführend

Bei der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungskonzepten ist es der Anspruch von Multivac, die Rolle des Ideengebers für alle Stakeholder einzunehmen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Kunden, die bei der Entwicklung der verschiedenen Konzepte unterstützt werden. Erklärtes Ziel ist dabei, durch eine ganzheitliche Beratung dazu beizutragen, dass der ökologische Fußabdruck der Verpackungskonzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimiert wird. Hierbei profitiert Multivac nicht zuletzt von seiner Technologieführerschaft und von einer einzigartigen Nähe zu seinen Kunden – und zwar weltweit.

Ebenso greift Multivac in dieser Rolle auch auf das Know-how seiner strategischen Partner in der Folien­industrie zurück, mit denen gemeinsam die Entwicklung von nachhaltigen Konzepten vorangetrieben wird. Nicht zuletzt unterstützt Multivac unterschiedliche Nachhaltigkeitsinitiativen wie beispielsweise Save Food und Ceflex, die sich unter anderem mit der Entwicklung von Konzepten zur Einführung einer Kreislaufwirtschaft für die Verpackungsindustrie beschäftigen.

Über den Autor
Autorenbild
Danny Köppl

Produktmanager Folien und Verbrauchsmaterialien bei Multivac

Über die Firma
Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co.KG
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