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Roadmap für nachhaltige Folienverpackungen

Durch dünnere Folienlösungen kann der Ressourceneinsatz vermindert werden, ohne auf die Funktionalität der Verpackung zu verzichten.
Durch dünnere Folienlösungen kann der Ressourceneinsatz vermindert werden, ohne auf die Funktionalität der Verpackung zu verzichten.
(Bild: Südpack)

Vier Aktionsfelder greifen in der Roadmap eng ineinander und bilden den Rahmen für die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten und Verpackungskonzepten: Materialreduzierung, Recyclingfähigkeit, nachwachsende Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft. Forschung und Innovation sind für den Technologieführer dabei einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg: Im hauseigenen Entwicklungszentrum sowie auf der Versuchsanlage Multi Xtrusion und im Anwendungstechnikum werden neue Ansätze für Kunden entwickelt, getestet und schnell bis zur Marktreife geführt.

Leitplanken auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Auf der Fachpack 2019 stellte Südpack ihre Roadmap für nachhaltige Folienverpackungen erstmals einem internationalen Fachpublikum vor. Sie setzt zugleich die strategischen „Leitplanken“ für Ausbau und Verbesserung des eigenen Produktportfolios im Hinblick auf Nachhaltigkeit. „Uns ist bewusst, dass gerade Folienverpackungen mit einem veritablen Imageproblem kämpfen. Sie gelten als schlecht recycelbar und wenig nachhaltig“, erklärt Erik Bouts, Sprecher der Geschäftsführung für die Südpack-Gruppe. „Das stimmt so aber nicht: Folienverpackungen sind eine sehr nachhaltige Lösung. Sie leisten beispielsweise einen zentralen Beitrag im Kampf gegen den Verderb und Verlust von Lebensmitteln – bei deutlich geringerem Materialverbrauch als andere Verpackungslösungen. Und sie sind heute in vielen Fällen auch gut recycelbar.“

Als einer der Technologieführer in seinem Marktsegment hat Südpack in den vergangenen Jahren zur Entwicklung neuer Lösungen insbesondere für die Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen beigetragen – etwa als Partner von BASF im Chemcycling-Projekt. „Als Industrie sind wir in der Pflicht, neue Konzepte, Technologien und konkrete Lösungen zu entwickeln, die die Umwelt schützen“, so Bouts. „Innovation und Nachhaltigkeit gehen dabei Hand in Hand: Mit der Roadmap definieren wir insgesamt vier Aktionsfelder und setzen einen strategischen Rahmen, innerhalb dessen wir für und mit unseren Kunden nachhaltige Verpackungslösungen entwickeln.“

Der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für flexible Verpackungen ist ein essenzieller Schritt zum Erreichen einer nachhaltigeren Umwelt.
Der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für flexible Verpackungen ist ein essenzieller Schritt zum Erreichen einer nachhaltigeren Umwelt.
(Bild: Südpack)

Materialreduzierung: dünner, leichter, wertvoller

Das beginnt bereits beim schonenden Einsatz von Material und Ressourcen: Dünnere Folien verbrauchen weniger Material und sind leichter – was etwa beim Transport einen positiven Einfluss auf die Umwelt hat. Zudem muss Material, das von Anfang an eingespart wird, später nicht aufwendig recycelt werden. Deswegen hat sich Südpack zum Ziel gesetzt, die eigenen Verpackungslösungen dünner, leichter und dadurch nachhaltiger zu gestalten. Durch Downgauging konnten die Oberschwaben die Dicke bei einer Vielzahl ihrer Folien bereits reduzieren und so Materialeinsparungen von bis zu 50 Prozent erzielen. „Wir haben den Materialeinsatz reduziert, ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit zu machen“, betont Carolin Grimbacher, geschäftsführende Gesellschafterin. „Im Gegenteil: In allen Fällen ist es uns gelungen, unsere Folien trotz Materialeinsparungen noch leistungsfähiger zu machen.“ Zu diesen schlanken Lösungen zählen Südpack-Produkte aus der Veraplex World, der Multipeel Family, der Multifol Range sowie die Multi SV Skin.

Bereits im Handel ist die Verpackung des Pilotkunden Zott, die im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen 25 Prozent fossile Rohstoffe spart.
Bereits im Handel ist die Verpackung des Pilotkunden Zott, die im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen 25 Prozent fossile Rohstoffe spart.
(Bild: Südpack)

Recyclingfähigkeit: zertifizierte und maßgeschneiderte Lösungen

Die Möglichkeit der Wiederverwertung ist für Handel, Gesetzgebung wie auch die Endverbraucher ein wichtiges Kriterium für die Nachhaltigkeit von Verpackungen. In der Südpack-Roadmap nimmt die kontinuierliche Verbesserung der Recyclingfähigkeit deshalb einen zentralen Stellenwert ein. Das Angebot an besonders gut wiederverwertbaren Folienlösungen wurde in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Mit der XPEP-Line und der Pure-Line bietet das Unternehmen etwa Folienlösungen an, die auf Polyolefinen beziehungsweise Polypropylen basieren und damit besonders gut recycelbar sind. Dabei müssen Kunden und Verbraucher auf keine der gewohnten funktionellen Verpackungseigenschaften wie Peelbarkeit oder Wiederverschluss verzichten. Den hohen Grad an Recyclingfähigkeit der Südpack-Lösungen dokumentieren auch zahlreiche Zertifikate. So attestierte das renommierte Institut Cyclos-HTP der neuen Verpackungslösung Multipeel Pure PP aus der Pure-Line unlängst eine Recyclingfähigkeit von 95 Prozent. Mit der Multipeel Pure PP könnte Südpack jüngst den „Pack The Future“ Award in der Kategorie „Save Food“ gewinnen. Die Fachjury beurteilt die Lösung von Südpack als „ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Lebensmittelverpackungen, die sowohl Schutz als auch Wiederverschließbarkeit bieten, durch Gewichtsreduzierung gleichzeitig recyclingfähig und nachhaltig sein können.“

Go Green: Verpackungen aus und mit nachwachsenden Rohstoffen

Einen weiteren wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit bildet der Einsatz von Materialien, die auf nachwachsenden Rohstoffen beruhen. Als Alternative zu Erdöl-basierten Lösungen bietet Südpack seit einigen Jahren verstärkt mit der Xpect-Line auch Folien an, die zum Teil oder auch ganz aus Kunststoffen aus nachwachsenden Ressourcen wie Zuckerrohr oder Mais bestehen. Sie bieten dieselben Eigenschaften wie Folien aus petrochemisch erzeugten Kunststoffen, punkten aber mit ihrem signifikant besseren Carbon Footprint. Neben dem Einsatz von biobasierendem PE und PLA bietet Südpack seinen Kunden mit der Craft-Line zudem die Möglichkeit, Folienverpackungen mit Papier zu kaschieren.

Von der linearen zur Kreislaufwirtschaft

Der Aufbau einer echten Kreislaufwirtschaft für flexible Verpackungen ist ein weiteres wichtiges Aktionsfeld innerhalb der Südpack-Roadmap. Dabei beteiligen sich die Ochsenhausener Verpackungsexperten aktiv an der Einführung zukunftsweisender Technologien wie dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen. Als Partner im BASF-Projekt Chemcycling hat Südpack im vergangenen Jahr eine Folienverpackung für Lebensmittel komplett aus chemisch recyceltem Kunststoff hergestellt. Chemisches Recycling könnte das Recycling von Kunststoffen, wie auch Multilayerfolien, grundlegend revolutionieren: Während herkömmliche mechanische Recyclingprozesse immer ein Downcycling bedeuten, bei dem das Rezyklat keine Neuware-Qualität mehr erreicht, wird beim chemischen Recycling der Kunststoff wieder in seine chemischen Grundbausteine zurückgeführt. Diese können zur Herstellung neuer Kunststoffe verwendet werden. Aufgrund der Anwendung eines Massenbilanzansatzes sind chemisch recycelte Produkte nicht von den aus fossilen Rohstoffen hergestellten Produkten zu unterscheiden und können für den Einsatz im Lebensmittelbereich genutzt werden.

Aktuell arbeitet Südpack an mehreren Projekten. Mit dem Pilotkunden Zott wurde das bereits im Markt befindliche Produkt Zottarella auf eine neue und ressourcenschonende Verpackung umgestellt. Die neue Mozzarella-Folie wird nun anteilig mit recyceltem Material hergestellt und spart 25 Prozent fossile Rohstoffe gegenüber der bisherigen Verpackung ein. „Es sind Projekte wie Chemcycling, die uns in hoffentlich naher Zukunft zum Ziel bringen werden: rundum nachhaltige Folienverpackungen zum Schutz von Mensch und Umwelt herzustellen“, unterstreicht Grimbacher.

Über die Autorin
Autorenbild
Julia Gruber

Marketing, Südpack Verpackungen

Über die Firma
Südpack Verpackungen GmbH & Co. KG
Ochsenhausen
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