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Hotmelt-Klebetechnologie

Steinbach-Errani nutzt seit Kurzem die neue Hotmelt-Klebetechnologie

Pflegen – trotz Corona-bedingtem Abstand auf dem Foto – seit Jahren eine enge Zusammenarbeit: Wolfgang Pfeiffer (rechts) und Helmut Kampffmeyer (Mitte), beide Geschäftsführende Gesellschafter des Verpackungsmaschinenherstellers Steinbach-Errani, sowie Ludger Spoo, Area Manager OEM der Nordson Deutschland GmbH.
Pflegen – trotz Corona-bedingtem Abstand auf dem Foto – seit Jahren eine enge Zusammenarbeit: Wolfgang Pfeiffer (rechts) und Helmut Kampffmeyer (Mitte), beide Geschäftsführende Gesellschafter des Verpackungsmaschinenherstellers Steinbach-Errani, sowie Ludger Spoo, Area Manager OEM der Nordson Deutschland GmbH.
(Bild: Kimberly Wittlieb)

Der 1976 gegründete, in Langenfeld ansässige Produzent verschiedenster Sekundär- beziehungsweise Tertiär-Verpackungsmaschinen und peripherer Fördertechnik bedient vor allem die west-, mittel- und osteuropäische Lebensmittel- und Chemieindustrie sowie weitere Branchen mit oft als maßgeschneiderte Sonderlösungen konstruierten Kartonaufrichtern und -verschließern, Kartonpackern diverser Art oder etwa Kartondecklern. Darüber hinaus umfasst das Fertigungsprogramm unter anderem Etikettierer, Folienverpackungsmaschinen und Palettierer/Depalettierer.

Eine Spezialität des mittelständischen Unternehmens sind sogenannte Volumenoptimierer, die in erster Linie für den Online-Versandhandel konzipiert sind und einen immer größeren Anteil am Gesamtumsatz erzielen. Es handelt sich hierbei um Kartonverschließer, die mithilfe eines servomotorisch gesteuerten, höhenverstellbaren Multifunktionskopfs die Füllhöhe innerhalb jedes Behältnisses messen und dessen endgültige Höhe durch Rillung des Kartons exakt dem Inhalt anpassen.

Mit dieser besonderen Methode darf sich Steinbach-Errani unter der ohnehin relativ überschaubaren Zahl der Anbieter vergleichbarer materialsparender Anlagen eine gewisse Alleinstellung zubilligen. Entsprechend rege ist die Nachfrage des seit Jahren boomenden E-Commerce, an dem – so die Erkenntnis zum Zeitpunkt des Firmenbesuchs Anfang Mai 2020 – der Kelch der Corona-Pandemie offensichtlich vorbeigeht und so die Auswirkungen der Krise in diesem Segment auch den rheinländischen Verpackungsmaschinenbauer nicht so hart treffen.

Pro-Blue-Flex-Melter in der OEM-Variante.
Pro-Blue-Flex-Melter in der OEM-Variante.
(Bild: Kimberly Wittlieb)

Effizienter Kartonaufrichter mit zwei Magazinen

Bereits zu Beginn dieses Jahres konnten die ersten beiden mit Pro-Blue-Flex-Schmelzgeräten ausgestatteten Volumenreduzierer ausgeliefert werden. In der Werkshalle wurde die neue Melter-Generation an einem Doppel-Kartonaufrichter für einen Online-Versender von Kindergarten- und Schulbedarf demonstriert. Die zwei Magazine sind variabel auf Zuschnitt-Grundformate zwischen 300 x 400 mm und 400 x 600 mm ausgelegt. Die Maschine arbeitet im Höhenbereich von 150 bis 400 mm und realisiert eine typische Leistung von 15 Takten pro Minute. Erzeugt werden Fefco 0200-Kartons – also Faltschachteln ohne obere Klappe – in Doppelwellqualität.

Eine besondere Erwähnung verdient das „aktive“ Aufrichten der Zuschnitte. Dies bedeutet, dass sie nicht aufgedrückt, sondern aufgezogen werden; eine etwas aufwendigere, aber sicherere Methode. Anschließend wird die Unterseite mithilfe von zwei Hotmelt-Auftragsköpfen verklebt.

Am konkreten Beispiel des Kartonaufrichters beschreiben die beiden Geschäftsführenden Gesellschafter Helmut Kampffmeyer, der für den kaufmännischen Bereich zuständig ist, und Wolfgang Pfeiffer, der für den technischen Sektor verantwortlich zeichnet, erste positive Erfahrungen mit der innovativen Nordson-Technologie. Die Pro-Blue-Flex-Baureihe ist generell als modulares und skalierbares System konzipiert, das bei stets gleichbleibender kompakter Gehäusegröße von 570 x 517 x 367 mm nicht nur Endnutzern, sondern auch Maschinenbauern die Möglichkeit bietet, durch zahlreiche Optionen und Zubehör für sie optimale Varianten zusammenzustellen.

Mit einem neuen Schmelzgerät ausgerüsteter Doppel-Kartonaufrichter von Steinbach-Errani.
Mit einem neuen Schmelzgerät ausgerüsteter Doppel-Kartonaufrichter von Steinbach-Errani.
(Bild: Kimberly Wittlieb)

Einbindung in die Steuerung der Hauptmaschine 

„Für uns ist besonders wichtig“, betonen Helmut Kampff­meyer und Wolfgang Pfeiffer, „dass die Bedienung des Schmelzgeräts in das HMI der Anlage integriert werden kann. Alle Parameter sind am Display der Muttermaschine einstellbar und übersichtlich abrufbar. Zudem können im Vergleich zu früher bessere Sicherheitsstufen, zum Beispiel durch individuelle Passwörter, eingebaut werden. Die umfangreiche Speicherung der Daten und das Auslesen von Fehlern sind in der Praxis ebenfalls sehr hilfreich.“

Die vielfältigen Konnektivitätsoptionen, die alle Anforderungen an Industrie 4.0 erfüllen, gewährleistet das standardmäßige BBconn-Steuerungssystem, das in Kombination mit der von Nordson gleichfalls neu entwickelten BBconn-Cloud eine vollständige Fernbedienung und -wartung, eine erweiterte Diagnose sowie eine Echtzeitüberwachung ermöglicht. Die Einbindung in das HMI der Muttermaschine sei problemlos gewesen, zumal Nordson wertvolle Hilfestellung bei der Programmierung gegeben habe.

In diesem Zusammenhang hebt das Steinbach-Errani-Management die bereits seit vielen Jahren bestehende gute Zusammenarbeit mit dem Klebetechnikspezialisten hervor, dessen Europazentrale in Erkrath beheimatet ist; namentlich mit Ludger Spoo, dem zuständigen Area Manager OEM. Dieser verweist ergänzend auf einige Ausbau-Varianten, welche die Pro-Blue-Flex-Plattform bietet.

So gibt es sowohl die End-User- als auch die OEM-Version, die sich im Wesentlichen in der Möglichkeit der Bedienung beziehungsweise Steuerung unterscheiden, nicht nur als klassisches, manuell nachfüllbares Tankgerät – ein solcher wird bei dem beschriebenen Kartonaufrichter genutzt -, sondern auch in einer quasi tanklosen Melt-on-Demand-Ausführung mit volumenreduziertem Reservoir und automatischer Klebstoff-Zufuhr. Diese Smart-Melt-Funktion genannte bedarfsgerechte Aufschmelzung birgt erhebliches Einsparpotenzial hinsichtlich Energiekosten und Materialeinsatz, das durch zusätzlich integrierbare Funktionen wie eine Hotmelt-Durchflusskontrolle oder etwa eine Auftragsmustersteuerung noch gesteigert werden kann.

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