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In Glas verpackt

Alkoholfreie Getränke-Alter­nativen erobern die Branche

Mit ihrer Range an schäumenden Getränken aus alkoholfreiem Wein – oder umgangssprachlich »alkoholfreiem Sekt« – hat sich die bekannte Sektkellerei bereits seit Jahren fest in der Branche der alkoholfreien Getränkealternativen etabliert und ist Marktführer in Deutschland.
Mit ihrer Range an schäumenden Getränken aus alkoholfreiem Wein – oder umgangssprachlich „alkoholfreiem Sekt“ – hat sich die bekannte Sektkellerei bereits seit Jahren fest in der Branche der alkoholfreien Getränkealternativen etabliert und ist Marktführer in Deutschland.
(Bild: Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien)

Alkoholfreies Bier steht schon lange in den Supermarktregalen, und in den letzten Jahren ist auch die Auswahl an „alkoholfreiem Sekt“ (rechtlich korrekt: „schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein“) stetig gestiegen – ebenso wie sein Absatz. Doch damit nicht genug: Auch Wein oder Spirituosen gibt es mittlerweile immer häufiger in alkoholfreien Varianten zu kaufen. Und das Interesse der Verbraucher steigt. Nicht nur die reguläre Gastronomie greift diese Noch-Nische auf. Mittlerweile kann in ausgewählten Bars alkoholfrei gefeiert werden, und in ganz Europa fand im letzten Jahr die „Sober Sensation“, eine Partyreihe ohne alkoholische Getränke, statt.

Die Herstellung von alkoholfreien Getränkealternativen ist allerdings nicht ohne. Das haben die Brauer bereits vor Jahren festgestellt, als alkoholfreies Bier auf den Markt kam. Und Winzer und Destillateure stehen vor demselben Problem: Alkohol wirkt auf den Geruchssinn ein und beeinflusst maßgeblich den Geschmack durch eine komplexe Zusammensetzung von Aromen. Diese entstehen durch Gärung und Destillation und zeichnen einen guten Wein, Gin oder Likör aus. Bei der sogenannten Entalkoholisierung muss also behutsam vorgegangen werden, um als Ergebnis nicht nur Fruchtsaft oder geschmackloses Wasser zu erhalten. Doch auch Alternativen, die ab Beginn der Herstellung keinen Alkohol enthalten, haben es in sich.

Als Verpackung haben sich die Gründer von Laori, einem alkoholfreien Gin, für eine leicht bauchige Glasflasche mit langem Hals und Holzdeckel entschieden.
Als Verpackung haben sich die Gründer von Laori, einem alkoholfreien Gin, für eine leicht bauchige Glasflasche mit langem Hals und Holzdeckel entschieden.
(Bild: Beyond Drinks)

Egal welcher Herstellungsprozess gewählt wird: Das Wichtige ist, dass das Ergebnis den alkoholhaltigen Getränken im Geschmack in nichts nachsteht. Eine teils knifflige, aber nicht unmögliche Aufgabe.

Wie das funktionieren kann, zeigen die folgenden Beispiele. Was die drei Marken und Unternehmen gemeinsam haben: Sie alle verpacken ihre Produkte in Glas. Denn Glas lässt sich nicht nur individuell gestalten und somit ein Produkt einzigartig repräsentieren, sondern garantiert dank seiner praktisch inerten Eigenschaft außerdem den natürlichen Geschmack des Inhalts. Wer so viel Aufwand in das perfekte Aroma seines Getränkes investiert, will es schließlich auch in einer sicheren Verpackung wissen. Nicht zuletzt punktet Glas mit der Tatsache, dass es zu 100 Prozent ohne Qualitätsverlust recyclingfähig ist.

Rotkäppchen: Alkoholfreier Wein Riesling und Spätburgunder

Alkoholfreie Alternativen sind für Rotkäppchen kein Neuland. Mit ihrer Range an schäumenden Getränken aus alkoholfreiem Wein – oder umgangssprachlich „alkoholfreiem Sekt“ – hat sich die bekannte Sektkellerei bereits seit Jahren fest in der Branche der alkoholfreien Getränkealternativen etabliert und ist Marktführer in Deutschland. Nun haben sie das Sortiment erweitert: um die ersten rebsortenreinen alkoholfreien Weine. „Mit unseren alkoholfreien Rebsorten Riesling und Spätburgunder haben wir etwas Neues gewagt und die Lieblingsweinsorten der Deutschen als alkoholfreie Variante auf den Markt gebracht“, berichtet Cathrin Duppel, Marketing Direktor der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien. „Dabei haben wir ganz klar von unserem bisherigen Know-how aus der Produktion des alkoholfreien Sekts profitiert und hier ebenfalls unsere innovative Spinning-Cone-Technologie angewandt.“

Dieses moderne Verfahren gewährleistet eine schonende Entalkoholisierung der Weine, ohne dass Geschmack und Aromen verloren gehen. „Wir lassen den Alkohol bei einem hohen Vakuum und ungefähr 35 Grad verdampfen und fangen dabei das natürliche Bukett, also die geschmacksgebenden Komponenten, auf“, erklärt Duppel weiter. „So haben wir zwei Neuprodukte für eine Verbrauchergruppe geschaffen, die bewusst auf Alkohol aber nicht auf den Geschmack von gutem Wein verzichten möchte.“ Verpackt werden die Weine in der traditionellen Glas-Weinflasche und reihen sich somit perfekt in die Range der Rotkäppchen-Weine ein.

Laori: Die alkoholfreie Alternative zu Gin

Ebenso wie der Begriff „alkoholfreier Sekt“ ist auch „alkoholfreie Spirituose“ ein Widerspruch in sich. Richtig ist: alkoholfreie Alternative zu Spirituosen. Und genau solch eine Alternative haben Stella-Oriana Strüfing und Christian Zimmermann mit Laori entwickelt. „Die Idee für Laori entstand eines Abends in einer Bar in Berlin. Ich war mit Freunden aus und wollte keinen Alkohol trinken. Die Idee ließ mich nicht mehr los, und ich begann, in meiner eigenen Küche zu destillieren“, erzählt Stella-Oriana Strüfing. Gemeinsam tüftelte das Gründer-Duo mit seiner gemeinsamen Food-Tech- und Business-Expertise daran, einen Drink für den alkoholfreien „Gin“-Genuss zu entwickeln. „Für Laori haben wir die Herstellerweise von alkoholfreien Alternativen zu Spirituosen komplett neu gedacht“, so Strüfing. „Unser Verfahren baut auf der traditionellen Herstellungsweise der Parfümdestillation in Frankreich auf. Die Kräuter und Gewürze werden dabei besonders schonend einzeln auf Wasserbasis destilliert.“ Das Ergebnis ist der Laori Juniper No 1, dem man es nicht anmerkt, alkoholfrei zu sein.

Als Verpackung haben sich die Gründer von Laori für eine leicht bauchige Glasflasche mit langem Hals und Holzdeckel entschieden. „Stilvoller und gleichzeitig nachhaltiger Genuss sind uns wichtig. Deswegen haben wir uns für eine schlichte und individuelle Glasflasche entschieden“, sagt Christian Zimmermann. „Mit Glas als Verpackung ist das Feeling bei unserem Laori damit das gleiche, wie bei Spirituosen. Die Glasflasche ist leicht zu greifen und der Flaschenhals entspricht gerade im Bargebrauch den perfekten Maßen.“ Mit ihrem Unternehmen engagieren sich die beiden Gründer aktiv für die Umwelt und die kommenden Generationen – und schaffen ein besonderes Geschmackserlebnis ganz ohne Alkohol.

Kolonne Null: Start-up mit alkoholfreien Weinen

Beim Berliner Start-up Kolonne Null steckt der nicht vorhandene Alkohol bereits im Namen. Doch auch an anderer Stelle steht bei den Geschäftsführern Moritz Zyrewitz und Philipp Rößle eine Null auf dem Papier: Sie besitzen nämlich weder Weinberge noch eine Kelterei. „Unsere alkoholfreien Weine produzieren wir in Kooperation mit bekannten und prämierten Weingütern“, erläutert Zyrewitz das Unternehmenskonzept. „Gemeinsam mit unseren Partnerwinzern wählen wir die besten Ausgangsweine aus und entziehen diesen in unserer Produktion den Alkohol.“

Um hier den perfekten Geschmack zu erreichen, war einiges an Forschung nötig. „Bei unserem Verfahren verändert sich der Wein. Neben zwölf Prozent Alkohol verliert der Wein auch einige leicht flüchtige Aromastoffe. Diesen Verlust auszugleichen, ist das Ziel unserer Produktentwicklung. Die Mischung aus am besten geeigneten Roh-Weinen, Verfahrensoptimierung und finaler Feinabstimmung der Produkte macht hier den Unterschied“, so Rößle. Dass es ihnen gelungen ist, diese Hürde zu überwinden, zeigt die Begeisterung der Verbraucher für die alkoholfreien Weine: Seit der Gründung wächst Kolonne Null stetig – sowohl in der Anzahl der produzierten Weine als auch im Absatz.

Im Jahr 2019 verkauften die Berliner mehr als 100.000 Liter ihrer alkoholfreien Weinkreationen. Natürlich in Glasflaschen. „Für uns ist diese Verpackung selbstverständlich, damit wir die Qualität unserer Produkte gewährleistet wissen“, so Zyrewitz. Perspektivisch steht für die Berliner auch ein Rotwein auf dem Programm.

Der Blick in die Praxis zeigt: Alkoholfreie Getränke und Glas bilden ein gutes Team. Denn so schützt die Verpackung nicht nur ein hochwertiges Produkt, sondern wird auch dem Aufwand der Produktion mehr als gerecht.

Über die Autorin
Autorenbild
Dorothée Richardt

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bundesverband Glasindustrie e. V.

Über die Firma
Bundesverband Glasindustrie e.V. Fachgruppe Behälterglasindustrie
Düsseldorf
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