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Deutsche Faltschachtel-Industrie zeigt sich robust

Das zweite Quartal 2020 führte in zahlreichen Faltschachtel-Segmenten für Konsumgüter des täglichen Bedarfs wie beispielsweise in den verschiedenen Produktbereichen des Lebensmittel- und Hygiene-Sektors oder der Pharmazie zunächst zu einem gesteigerten Orderverhalten und einer erhöhten Produktionstätigkeit.
Das zweite Quartal 2020 führte in zahlreichen Faltschachtel-Segmenten für Konsumgüter des täglichen Bedarfs wie beispielsweise in den verschiedenen Produktbereichen des Lebensmittel- und Hygiene-Sektors oder der Pharmazie zunächst zu einem gesteigerten Orderverhalten und einer erhöhten Produktionstätigkeit.
(Bild: FFI)

 

In diesem Anstieg ist allerdings eine technische Korrektur der Meldesystematik beim Statistischen Bundesamt enthalten. Beim Gesamtmarkt kommt es dadurch zu einer Zurechnung, die einen unmittelbaren Vergleich mit dem Vorjahr nicht ermöglicht. Aussagekräftiger ist deshalb die Entwicklung bei den Mitgliedern des Fachverbands Faltschachtel-Industrie e.V. (FFI), die zwei Drittel des Produktionswertes und etwas mehr als die Hälfte des Volumens der Gesamtbranche ausmachen. Bei den FFI Mitgliedern stieg das Produktionsvolumen um 2,3 Prozent, während der korrespondierende Produktionswert um 3,3 Prozent zunahm. Das bestätigt insgesamt eine Robustheit der Faltschachtel-Industrie, die in den letzten drei Jahren kontinuierlich leicht gewachsen ist. Unabhängig davon besteht aber nach wie vor ein hoher Preisdruck in Europa, der rechnerische Produktionswert produzierter Faltschachteln ist um 5 Prozent auf 2.037 Euro pro Tonne zurückgegangen. „Wir haben bis zum Beginn der Corona-Krise von der gesamtökonomischen Situation mit guter Konsumlaune und höherer Anschaffungsneigung profitiert, stehen aber insgesamt in einem sehr starken europäischen Wettbewerb, dem wir uns aktiv stellen“, sagt Andreas Helbig, Sprecher des FFI Vorstands. Im europäischen Vergleich steht die deutsche Faltschachtel-Industrie für rund ein Fünftel des europäischen Produktionsvolumens. Damit ist sie etwa doppelt so groß wie Großbritannien, Frankreich oder Italien.

Sondereffekte im Jahr 2020

Das laufende Geschäftsjahr steht vor allem im Zeichen von Corona. Im ersten Halbjahr 2020 ist das Produktionsvolumen der deutschen Faltschachtel-Industrie gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent gestiegen und der korrespondierende Produktionswert um 0,4 Prozent. Bei FFI Mitgliedern liegen die Zuwächse bei 5,7 Prozent (Produktionsvolumen) bzw. 0,3 Prozent (Produktionswert).

Für das dritte Quartal 2020 liegen gegenwärtig nur die Daten von den FFI Mitgliedern vor. Demnach ging die Produktionstätigkeit um 1,3 Prozent zurück im Vergleich zum korrespondierenden Sommerquartal 2019. Der entsprechende Produktionswert reduzierte sich um 5,3 Prozent.

Diese Daten für 2020 bestätigen die speziellen Corona-Sondereffekte und ähneln der wellenförmige Entwicklung der Infektionszahlen in Deutschland. Insbesondere das zweite Quartal 2020 führte in zahlreichen Faltschachtel-Segmenten für Konsumgüter des täglichen Bedarfs wie beispielsweise in den verschiedenen Produktbereichen des Lebensmittel- und Hygiene-Sektors oder der Pharmazie zunächst zu einem gesteigerten Orderverhalten und einer erhöhten Produktionstätigkeit. Auch Kernmarken und auflagenstarke Produkte aus dem Süßwaren-Sortiment waren stark nachgefragt. Gleiches galt für die Segmente Zigarette, Hobby/Spiele. Aus dem Kosmetiksegment waren dagegen einzig die Haarcolorationen ein Produktsegment, das von Kunden aus Markenartikelindustrie und Handel verstärkt beauftragt wurde. Diesen positiven Entwicklungen standen allerdings zum Teil deutliche Rückgänge bei anderen Produkten gegenüber, insbesondere bei höher veredelten Faltschachteln für dekorative Kosmetik und Düfte oder Spirituosen sowie andere Segmente wie Textil / Schuhe, Automotive, Industrie-und Bürobedarf und nicht zuletzt im Foodservice-Bereich (außer Home Delivery, ToGo).

Im Vergleich mit den sich abschwächenden Daten für das anschließende dritte Quartal 2020 bringt diese Entwicklung eine gewisse Egalität zum Ausdruck. Nach einer deutlichen Auffüllung der Lieferkette und der Lagerbestände ging die Ordertätigkeit merklich zurück und hat in einzelnen Teilsegmenten zu einer Normalisierung der Bevorratung geführt. Jüngst wurde in der Faltschachtel-Industrie dagegen schon wieder von einer „2. Welle“ der Produktionstätigkeit berichtet. Daraus lassen sich aber keine stabilen Prognosen für das Gesamtjahr ableiten. Sicherlich werden sich die Verluste in den Bereichen, in denen hochveredelte Faltschachteln zum Einsatz kommen, wie der Kosmetik oder anderen Luxus-Segmenten nicht wieder kompensieren lassen. Auf der anderen Seite könnten die abermaligen temporären Schließungen des Gastronomiebereichs zu einem erhöhten Absatz bei Faltschachteln für Lebensmittel führen.

Faltschachtel-industrie nachhaltig, versorgungssicher und systemrelevant

Die Sondersituation mit veränderten Hygienevoraussetzungen und Gesundheitsschutz in der Produktion sowie logistischen und organisatorischen Herausforderungen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit hat die Faltschachtel-Industrie bislang gut bewältigt.

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass eine Versorgung der Bevölkerung ohne in Faltschachteln verpackte Lebensmittel und Produkte nicht möglich ist. „Wir freuen uns, dass die Verpackung als integraler Bestandteil der Versorgungskette gewürdigt und somit als systemrelevant bewertet wurde“, so Andreas Helbig. Zu diesen aktuellen Herausforderungen kommen für die Faltschachtel-Industrie grundsätzliche Diskussionen rund um die Umweltrelevanz von Verpackungen, die auch die Zukunft beherrschen werden. Eine Substitution anderer Verpackungsmaterialien durch Faltschachteln kann aktuell zwar noch nicht belegt werden. Tatsache ist allerdings, dass sie als Kreislaufverpackung nicht nur das Produkt schützt, sondern aus einer nachwachsenden Quelle stammt und nach Gebrauch recycelt wird.

Über den Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V. (FFI)

Der FFI – Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V. vertritt seit 1948 die Interessen von mehr als 60 Unternehmen mit über 80 Produktionsstandorten dieses Industriezweigs, der jährlich ca. 950.000 Tonnen Faltschachteln produziert, was einem Produktionswert von rund 1,94 Mrd.Euro entspricht. Die FFI-Mitglieder repräsentieren dabei rund zwei Drittel des Branchenumsatzes. Die Faltschachtelbranche beschäftigt ca. 9.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielfältigen Berufsbildern. Branchenspezifische Berufe wie Verpackungsingenieur, Drucker, Packmitteltechnologe, Verpackungsentwickler oder Mediengestalter gehören ebenso dazu wie kaufmännische, technische und logistische Berufe. Traditionell zeigt sich die Industrie mit derzeit rund 700 Auszubildenden zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst. Der FFI unterstützt seine Mitglieder mit vielfältigen Produkten sowie Dienstleistungen und trägt so nachhaltig zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei. Das Gremien- und Informationsangebot des FFI ist einmalig in Europa. Er sorgt systematisch für Know-how Transfer und Kompetenzsteigerung durch Informationsveranstaltungen und Fortbildungsseminare, aber auch mit Leitfäden, Richtlinien, Mustern und Checklisten.

 

 

 

 

Über die Firma
FFI Fachverband Faltschachtel-Industrie e. V.
Frankfurt am Main
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