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Elektronische Positionsanzeigen bei der Formatverstellung

Die Positionsanzeige AP05 zeigt mit grünen Status-LEDs an, dass die Maschineneinstellung korrekt ist – und der Verpackungsprozess kann starten.
Die Positionsanzeige AP05 zeigt mit grünen Status-LEDs an, dass die Maschineneinstellung korrekt ist – und der Verpackungsprozess kann starten.
(Bild: Somic)

Das Unternehmen Somic baut Endverpackungsmaschinen, also Lösungen für Sekundär- und Tertiärverpackungen. Dazu gehören Wrap-around-Packer, Tray-Packer oder Tray-Deckel-Packer sowie Maschinen für Display-Verpackungen, die Kunden im Supermarkt präsentiert werden. Hier ist entweder beim Wrap-around-Karton eine typische Aufreißperforation vorhanden, oder bei der Tray-Deckel-Version wird der Deckel entfernt und das Produkt im Tray präsentiert.

Maschinen von Somic zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass der jeweilige Karton um das Produkt in seiner Primärverpackung herumgefaltet und nicht wie bei anderen Herstellern das Produkt über Picker in einen vorgefalteten Karton eingesetzt wird. In der Regel besteht eine Verpackungsmaschine aus der Produktzuführung, über die die Einzelprodukte in eine sogenannte Sammelgruppe gelangen. Typischerweise ist dies ein Fächersammler, der die Produkte so gruppiert, wie sie auch später im Karton stehen sollen. Je nachdem, ob es sich um eine einteilige oder eine zweiteilige Verpackung handelt, wird ein flacher Kartonzuschnitt von einem oder zwei Kartonmagazinen aus weitertransportiert, bis das gruppierte Produkt auf den flachen Zuschnitt geschoben werden kann. Dieser wird schließlich um das vom Faltkopf geschützte Produkt herumgefaltet, was für das Produkt eine schonende Handhabung bedeutet. In der nächsten Station wird das Produkt dann verdeckelt oder individuell verschlossen, je nachdem, ob es sich um eine Wrap-around- oder eine Deckel-Tray-Maschine handelt.

Positionsanzeigen: eindeutig und gut ablesbar

Für mögliche Formatverstellungen auf veränderte Produkt- oder Verpackungsgrößen sind in allen Somic-Maschinen mechanische Positionsanzeigen von Siko, ein Spezialist für industrielle Mess- und Antriebstechnik, verbaut. „Mit Siko verbindet uns bereits eine langjährige, gute Zusammenarbeit, was die mechanischen Positionsanzeigen angeht“, betont Dr. Johann Härtl, Leiter der Konstruktion bei Somic. „Seit nun circa neun Jahren setzen wir auch auf die elektronischen, busfähigen Siko-Anzeigen, zunächst die AP04 und inzwischen das Nachfolgemodell AP05. Diese sind sehr kompakt, einfach in die Maschinensteuerung zu integrieren und sehr bedienerfreundlich im Hinblick auf Ablesbarkeit und Eindeutigkeit.“

Verstellungen bei Somic-Kundenmaschinen sind sehr unterschiedlich: Es gibt Maschinen mit nur einer einzigen Formateinstellung, sogenannte Highrunner-Linien. Andere Kunden dagegen haben bis zu 20 oder 30 Formate auf den Anlagen und nutzen die volle Flexibilität aus. Manche fertigen sogar Wrap-around- und Tray-Verpackungen auf einer einzigen Maschine, wo unterschiedliche Produkte verpackt werden müssen. Somic deckt ein großes Produktspektrum im Food-Bereich, aber auch bei Non-Food, Pharmazie und Kosmetik ab. Dazu Härtl: „Alles, was im Supermarkt in einer Tray-Verpackung steht, könnte in einer Somic-Maschine verpackt worden sein!“

Mit elektronischen Positionsanzeigen wird die Umrüstung nicht nur prozesssicher, sondern auch schneller.
Mit elektronischen Positionsanzeigen wird die Umrüstung nicht nur prozesssicher, sondern auch schneller.
(Bild: Somic)

Prozesssicherheit mit Rot-/Grün-System

Die Vorteile der überwachten Formatverstellung, wie sie durch die Integration der elektronischen Siko-Positionsanzeigen möglich ist, sind kurze Umrüstzeiten, eine ergonomische Bedienung und eine hohe Prozess­sicherheit. Der Bediener wählt das jeweilige Format, das in der Maschinensteuerung als Rezept hinterlegt ist, einfach an, und die Maschinensteuerung sendet die neuen Sollwerte an die zu verstellenden Anzeigen. Die hinterleuchteten LCD-Displays sind gut ablesbar und darüber hinaus mit grünen und roten Status-LEDs versehen. Wenn über das Drehen einer Kurbel der korrekte Wert erreicht ist, springt die LED auf Grün um: Position erreicht. Andernfalls leuchtet die LED weiterhin rot und es muss nachjustiert werden. Zudem zeigen Pfeile auch bequem die Richtung an, in die verstellt werden muss. Da durch die Kommunikationsschnittstelle der Positionsanzeigen in der Maschinensteuerung immer die aktuellen Positionsinformationen vorliegen, wird effektiv ausgeschlossen, dass beim Wiederanfahren der Maschine fehlerhafte Einstellungen zu Qualitätsproblemen oder sogar Beschädigungen an Maschinenteilen führen könnten. Die Verstellung mit elektronischen Anzeigen ist gerade bei Maschinen mit vielen Verstellpunkten und häufigen Wechseln effizienter. Die Maschine hat alle Vorgabewerte eingespeichert; Sollpositionen müssen nicht mehr händisch aus Formatlisten herausgesucht werden.

Überwachte Formatverstellung und „Quick Change Prinzip“

Die Faktoren Zeitersparnis und Effizienz werden bei Somic nicht nur über elektronische Positionsanzeigen beim Formatwechsel, sondern auch über das „Quick Change Prinzip“ ermöglicht. Hierbei werden Formatteile im Ganzen in der Maschine gewechselt. Dazu reicht ein Schnellhebelverschluss, durch den kein weiteres Werkzeug benötigt wird. Zusammengenommen (Verstellung durch elektronische Positionsanzeige und Quick Change Prinzip) können die Verpackungsmaschinen von Somic deutlich effizienter auf neue Maße umgerüstet werden. Die Resonanz der Kunden auf die elektronisch überwachte Formatverstellung ist sehr positiv, kommentiert Härtl: „Die Ausrüstung mit der AP05 ist optional; standardmäßig sind mechanische Siko-Zähler verbaut. Der Trend geht aber ganz klar zu den elektronisch überwachten Anzeigen, zumal circa 90 bis 95 Prozent unserer Maschinen Formatverstellungen erfordern.“ Circa 50 % der Kunden setzen bereits auf die elektronische Variante, wobei Somic hier noch einen weiteren Anstieg erwartet. Härtl hierzu: „Die Digitalisierung der Maschinen nimmt weiter zu. Und die AP05 ist ein Sensor mehr, der mir hilft, Maschinendaten aufzunehmen. So weiß ich beispielsweise auch, wann ich mit welcher Charge welche Einstellung gefahren habe und kann die Daten speichern.“

Nächster Schritt: Vollautomatisierung

Der nächste Ausbauschritt wäre die Vollautomatisierung der Formatverstellung über Stellantriebe. Hier werden bei Somic bereits erste Konzepte erprobt, da auf Kundenseite der Wunsch nach einer zunehmenden Flexibilisierung der Maschinen bei gleichzeitig großer Prozesssicherheit hoch ist, um möglichst wirtschaftlich viele verschiedene Formate abbilden zu können. Je mehr Verstellpunkte es gibt und je häufiger die Formate gewechselt werden müssen, desto interessanter wird die vollautomatische Verstellung. Somic ist hinsichtlich vollautomatischer Stellantriebe bereits mit Siko im Gespräch. „Wir unterstützen gern bei Weiterentwicklungen und neuen Projekten“, betont Moritz Müller, Produktmanager Position-Line bei Siko. „Dazu zählen beispielsweise die Einbindung von IO-Link-Schnittstellen zur Vereinfachung der Integration in die Maschinensteuerung oder die Vollautomatisierung über unsere anbaukompatiblen Kompaktstellantriebe.“

Über die Autorin
Autorenbild
Michaela Wassenberg, freie Journalistin

Über die Firma
SIKO GmbH
Buchenbach
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