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Nachhaltigkeit

Beiersdorf bringt Verpackungen aus zertifiziertem erneuerbarem Kunststoff auf den Markt

Gesichtspflegeprodukte der Nivea Natural Balance-Serie in den innovativen, umweltfreundlicheren Verpackungen.
Gesichtspflegeprodukte der Nivea Natural Balance-Serie in den innovativen, umweltfreundlicheren Verpackungen.
(Bild: Beiersdorf)

„Wir sind stolz, im Bereich der erneuerbaren Kunststoffverpackungen ein Vorreiter in unserer Industrie zu sein. Die ambitionierten Ziele, die wir uns mit unserer Nachhaltigkeitsagenda Care Beyond Skin gesetzt haben, werden mit viel Engagement und harter Arbeit schrittweise in die Tat umgesetzt“, so Jean-François Pascal, Vice President Corporate Sustainability bei Beiersdorf.

Hohe Ansprüche an das Material

Begonnen hat das Projekt zunächst damit, dass der Markt für alternative Kunststoffe umfassend analysiert wurde. Die Anforderungen an das Material waren hoch, denn Beiersdorf möchte nachhaltiger werden, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen. „Zu unseren hochwertigen Hautpflegeprodukten gehört natürlich auch eine ebenso hochwertige Verpackung, die vielen Anforderungen gerecht werden muss“, sagt Michael Becker, Head of Global Packaging Development bei Beiersdorf. „Dazu gehören einerseits optische und haptische Ansprüche, die unsere Verwenderinnen und Verwender von Nivea gewohnt sind, aber auch die vollständige Recyclingfähigkeit – im Sinne der angestrebten Kreislaufwirtschaft.“

Tiegel aus zertifiziertem Material aus erneuerbaren Rohstoffen.
Tiegel aus zertifiziertem Material aus erneuerbaren Rohstoffen.

(Bild: Beiersdorf)

Beiersdorf hat sich zum Ziel gesetzt, 50 % weniger erdölbasiertes Neuplastik bis 2025 einzusetzen – ebenso sollen alle Verpackungen wiederverwendbar, wiederbefüllbar oder recyclingfähig sein. Zudem war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Rohstoffs und des Lieferanten, dass das sogenannte „Feedstock-Konzept“ auf einem Ausgangsmaterial der zweiten Generation basiert. Das war mit Tallöl gegeben. Eine Verpackung aus Zuckerrohr oder Mais herzustellen und sich damit einer Nahrungsquelle zu bedienen, kam nicht in Frage. „Der zertifizierte, erneuerbare Kunststoff, den wir von Sabic beziehen, hat keinerlei visuelle Auffälligkeiten oder sonstige nachteilige Eigenschaften. Demzufolge ist der Tiegel aus erneuerbarem PP weder optisch noch haptisch von der bisherigen Verpackung zu unterscheiden. Zudem verfolgt Sabic mit seinem Feedstock-Konzept einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Das hat uns überzeugt“, erläutert Hannah Rasel, Senior Packaging Specialist bei Beiersdorf.

Julia Wiedemann und Hannah Rasel arbeiteten mit einem funktionsübergreifenden Team an der Verpackungsinnovtion.
Julia Wiedemann und Hannah Rasel arbeiteten mit einem funktionsübergreifenden Team an der Verpackungsinnovtion.

(Bild: Beiersdorf)

Nachhaltige Lieferantenwahl

Für das neue Verpackungskonzept ist Beiersdorf auch neue Wege im Einkauf gegangen, wie Isabel Hochgesand, Chief Procurement Officer von Beiersdorf, erläutert: „Wir steigen jetzt viel früher und tiefer in der Lieferkette ein und bauen dort neue Lieferantenbeziehungen auf. Nachhaltiger zu werden bedeutet, als Hersteller auch die Entwicklung neuer Materialien entlang der Wertschöpfungskette voranzutreiben. Wir gehen über bisherige Lieferantenbeziehungen hinaus und bringen Vorlieferanten mit unseren Tier-1-Lieferanten zusammen.“ In der Tat hatte Beiersdorf Sabic selbst identifiziert und dann mit an den Tisch gebracht, um zusammen mit dem langjährigen Lieferanten der Gesichtspflegetiegel Berry Global die Umstellung auf die nachhaltigere Verpackung umzusetzen. Beiersdorf erachtet diese Vorgehensweise als mitentscheidend dafür, dass das Projekt von der Idee bis zur Umsetzung in nur neun Monaten realisiert werden konnte. „Wir brauchen diese starken Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette und sind sehr froh, dass wir mit unseren Lieferanten Berry Global und Sabic eine so gute Kooperation aufsetzen konnten“, ergänzt Julia Wiedemann, Global Category Manager Sustainable Packaging im Einkauf bei Beiersdorf.

Prinzip der Massenbilanzierung

Die neue, nachhaltigere Verpackung, die Beiersdorf für seine Nivea Natural Balance Gesichtspflegeprodukte nun einführt, basiert auf dem Prinzip der Massenbilanzierung in Übereinstimmung mit dem International Sustainability & Carbon Certification (ISCC PLUS) Schema. Die Rohstoffbasis für den nachwachsenden Kunststoff ist zertifiziertes, erneuerbares Tallöl, ein Feedstock der zweiten Generation und Nebenprodukt der Forstwirtschaft. Es ersetzt Rohöl und wird nach dem Prinzip der Massenbilanzierung nahtlos in den Herstellungsprozess integriert – ohne dass ein eigener Produktionsdurchlauf aufgesetzt werden muss.

Neue Verpackung ermöglicht Klimaneutralisierung

Die Umstellung der Verpackung auf erneuerbares Plastik hat nicht nur den Vorteil, dass fossile Ressourcen geschont werden, sondern auch, dass damit eine Reduktion von CO2-Emissionen einhergeht. Pro hergestelltem Tiegel werden ca. 76 g CO2e eingespart, eine Reduktion von rund 60 % im Vergleich zum Ausgangsprodukt. Das Projekt zahlt daher auch auf das Klimaziel des Unternehmens ein, 30 % absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen über die gesamte Wertschöpfungskette (Scope 1-3) bis 2025 zu realisieren. Verbleibende Emissionen, die sich bei der Herstellung des Produkts nicht vermeiden oder reduzieren lassen, werden bei den Nivea Natural Balance Tiegeln mithilfe von Aufforstungsprojekten ausgeglichen, d.h. klimaneutralisiert. Dies ist neu für Beiersdorf und seine größte Hautpflegemarke. Das acht Produkte umfassende Gesichtspflegeangebot wird deutlich erkennbar als „klimaneutralisiert“ im Regal stehen.

4R’s für nachhaltigere Verpackungen

Für Beiersdorf spielt das Thema nachhaltige Verpackungen eine zentrale Rolle. Entlang der 4R’s (Reduce – Reuse – Recycle – Replace) wird intensiv daran gearbeitet, in allen Dimensionen Verbesserungen zu erzielen und neu zu denken. Dazu zählen der Einsatz von erneuerbaren Rohstoffen ebenso wie die Materialreduktion (Reduce) und Refill-Konzepte (Reuse), sowie gänzlich plastikfreie Verpackungen (Replace). Mit den 4R’s verfolgt Beiersdorf seinen „Plastik Pledge“, mit dem für 2025 folgende Ziele definiert sind: 100 % der Verpackungen auf recycelbare, wiederbefüllbare oder wiederverwendbare Verpackungen umzustellen, den Rezyklat-Anteil bei Plastikverpackungen auf 30 % zu erhöhen, sowie den Einsatz von erdölbasiertem Neuplastik um 50 % zu reduzieren. Diese Ziele sind Teil der Nachhaltigkeitsagenda Care Beyond Skin, mit der sich das Unternehmen unter anderem Ziele zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und für den Klimaschutz gesetzt hat.

Eva Bredehorst, Global Packaging Sustainability Manager bei Beiersdorf
Eva Bredehorst, Global Packaging Sustainability Manager bei Beiersdorf

(Bild: Beiersdorf)

Beiersdorf auf der Packaging Summit

Am 7. und 8. Juli 2021 findet der bereits 4. Packaging Summit statt, eine Veranstaltung der Redaktionen von neue verpackung und Werben & Verkaufen. Auch in diesem Jahr haben wir wieder ein spannendes Programm für Sie zusammengestellt. Neben Eva BredehorstGlobal Packaging Sustainability Manager bei Beiersdorf, mit ihrem Vortrag „Kosmetikverpackungen – Nachhaltig verkauft!“ finden sich unter den Referenten Vertreter von Raja Pack, Hello Fresh, David+Martin, Nestlé, Henkel und viele mehr.
Alle Informationen zum Packaging Summit 2021, der auch in diesem Jahr wieder rein digital stattfindet, finden Sie unter www.packagingsummit.de.

(Bild: Redaktion)
Über die Firma
Beiersdorf AG
Hamburg
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