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Kein Ende in Sicht: Preise für Kunststoffe steigen auf historische Höchststände

Die Rohstoffengpässe betreffen weiterhin sämtliche Kunststoffe.
Die Rohstoffengpässe betreffen weiterhin sämtliche Kunststoffe.
(Bild: IK)

Die Preise vieler Standard-Kunststoffe haben sich den Angaben der Unternehmen zufolge um über 70 % seit Jahresbeginn erhöht. Hinzu kommen stark gestiegene Transport- und Logistikkosten. Zusätzlich bereitet die Verknappung wichtiger Kunststoffe den Verpackungsherstellern weiterhin erhebliche Probleme in der Produktion.

Die Rohstoffengpässe betreffen weiterhin sämtliche Kunststoffe, wobei sich in der Gesamtschau eine leichte Entspannung andeutet. 67 % der teilnehmenden Firmen berichten von einer aktuell schlechten bis sehr schlechten Versorgungslage – vor einem Monat waren es noch knapp 80 %. Wie im Vormonat mussten acht von zehn Kunststoffverpackungs-hersteller wegen der Rohstoffverknappung ihre Produktion drosseln, jeder fünfte sogar in erheblichem bis sehr starken Umfang.

Auch Rezyklate von erheblichen Preissteigerungen betroffen

Die höchsten Preisaufschläge verzeichneten bis Ende Mai LLDPE und LDPE mit +75 % bzw. +74 %, gefolgt von PP, HDPE, PE, PA, PS, PVC und EPS (jeweils zwischen +67 % bis +71 %). Teilweise liegen die Aufschläge deutlich über diesen Mittelwerten. Auch die Preise für recycelte Kunststoffe steigen weiter an: Seit Jahresbeginn sind die Preise für recyceltes PP, LDPE und PS um mehr als 50 % angestiegen. Recyceltes PET ist im Mittel 43 % teurer als vor fünf Monaten. 

„Die Situation in der Branche ist und bleibt extrem angespannt“, fasst IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann die aktuelle Lage zusammen. Die historischen Höchstpreise für viele Standard-Kunststoffe hätten sich von der Preisentwicklung für die petrochemischen Ausgangsstoffe weitgehend abgekoppelt.

Mehr Transparenz bei Fällen „Höherer Gewalt“ gefordert

„Verschärft wird die Lage zusätzlich durch die weiterhin sehr hohe Zahl von Force-Majeure-Fällen der Kunststoffhersteller“, so Engelmann. Nach wie vor sind zwei von drei Verpackungsherstellern von einem oder mehreren Anlagenausfällen ihrer Lieferanten betroffen. Im Vergleich zum Vormonat ist diese Zahl sogar gestiegen. Er erneuert seine Forderung nach mehr Transparenz und weist auf ein Informationsschreiben für IK-Mitglieder zu den rechtlichen Voraussetzungen für einen Fall „höherer Gewalt“ hin: „Nur wenn die Lieferanten nachvollziehbar und detailliert die Gründe für den Anlagenausfall schildern, können Sie mit Verständnis auf der Kundenseite rechnen“, kommentiert Engelmann.

Über die Firma
IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V.
Bad Homburg
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