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Wie Rohstoffe und Verbrauchsmaterialien reduziert werden können

Nachhaltigkeit im Verpackungsprozess

Millimetergenauer Leimauftrag spart Ressourcen.
Millimetergenauer Leimauftrag spart Ressourcen.
(Bild: Somic)

Die Anforderung nach Ressourcenschonung ist intern in allen Konstruktionsprozessen zwingend vorgegeben. Sie wird aber auch im Verhaltenskodex des Unternehmens von allen Lieferanten gefordert. Dort heißt es, dass die Lieferanten Gefahren und daraus resultierende Belastungen für die Umwelt minimieren, mit natürlichen Ressourcen schonend umgehen und an der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen energie- und umweltrelevanten Prozesse arbeiten sollen. Doch welche Stellschrauben nutzt Somic in den internen Prozessen? Verkaufsleiter Stefan Julinek und Konstruktionsleiter Dr. Johann Härtl geben einen Einblick, wie Rohstoffverbrauch und Verbrauchsmaterialien reduziert werden. 

Aktionsfeld Konstruktion

„Wir suchen bei allen Materialien nach Angriffspunkten, wie wir möglichst ressourcenschonend fertigen können“, betont Johann Härtl. Unsere Konstrukteure achten bereits während der Produktentwicklung auf die Umweltverträglichkeit. So wurden in enger Abstimmung mit der Fertigung Ersatzwerkstoffe für bleihaltige Metalllegierungen gesucht, die auch bei der Zerspanung keine Probleme bereiten. Zusätzlich leisten die strukturoptimierten Bauteile ihren Beitrag. Härtl erklärt: „Wir setzen bei der Eigenfertigung unserer Linearachsen auf Leichtbau, um die Massen beim Beschleunigen und Verzögern der Bewegungsabläufe zu minimieren. Das spart Antriebskraft und Energie.“ 

Dazu liefert auch das elektronische Steuerungssystem der Somic-Verpackungsmaschinen einen erheblichen Beitrag. Diese intelligente Steuerung kann in Verbindung mit der zukunftsweisenden Servotechnik aber noch mehr: Die Antriebe sind so miteinander gekoppelt, dass die beim Verzögern freiwerdende Energie für den Beschleunigungsvorgang anderer Motoren genutzt wird. So wird der Energieverbrauch beim Betrieb der Maschine auf erstaunlich niedrigem Niveau gehalten. Auch beim Dauerthema Druckluftverbrauch, mit üblicherweise schlechtem Wirkungsgrad, bleiben die Experten gelassen. „Wir verwenden lediglich für das Anpressen der Kartonlaschen Pneumatikzylinder. Für die Unterdruckerzeugung in den Vakuumförderern werden elektronisch geregelte Seitenkanalverdichter eingesetzt.“

Verarbeitung umweltfreundlicher Materialien.
Verarbeitung umweltfreundlicher Materialien.
(Bild: Somic)

Was geht in der täglichen Produktion beim Kunden? 

Für die Ressourcenschonung im Maschinenbetrieb spielt zudem der Leimverbrauch eine wesentliche Rolle. Stefan Julinek sieht die Praxis: „Aus den Gesprächen mit den Kunden wissen wir, dass Einsparungen beim Leimauftrag eine wichtige Rolle spielen. Somic stellt deshalb Equipment zur Verfügung, das einen äußerst präzisen Leimauftrag ermöglicht. Der Zuschnitt-Transport unter der Leimdüse, zum Beispiel bei einer Somic 424 DT, erfolgt mit weit mehr als 1,0 m/sec. Unsere Maschinen tragen dabei den Leim mit Millimeter-Genauigkeit auf. Dadurch sind enorme Einsparungen möglich.“ Durch die Ansteuerung der Leimdüsen in einer Zykluszeit von weniger als 2 ms lassen sich die Leimspuren mit höchster Präzision auftragen. Dieser Aspekt zahlt ganz klar auf das Konto der Einsparung von Verbrauchsmaterial ein.

Alles virtuell bei der Maschinenabnahme

Auch Somic hat die Pandemie zu Veränderungen bei den bisher bewährten Arbeitsschritten gezwungen. Von einem Tag auf den anderen konnten beispielsweise die üblichen Factory Acceptance Tests nicht mehr in gewohnter Art und Weise persönlich mit dem Kunden durchgeführt werden. Weltweit verhängte Reisebeschränkungen machten eine Reiseplanung zum Teil unmöglich. „Wenn die Kunden ihre Maschine nicht selbst besichtigen und abnehmen können, dann kriechen wir eben für unsere Kunden in jeden Winkel der Maschine – mit Video-Ausrüstung“, erläutert Julinek. Mit Kameras in hoher Auflösung, handlichen Tablets und Online-Verbindung zu den Kunden erfolgt die Maschinenabnahme nun eben virtuell. Das Konzept hat sich bewährt. Es wird auch künftig ein Angebot für die Kunden bleiben, die ihrerseits jede Möglichkeit zur Ressourcenschonung gern ergreifen.

Virtueller FAT.
Virtueller FAT.
(Bild: Somic)

Der Blick auf den Karton

Ein Reflex bei der Kartonthematik ist auch, nach dem Recyclinganteil zu fragen, den die Somic-Maschinen verarbeiten können. Verkaufsleiter Julinek: „Natürlich kommen unsere Maschinen mit jedem vom Kunden vorgegebenen Material zurecht – unerheblich, wie viel Recyclingmaterial darin enthalten ist.“ Auch bei der Größe des Kartonzuschnitts und damit dem Materialverbrauch leisten Somic-Maschinen ihren Beitrag. Mit möglichst kleinen Zuschnitten die Verpackungsaufgabe lösen und somit Material zu sparen – das ist der Ansatz. Die Produkte werden so eng wie möglich mit Karton umhüllt. Damit lassen sich mehr Produkte pro Karton verpacken und das Paletten-Volumen sowie die Regalfläche werden optimal ausgenutzt. Eine Reduzierung des Verpackungsmaterials fordert auch der Handel von den Lebensmittelherstellern. Selbst nach langjähriger Betriebsdauer einer Somic-Maschine lohnt sich der Blick auf die Kartoneffizienz. Aktuell konnte man für einen Kunden aus dem Instantsuppen-Bereich mit einer eigens entwickelten Egalisierungs-Einheit das Produkt besser in der Primärverpackung verteilen. Das Resultat: ein bis drei Produkte mehr im gleich großen Karton.

Langfristig denken

Überhaupt ist die Maschinenlebensdauer ein wichtiger Punkt in der Nachhaltigkeitsstrategie: Das nachfolgende Beispiel zeigt, dass eine langjährige Betriebsdauer – wie hier 20 Jahre – bei den Somic-Maschinen zum Programm gehören. Die modulare Bauweise in Kombination mit Formatteilen bieten bei langer Betriebsdauer viel Spielraum. Zwischen fünf und 20 Formate werden üblicherweise bei Projektbeginn für eine Endverpackungsmaschine spezifiziert. Der Anwender in der Lebensmittelbranche deckt damit viele verschiedene Verpackungsvarianten ab. Auch später, bei sich verändernden Marktbedingungen, kann die Verpackungsmaschine nachgerüstet werden. Das Nachrüstgeschäft ist elementarer Bestandteil der nachhaltigen Maschinenkonzeption. Das Unternehmen bündelt die Aufgaben rund um die Maschinenlebensdauer in der Abteilung Retrofit & Upgrades, in der Spezialisten mit langjähriger Maschinenerfahrung zum Einsatz kommen. Das Nachrüstgeschäft ist seit vielen Jahren ein elementarer Bestandteil des Angebots. „Wir haben den Anspruch ‚Eine Somic für’s Leben‘ zu liefern – und das muss sich in all unseren Aktivitäten wiederfinden“, betont Julinek. Das Nachrüstangebot umfasst drei Stufen:

  • Entwicklung eines oder mehrerer zusätzlicher Formatprogramme – einfach installiert beim Kunden per Fernwartung durch den Techniker in Amerang
  • Bei umfangreicheren Anpassungen Anfertigung neuer Formatteile, die über die bewährte „Quick-Change“-Technologie durch den Kunden selbst in die Maschine eingebaut werden, oder
  • Vor-Ort-Techniker-Einsatz – insbesondere für Maschinen, die noch weit vor dem Aufbau des Standard-Baukastenkonzepts ausgeliefert wurden. 

Fragen nach dem verantwortungsvollen Einsatz von Ressourcen sind selbstverständlich – so bringen Härtl und Julinek den Anspruch von Somic auf den Punkt: Verantwortung könne an jedem Punkt in der Produktionskette und während der gesamten Maschinenlebensdauer übernommen werden. Das Unternehmen sieht sich hier aus tiefster Überzeugung schon seit Langem in der Pflicht, doch es sei klar, dass der Kunde in diesem Szenario auch einen wichtigen Part habe.

Über die Autorin
Über die Firma
Somic Verpackungsmaschinen GmbH & Co. KG
Amerang
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