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Start-ups, die an nachhaltigen Kunststoffen arbeiten

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(Bild: Startus Insights)

Einwegkunststoffe auf pflanzlicher Basis

Erhebliche Mengen an Plastikmüll landen täglich im Meer und gefährden Meerestiere und Pflanzen gleichermaßen. Zudem findet sich immer mehr Mikroplastik in Fischen und gelangt dementsprechend über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper. Um dieser Situation zu begegnen, entwickeln Unternehmen und Forschungseinrichtungen alternative Lösungen zu Kunststoffen, einschließlich biologisch abbaubarer pflanzlicher Kunststoffe.

Das kanadische Start-up Erthos entwickelt eine pflanzliche Alternative für Einwegkunststoffe. Das Start-up arbeitet mit Agrarunternehmen zusammen, um Nebenprodukte und überschüssige Materialien aufzubereiten, indem es sie in bestehende Kunststoff-Produktionslinien und Lieferketten integriert. Eine solche Zusammenarbeit ermöglicht es Herstellern, ihre Technologie mit einem biologisch abbaubaren Material zu verbessern und hilft Verbrauchermarken, ihren Bestand um umweltfreundliche Produkte zu erweitern.

Erthos

 

Bio-Kunststoffe aus Lebensmittelabfällen

Die Verwendung von Lebensmittelabfällen für die Bio-Kunststoffherstellung reduziert sowohl die Menge an Lebensmittelabfällen, die auf Deponien landet, wo sie Methan produzieren, als auch die Menge an nicht abbaubaren Kunststoffen, die im Umlauf ist. Dazu entwickeln Start-ups lebensmittelbasierte Bio-Kunststofflösungen und Abbaumethoden. Diese Lösungen produzieren Milchsäure, eine biobasierte Polymer-Komponente.

Das israelische Start-up Triple W entwickelt Lösungen für das Management von Lebensmittelabfällen, die Produktion von Biomaterialien und das Upcycling von Bioprodukten. Die Technologie des Start-ups rüstet anaerobe Vergärungsanlagen nach, um Milchsäure aus Lebensmittelabfällen herzustellen, die in den Lebensmittel-, Getränke- und Körperpflege-Sektoren zum Einsatz kommt. Darüber hinaus wird Milchsäure als Bestandteil von Polymilchsäure (PLA) zur Herstellung erneuerbarer Polymere unter anderem für Verpackungen, Textilien und den 3D-Druck verwendet.

 

Triple W

 

 

Bioverfahrenstechnik für Milchsäure

Die biologische Abbaubarkeit von PLA macht es zu einer praktikablen Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen wie Polyethylen (PE) und Polystyrol (PS). Die hohen Produktionskosten von Milchsäure verhindern jedoch, dass die Technologie mit herkömmlichen Kunststoffen konkurrieren kann. Infolgedessen ändern Start-ups die PLA-Technologie, indem sie Materialien wie etwa Zellulose Abfälle verwenden, um die Produktionskosten zu senken.

Das deutsche Start-up Blucon Biotech entwickelt eine L-Milchsäure-Produktionstechnologie, die die konsolidierte Bioverarbeitung (CBP) von lignozellulosehaltigen Rohstoffen mit thermophilen Bakterien ermöglicht. Die Technologie des Start-ups ermöglicht auch den Einsatz verschiedener landwirtschaftlicher und industrieller Materialien wie Stroh oder Baumwolle. Der Bioprozessansatz von Blucon Biotech erleichtert den Wechsel von erdölbasierten hin zu biologisch abbaubaren und nachhaltigen Kunststoffen.

Blucon Biotech

 

Verbesserte Eigenschaften von Bio-Kunststoffen

Die Anwendungsmöglichkeiten aktueller Bio-Kunststoffe sind aufgrund einiger Faktoren wie zum Beispie der geringen Temperaturtoleranz begrenzt. Folglich erfüllen die Endprodukte von Biomaterialien nicht immer die Bedürfnisse der Verbraucher, was herkömmlichen Kunststoffen einen Vorteil verschafft. Daher konzentrieren sich Start-ups darauf, die physikalischen Eigenschaften von Bio-Kunststoffen zu verbessern, um den Anwendungsbereich von Biomaterialien zu erweitern.

Das spanische Start-up Danna ist darauf spezialisiert, die Eigenschaften von Bio-Kunststoffen für die Anwendung in der additiven Fertigung (AM) zu übernehmen. Das Start-up entwickelt Technologien zur Herstellung von PLA und Polyhydroxyalkanoaten (PHA) unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie. Danna verbessert die thermischen, feuerhemmenden und leitfähigen Eigenschaften von Kunststoffen sowie deren Festigkeit und Flexibilität.

 

Danna

 

Biologische Alternative zu Plastiktüten

Die Produktion von Plastiktüten ist einer der größten Verursacher der Plastikverschmutzung. Aufgrund der Komplexität und der hohen Kosten, die mit dem Recycling verbunden sind, verrotten die meisten Plastiktüten auf Deponien – ein Prozess, der einige hundert Jahre dauert, wenn die Tüten sich überhaupt zersetzen. Um die Verschmutzung durch Plastiktüten zu reduzieren und den Verbrauchern die gleiche Erfahrung wir mit herkömmlichen Tüten zu bieten, entwickeln Start-ups biologisch abbaubare Alternativen mit den gleichen Eigenschaften.

Das indische Start-up TGP Bioplastics entwickelt biologisch abbaubares Kunststoffgranulat für Hersteller von Plastiktüten. Das Start-up nutzt Stärke als Hauptkomponente zur Kostenoptimierung und verstärkt die Stärke mit Biopolymeren. Das Produkt von TGP Bioplastics wurde entwickelt, um herkömmliche Müll- und Tragetaschen aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) effektiv zu ersetzen.

TGP Bioplastics 

 

Startus Insights: Woher kommen diese Daten?

Startus Insights ist ein Data-­Science-Unternehmen, das sich mittels tiefgehender Innovation-Scouting-Prozesse auf die Identifikation von aufkommenden Technologien und Start-ups in der Verpackungsbranche spezialisiert. Mehr als 300 Technologie Scouts in über 100 Städten ermöglichen es Startus Insights, Großunternehmen und Konzerne mit handlungsfähiger Innovation Intelligence zu versorgen. Für über 100 Kunden hat Startus Insights bis heute mehr als 200.000 globale Start-ups gescreent.

 

Mehr Informationen unter www.startus-insights.com

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