Anzeige

Viel schneller als noch vor wenigen Jahren erwartet gerät die jahrhundertelange Monopolstellung der Glasflasche als einzig denkbarem adäquatem Weinpackmittel ins Wanken. Nach Bag-in-Box und PET-Gebinden hat jetzt Sofia Coppola eine weitere Bresche in die Vorrangstellung der Flasche geschlagen. Die Tochter des kalifornischen Filmregisseurs Francis Ford Coppola scheint vom Marketing zumindest ebenso viel zu verstehen wie ihr Vater und bemüht sich momentan, den kürzlich erst erworbenen Ruf als Filmemacherin („Lost in Translation“) mit durchaus eigenen Qualitäten für einen anderen Geschäftszweig der Familie einzusetzen: den Weinbau. In einer 187 ml fassenden, pinkfarbenen Aludose präsentiert Sofia einen Blanc-de-Blanc-Schaumwein namens „Sofia Mini“, der von Vaters Winery Niebaum-Coppola in der Napa Valley-Lage Monterey aus Pinot Blanc-, Sauvignon Blanc- und Muscadet-Trauben hergestellt wird. Mit dem Format folgt sie den beiden französischen Marken Pommery`s POP und Piper-Heidsieck`s Baby Piper, nicht aber mit ihrer Packmittelwahl, denn Sekt aus Dosen gab es bisher noch nirgendwo. Die Nische, die Sofia Coppola damit anpeilt, ist klar: Nachtclub- und Disco-Publikum, selbstbewußte junge City-Frauen mit Job vornehmlich, alleinstehend, um die 20, und nicht unbedingt zum klassichen Weinkonsumenten-Establishment gehörend. Niebaum-Coppola-Chef Erle Martin hofft, dass „Sofia Mini“ dazu beiträgt, den mit Wein oft immer noch verbundenen Einschüchterungseffekt zu vermindern. Die Wein-Industrie brauche neue und innovative Verpackungsideen, wenn sie weiter wachsen wolle. Für einen ersten Test-Lauf wurden zunächst nur 5 000 Dosen in 24-er-Kartons aufgelegt, das Stück für 5 US-Dollar. Der Erfolg war so durchschlagend, dass die Produktion rasch ausgeweitet werden konnte.