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(Bild: Markobe – Adobe Stock)

Der Verband Vollpappe-Kartonagen hat daher 2017 das Projekt „Untersuchungen zum Übergang von Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOAH) aus Recyclingkarton in Lebensmittel unter feucht-kühlen Bedingungen“ initiiert, um die vorhandenen Erkenntnislücken zu schließen und die grundsätzliche Frage gestellt, ob ein Übergang von MOSH-/MOAH-Verbindungen aus Vollpappe-Kartonagen oder -Steigen in feucht-kühler Umgebung auf Lebensmittel überhaupt erfolgen kann.

Die Frage wurde nun von einer Untersuchung des Mineralölmigrationsverhaltens von Vollpappe-Kartonagen in feucht-kühler Umgebung mit einem eindeutigen „Nein“ beantwortet. Durchgeführt wurde das zweijährige Untersuchungsprojekt von der TU Darmstadt – Fachgebiet Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik und der ISEGA Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft in Aschaffenburg.

Simulation realistischer Lagerbedingungen

In der nun vorliegenden Studie wurden vier verschiedene repräsentative Faltschachteln aus Vollpappe und Karton als Lebensmittelverpackung verwendet, unter realistischen Lagerungsbedingungen mit Lebensmitteln in Kontakt gebracht und der Übergang an MOSH- und MOAH-Verbindungen der Kettenlänge C16-C35 vom Karton in das Lebensmittel gemessen. Obst und Gemüse wurden bei Raumtemperatur und unter Kühlbedingungen (5 °C) maximal 20 Tage in den Kartons gelagert, Hähnchenbrust und Lachs unter Tiefkühlbedingungen bei - 18 °C mit einer Lagerdauer bis zu sechs Monaten. Für die Lyoner, die direkt in Folien aus PE/PET verpackt war, diente der Karton als Sekundärverpackung für eine Kühllagerung bis zehn Tagen. Bei keinem der untersuchten Lebensmittel wurde ein signifikanter Übergang von MOSH- und/oder MOAH-Verbindungen festgestellt.

Zwar gab es bei der Lagerung bei Raumtemperatur beziehungsweise Kühltemperatur einzelne Szenarien, bei denen MOSH-Konzentrationen im Lebensmittel nach der Lagerung im Karton einen geringfügig höheren Wert aufwiesen als die Blindwertlagerung (ohne Verpackung). Allerdings sind diese Differenzen nicht signifikant, da die Messung der MOSH-/MOAH-Konzentrationen erhebliche Streuungen der Messwerte ergibt. Auch sind die umgekehrten Fälle aufgetreten, in denen der Messwert im Lebensmittel nach entsprechender Lagerungsdauer geringer ausfiel als der dazugehörige Blindwert.

Übergänge von MOAH-Verbindungen waren in keiner der Migrationsuntersuchungen feststellbar. Die Lagerungen unter Tiefkühlbedingungen ergaben, auch bei längerer Lagerungsdauer bis zu sechs Monaten, keinen Übergang von MOSH-/MOAH-Verbindungen.

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