Zum 70. Geburtstag mit dem Preis "Verpackung des Jahres" ausgezeichnet: Kathi Tortenmehl, Klassiker mit ikonischem Charakter aus dem Osten Deutschlands.

Zum 70. Geburtstag mit dem Preis "Verpackung des Jahres" ausgezeichnet: Kathi Tortenmehl, Klassiker mit ikonischem Charakter aus dem Osten Deutschlands. (Bild: Deutsches Verpackungsmuseum, KATHI Rainer Thiele GmbH)

Neben Marken wie „Viba“, „Nudossi“, „Bautzner Senf“ und „Rotkäppchen Sekt“, die auch auf nationaler Ebene die Regale beleben, ist die Marke „Kathi“ zu nennen, die in diesem Jahr auf ihr siebzigjähriges Bestehen zurückblickt. Heute ist der Hersteller von Backmischungen in Halle (Saale) nicht nur eine regionale Größe und Marktführer im Osten, sondern auch national die Nummer Zwei (Quelle: IRI 02/2021). 

Los geht´s in einer Garage 

Das Unternehmen „Kathi – Nährmittelfabrik Kurt Thiele“ wurde 1950 gegründet, am 31.03.1951 folgte die Eintragung in das Handels- und Markenregister. Seinen Anfang nahm die Unternehmensgeschichte in einer Garage in Halle (Saale). Die Bäckerin Kaethe Thiele, deren Initialen den Markennamen „Ka-Thi“ erklärt, darf als Erfinderin der Backmischung gelten. Sie stammte aus einer Bäckersfamilie – ihr Mann Kurt hatte 1936, im Jahr der Eheschließung, eine Großhandlung für Bäckereibedarf gegründet und übernahm anfangs vorrangig den Vertrieb, der von ihr entwickelten Produkte. Not machte erfinderisch: Die Erfahrung im Alltag der DDR machte der Gründerin die Nöte der Hausfrauen in der Mangelwirtschaft bewusst. Die für einen Kuchen benötigten Zutaten wurden daher gleich auf die erforderliche Menge portioniert, als Backmischung gebündelt und so sicher zur Hand. Aus der „Gelingsicherheit“, die in der damaligen DDR ein grundlegendes Leistungsversprechen war, entwickelte sich später der moderne „Convenience“-Gedanke.  

Neben dem Standard-Produkt „Tortenmehl“, das 1953 eingeführt wurde, waren es schon bald aufreißbare Tütensuppen, denen lediglich Wasser zugesetzt werden musste (frühe Form der „Instant-Suppe“), die das Sortiment bereicherten.  

Prägende Gestaltungselemente 

Das Tortenmehl als erste Backmischung für den Endverbraucher auf dem deutschen Markt könnte man heute als „Mutter der Marke Kathi“ bezeichnen. Die Verpackung wies im Jahre 1953 bereits prägende Gestaltungselemente auf, die sich noch heute  wiederfinden. Aus dem Logo „Koche und backe mit Kathi“ ist im Laufe der Jahre eine rote Markenlasche im oberen Zentrum der Packung geworden. Zu DDR-Zeiten stark verkleinert, befindet sich das Logo heute wieder zentral auf der Packung. Die Packungsillustration ist noch immer vom fertigen Endprodukt der Backmischung dominiert – damals wie heute finden sich die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des Tortenmehls als Tortenboden oder Sandkuchen auf der Frontseite der Verpackung.  Die Unternehmensfarbe Rot eine dominierende Rolle. Bis heute hat sich der Markenauftritt dieser Traditionsmarke unter sehr behutsamer Führung weiterentwickelt und dabei seine Wurzeln wertschätzend beibehalten.

Modern in klassischem Design

Die Jury ist von der Qualität und dem Mut zur Weiterführung des historischen Markendesigns vom Kathi Tortenmehl überzeugt. Beeindruckend ist die beständige Gültigkeit der Formensprache, die ohne Abstriche weiter zum Einsatz kommt. In Würdigung ihrer Rolle als „Klassiker“ des internationalen Verpackungsdesigns und zugleich als Anerkennung für den bewiesenen Mut zur Selbstähnlichkeit wird „Kathi Tortenmehl“ zum 70.ten Jahr des Firmenbestehens mit dem Preis „Verpackung des Jahres“ 2021 ausgezeichnet.

Über das Deutsche Verpackungs-Museum 

Seit der Eröffnung im Jahr 1997 stellt das Deutsche Verpackungs-Museum in Heidelberg als erstes und einziges Museum seiner Art die Kulturleistung der Verpackung in den Mittelpunkt – insbesondere die der traditionsreichen Marken und ihrem unverkennbaren, eigenen Verpackungsdesign. Die Warenverpackung präsentiert sich als unmittelbarer Spiegel der kulturellen Entwicklungen unserer Gesellschaft. Als äußeres Gewand eines Markenartikels leistet die Verpackung einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung und Prägung bzw. Wiedererkennbarkeit einer Markenidentität. Die Mitgliederliste des Deutschen Verpackungs-Museums liest sich wie das "Who-is-Who" der deutschen Marken- und Verpackungswelt. Bedeutende Markenartikler, unter anderem Beiersdorf, Coca-Cola, Dr. Oetker Holding, Ferrero, Nestlé, Radeberger Gruppe, Procter & Gamble, Unilever und viele weitere sind vertreten. Ebenso finden sich die Premium-Namen der Verpackungs-Industrie wie Westrock, Edelmann, Mayr-Melnhof Packaging, Multivac, Optima packaging group, Schubert packaging group, SIG Combibloc, STI oder TetraPak. 

Der jährlich stattfindende "Deutsche Verpackungsdialog" hat sich als herausragender Branchen-Treffpunkt und Begegnungsstätte von Entscheidern positioniert. Mit der jeweils meist frühzeitig überbuchten Branchenveranstaltung und der jährlichen Auszeichnung „Verpackung des Jahres“ setzte und setzt das Museum immer wieder aufs Neue Meilensteine. Der „Deutsche Verpackungsdialog“ hat die Bedeutung eines „Jour fixe" der Experten: Jahr für Jahr gastieren hochkarätige, prominente Redner aus der Marken- und Verpackungswirtschaft, aus Medien, Design, Beratung und Wissenschaft im Heidelberger Verpackungs-Museum. 

Über die Jury

Zur Jury des Preises "Verpackung des Jahres" gehören Hans-Georg Böcher,  Dr. Peter Lips, Ralf Lenhardt und Klaus Sauerheber.

Hans-Georg Böcher ist Museumsdirektor Deutsches Verpackungs-Museum, Fachautor zu Fragen der Markengeschichte, des Marketing und Brand Design, darüber hinaus angesehener Kunsthändler und Galerist („Galerie Métropole“) sowie Inhaber einer der größten Designsammlungen zum Thema Marke und Verpackung in Europa. 

Dr. Peter Lips ist Fachautor und juristischer Experte für Markenrecht. Nach seiner Karriere als Jurist im Unilever-Konzern, wo er u. a. „Magnum“-Eiskrem verteidigte, führte Dr. Lips mehrere Jahre den deutschen Markenverband, damals noch mit Standort in Wiesbaden. Dr. Peter Lips lebt in Hamburg, ist dort eng vernetzt mit der Kulturszene. 

Ralf Lenhardt entstammt einer mittelständischen Unternehmer-Familie mit über 125-jähriger Tradition im Verpackungsbereich. Von der Fertigung der ersten Spitztüten bis zur bombierten Pralinenschachtel hat das Verpackungs-Unternehmen die Geschichte des gesamten Markenwesens durchgehend begleitet. Nach dem Verkauf des Unternehmens an eine österreichische Firmengruppe, findet Lenhardt die Zeit, um sich neben Immobilienprojekten auch seinen feingeistigen Interessen zu widmen. Über eine Stiftung unterstützt er seit Jahrzehnten die Pfalzgalerie Kaiserslautern beim Ankauf druckgraphischer Kunst der Moderne. Mit einer Kunstgalerie in Freinsheim engagiert er sich für zeitgenössische Kunst.

Klaus Sauerheber, ein in Mannheim niedergelassener Anwalt mit Studium in Heidelberg, hat sich mit der Beratung und Betreuung gemeinnütziger Vereine einen  Namen gemacht. Er ist Vorstand des Deutschen Verpackungs-Museums. Als „der Praktiker“ im Team bringt er einen unkonventionellen Blickwinkel ein.

 

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