Aktenordner ifo Geschäftsklimaindex

Geschäftsklimaindex im Verpackungssektor, April 2022. (Bild: MQ-Illustrations – stock.adobe.com)

Er liegt somit auch erstmals wieder deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Die Unternehmen beurteilten ihre laufenden Geschäfte etwas schlechter. Aber insbesondere die Erwartungen fielen merklich pessimistischer aus. Die deutlich gestiegene Unsicherheit seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine macht den Unternehmen spürbar zu schaffen. Bei den Lieferproblemen bei Vorprodukten und Rohstoffen hat es keine Entspannung gegeben. Der Blick nach China und der Störung der weltweiten Logistikketten bereiteten vielen Unternehmen Sorgen. Preiserhöhungen bleiben, wie schon in den letzten Monaten, auf der Agenda der Unternehmen.

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PAPIER
Produktionskürzungen angekündigt

Im Bereich Papier und Kartonagen ist der Geschäftsklimaindex erneut deutlich gesunken. Die Unternehmen korrigierten sowohl ihre Urteile zur aktuellen Geschäftslage als auch den Ausblick auf die kommenden Monate nach unten. Die Nachfrageentwicklung konnte keinen Schwung aufnehmen. Der Blick ins Ausland ist erstmals seit mehr als einem Jahr wieder pessimistisch. Es werden rückläufige Exporte erwartet. Dennoch herrscht noch eine gewisse Zufriedenheit mit dem aktuellen Auftragsbestand. Die Lagerbestände füllten sich weiter, obwohl die Produktion nur leicht angehoben wurde. Die Kapazitätsauslastung konnte auf 89,2 % gesteigert werden. Dies sind rund zwei Prozentpunkte mehr als der langfristige Durchschnitt. Mit Blick auf die kommenden Monate gehen die Unternehmen aber von einer rückläufigen Produktion aus. Die Personalentwicklung ist im Moment defensiv ausgerichtet. Einige Unternehmen berichteten von möglichen Kürzungen.

Diagramm Geschäftsklima Papier und Pappe

KUNSTSTOFF
Rückschlag beim Auftragsbestand

Im Kunststoffbereich hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Dies war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Aber auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen schlechter aus. Die Nachfrage entwickelte sich schleppend. Einige Unternehmen berichteten von einem rückläufigen Auftragsbestand. Die Auslandsnachfrage soll sich in den kommenden Monaten tendenziell unverändert entwickeln. Die Produktion konnte kaum noch gesteigert werden. Die Kapazitätsauslastung ging um zwei Prozentpunkte auf 79 % zurück. Sie liegt damit einen Prozentpunkt unter dem historischen Durchschnitt. Die Beschäftigtenpläne sind aber weiterhin expansiv ausgerichtet, wenn auch etwas weniger stark als im Vormonat. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen hatten zuletzt die Preise erhöht. Ungefähr die gleiche Anzahl beabsichtigt dies auch in den kommenden Monaten.

Diagramm Geschäftsklima Kunststoff

GLAS
Weiterhin gute Nachfrageentwicklung

Im Bereich Glasherstellung hat der Geschäftsklimaindikator leicht nachgegeben. Die Unternehmen waren etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Diese ist aber grundsätzlich noch sehr gut. Der Ausblick auf die kommenden Monate ist aber von Skepsis geprägt. Die Nachfrage entwickelte sich weiterhin deutlich expansiv. Der Auftragsbestand konnte entsprechend zulegen. Dies gilt auch für den Export. Entsprechend leerten sich die Lagerbestände. Die Produktion war expansiv ausgerichtet. Auch deshalb stieg der Auslastungsgrad des Maschinenparks auf 95,4 %. Dies waren rund vier Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Der historische Mittelwert liegt bei 87,1 %. Nach etwas Zurückhaltung im Vormonat wollen die Unternehmen bei der Suche nach neuem Personal etwas offensiver vorgehen. Wie in den anderen Bereichen kommen die Glashersteller nicht um Preiserhöhungen umhin.

Diagramm Geschäftsklima Glas

HOLZ
Nahezu alle Unternehmen planen Preiserhöhungen

In der Verpackungsindustrie basierend auf Holz ist der Geschäftsklimaindex merklich gesunken. Grund dafür waren deutlich pessimistischere Aussichten auf die kommenden Monate. Die aktuelle Lage wurde hingegen nur leicht schlechter beurteilt. Die Nachfrage entwickelte keine große Dynamik. Der Blick ins Ausland bereitet im Moment keine Freude. Die Unternehmen rechnen mit sinkenden Auslandsumsätzen. Dementsprechend nahm die Zufriedenheit mit dem Auftragsbestand ab. Die Produktion konnte nur leicht gesteigert werden. Die Kapazitätsauslastung konnte um knapp drei Prozentpunkte auf 89,7 % zulegen. Dies sind rund zehn Prozentpunkte mehr als der langfristige Durchschnitt. Die Beschäfti-gungsentwicklung bleibt positiv, verlor jedoch etwas an Schwung. Nahezu alle befragten Unternehmen wollen in den kommenden Monaten die Preise erhöhen.

Diagramm Geschäftsklima Holz

FEINSTBLECH
Steigender Auftragsbestand

Der Geschäftsklimaindikator im Metallbereich ist erneut deutlich gesunken. Beide Komponenten, Lage und Erwartungen, waren abwärtsgerichtet. Während die aktuelle Lage noch tendenziell gut eingeschätzt wird, blicken die Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Nachfrage entwickelte sich jedoch positiv. Es wurde von einem Zuwachs des Auftragsbestandes berichtet. Dieser war vor allem inlandsgetrieben. Aus dem Ausland werden im Moment nur wenige Impulse erwartet. Die Produktion konnte nach den Rückschlägen in den Vormonaten wieder leicht zulegen. Die Kapazitätsauslastung konnte deutlich auf 85,3 % gesteigert werden, nach 80,8 % im Vorquartal. Weitere Produktionserhöhungen sind angekündigt. Aufgrund der guten Nachfrage soll der Mitarbeiterstamm ausgebaut werden.

Diagramm Geschäftsklima Metall

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