Aktenordner ifo Geschäftsklimaindex

Geschäftsklimaindex im Verpackungssektor, September 2022. (Bild: MQ-Illustrations – stock.adobe.com)

Die Entspannung bei den Engpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten hat sich leider nicht bestätigt. Die aktuellen Prognosen für die deutsche Wirtschaft sehen eine Rezession für mindestens das nächste halbe Jahr. Die Verpackungsindustrie wird sich dem nicht entziehen können.

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PAPIER

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Wieder mehr Preiserhöhungen

Im Bereich Papier und Kartonagen ist der Geschäftsklimaindex erneut deutlich gesunken. Die Unternehmen waren weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen waren noch nie so pessimistisch wie im September. Die Nachfrage hat weiter nachgegeben. Dies gilt insbesondere für das Inland. Mit Blick auf die Exporte wird eher von keiner Veränderung der Geschäfte ausgegangen. Die Unzufriedenheit mit dem laufenden Auftragsbestand hat deutlich zugenommen. Aufgrund schleppender Nachfrage haben auch die Lagerbestände merklich zugelegt. Die Produktion wurde erneut vielerorts gekürzt. Die Produktionspläne erwarten weitere Senkungen in den kommenden drei Monaten. Aufgrund der allgemein schlechten Lage kündigten erneut einige Firmen an, ihre Mitarbeiterzahl zu verkleinern. Nachdem im Vormonat nur wenige Unternehmen die Preise angehoben haben, sind für die nahe Zukunft vermehrt Preiserhöhungen vorgesehen.

KUNSTSTOFF

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Erste Entlassungen

Im Kunststoffbereich konnte sich das Geschäftsklima erneut leicht verbessern. Die Unternehmen waren zufriedener mit den laufenden Geschäften. Der entsprechende Indikator liegt deutlich über dem langfristigen Mittelwert. Jedoch nahmen die Sorgenfalten mit Blick auf den Winter wieder zu. Die Nachfrage konnte nach der schwachen Entwicklung in den letzten drei Monaten wieder leicht zulegen. Vom Export werden aber gegenwärtig keine Impulse erwartet. Die Zufriedenheit mit dem Auftragsbestand ist eher befriedigend als gut. Die Produktion wurde erneut zurückgefahren. Weitere leichte Produktionskürzungen wurden von den Firmen angekündigt. Nach einem monatelangen Aufbau des Personalstamms sind erstmals seit langer Zeit wieder vereinzelt Entlassungen geplant. Die Preisdynamik gewann wieder an Schwung. Mehr als jedes zweite Unternehmen plant, die Preise zu erhöhen.

GLAS

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Expansive Produktionspläne

Im Bereich Glasherstellung setzte der Geschäftsklimaindex seine Abwärtsbewegung fort. Dies war vor allem durch die Erwartungskomponente getrieben, welche auf ein neues historisches Tief gefallen ist. Es herrscht großer Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate. Die Nachfrage konnte keine Dynamik entfalten. Es gibt erst Anzeichen, dass diese rückläufig wird. Die positive Exportdynamik verlor merklich an Schwung. Noch herrscht aber eine gewisse Zufriedenheit mit dem Auftragsbestand. Die Lagerbestände gelten als geräumt. Die Produktion legte nur leicht zu. Für die kommenden Monate sind jedoch Produktionssteigerungen zu erwarten. Drei von vier Unternehmen haben im Vormonat die Preise erhöht. Fast 90 % haben dies auch das letzte Quartal angekündigt.

HOLZ

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Schlechte Exportaussichten

Auch in der Verpackungsindustrie mit Holz konnte das Geschäftsklima seinen Abwärtstrend nicht stoppen. Die aktuelle Geschäftslage wurde von den Unternehmen schlechter beurteilt. Zudem war der Pessimismus bei den Erwartungen noch nie so groß. Die Nachfrage ist weiter deutlich unter Druck, und der Auftragsbestand war rückläufig. Entsprechend nahm die Unzufriedenheit mit diesem zu. Die Exportaussichten sind sehr schlecht. Es wird mit sinkenden Auslandsumsätzen gerechnet. Die Produktion wurde vielerorts gekürzt. Es gehen deutlich mehr Unternehmen davon aus, dass sie die Produktion in den kommenden Monaten zurückfahren müssen. Mit Blick auf die Beschäftigungssituation kommt es vereinzelt eher zu Entlassungen als zu Neueinstellungen. Die Preise waren in den letzten Monaten merklich auf ein Sinken ausgerichtet. Weitere Preissenkungen sind angekündigt, aber etwas weniger stark als zuletzt.

FEINSTBLECH

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Rückläufige Produktion

Der Geschäftsklimaindikator im Metallbereich ist leicht gesunken. Dies war auf pessimistischere Erwartungen zurückzuführen, welche auf ein neues Rekordtief gefallen sind. Auf der anderen Seite waren die Unternehmen aber zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Nachfrage war erneut rückläufig. Dies gilt sowohl für das Inland als auch für das Ausland. Die Exportaussichten deuten auf rückläufige Umsätze hin. Insgesamt hat der Auftragsbestand abgenommen. Die Produktion wurde zurückgefahren. Es ist davon auszugehen, dass es auch in den nächsten drei Monaten zu weiteren Kürzungen kommen wird. Erste Unternehmen berichteten von Plänen, den Personalbestand zu verkleinern. Nachdem zuletzt vereinzelt von Preissenkungen berichtet wurde, hat sich dies wieder gedreht. Es wollen mehr Firmen die Preise erhöhen.

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