verzweifelter Mann liegt mit Kopf auf Tastatur im Büro

Auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen den Traifpartnern HPV und Verdi ist gescheitert. (Bild: Warren Goldswain – Fotolia.com)

Trotz rund achtstündiger Gespräche konnte auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt werden. Der HPV hatte sein verbessertes abschlussnahes Angebot aus der zweiten Runde bekräftigt, allerdings gab es laut Arbeitgeberverband keine zielführende Verhandlungsbereitschaft Verdis zu den einzelnen Angebotskomponenten – Inflationsausgleichs-prämie, Entgelterhöhung und Laufzeit.

Arbeitgeber bieten vier Prozent mehr Lohn

„Wir hätten uns gewünscht, in dieser Verhandlungsrunde eine Einigung über einen Tarifvertrag zu erzielen. Leider gab es keinen konstruktiven Dialog über unsere Angebotsparameter. Dazu wäre es erforderlich gewesen, dass sich die Gewerkschaft kompromissbereit mit dem Inhalt des Angebotes auseinandergesetzt hätte“, erklärt HPV-Verhandlungsführer Jürgen Peschel. Der HPV hat angeboten, eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro zu zahlen; zusätzlich wollen die Arbeitgeber die Löhne und Gehälter ab 1. Oktober 2023 um 4,1 % erhöhen. Insgesamt soll der Tarifvertrag bis zum 30. April 2025 laufen.

Inflationsausgleichsprämie ist Schlüssel für zusätzliche Entgelterhöhung

Während Verdi weiterhin darauf besteht, sich zunächst auf eine prozentuale Entgelterhöhung zu einigen, besitzt die Inflationsausgleichsprämie für die Arbeitgeber eine besondere Funktion innerhalb ihres Angebotspakets – nämlich im Zusammenwirken für weitere Verhandlungen über eine prozentuale Entgelterhöhung.

„Eine schnelle finanzielle Hilfe ohne Abzüge ist für unsere Mitarbeiter ein zentrales Anliegen. Dieses Stimmungsbild aus den Betrieben haben wir quer durch alle Teilbranchen vermittelt bekommen. Deshalb ist uns wichtig, die Beschäftigten bei der außerordentlichen Inflation zügig finanziell zu unterstützen. Dafür ist die Inflationsausgleichsprämie das geeignete Instrument. Weiterhin gilt: Wir wollen zusätzlich die tariflichen Löhne und Gehälter erhöhen. Derzeit liegen wir im Gesamtpaket bei bis zu 14,8 Prozent Plus für unsere Beschäftigten. Wir setzen deshalb darauf, dass sich die Gewerkschaft in der nächsten Verhandlungsrunde bewegt; Verdi sollte sich deutlich kompromissbereiter zeigen als bisher. Wir sind weiterhin gesprächs- und verhandlungsbereit“, kommentiert der HPV-Verhandlungsführer.

Die vierte Verhandlungsrunde zwischen HPV und Verdi soll am 23. März 2023 in Berlin stattfinden.

Sie möchten gerne weiterlesen?