Frühe Markenbindung durch Zweitnutzen

Befüllt wurden die Dosen bevorzugt mit unterschiedlichen Marmeladen oder auch Zuckerrübenkraut.


Die Dosen waren neben ihrer Funktion als Verpackung in vielen Fällen zusätzlich mit bunten kindsgerechten Motiven aus Märchen oder Serien bedruckt. Nach dem Verzehr des Inhaltes lebten sie in der Welt der Kinder als Spielzeug weiter. Ein Beispiel für diesen Zweitnutzen ist die 900-g-Dose für Zuckerrübenkraut der Firma Titz vom Niederrhein, die mit Szenen aus den Abenteuern von Tim + Struppi bedruckt war (um 1950). Die Blechdose war aufgrund ihrer Stabilität und guten Bedruckbarkeit geradezu ideal als Allzweckspielzeug, beispielsweise im Sandkasten oder am Strand.


Die Verbindung von süßem Lebensmittel mit einer Verpackung mit Zweitnutzen, die durch ihre Bedruckung auf dem Frühstückstisch für Aufmerksamkeit sorgte, würde man heute eine optimale Verkaufsförderung und frühe Markenbindung nennen.


Ab den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts – mit dem Beginn des Einsatzes von Kunststoff in der Verpackungsindustrie – wurde die originelle Premium-Blechdose zu teuer, und die Eimerchen mit Bügel verschwanden zunehmend aus den Handelsregalen.


Heute findet man auf alten Dachböden oder in alten Spielkisten ab und zu noch einen originellen kleinen Zweitnutzen-Spieleimer.

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