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Die Hersteller von Verpackungsmaschinen dürfen mit weiterem Wachstum rechnen. (Bild: Pixabay / Gerd Altmann)

VDMA
2023 war ein Spitzenjahr für die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. (Bild: VDMA)

Die Zahlen des VDMA geben Anlass zu Optimismus. Die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen konnten im vergangenen Jahr erneut wachsen. Innerhalb des deutschen Maschinenbaus stehen die Branchenunternehmen für 6 % des gesamten Produktionswertes und beschäftigen mehr als 62.000 Menschen am Standort Deutschland. Mit einem durchschnittlichen Exportumsatz von 86 % und einem Welthandelsanteil von 22 % gehört der Fachzweig Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenzu den exportstärksten Branchen.

Nachfrageimpulse bei Verpackungsmaschinen

Etwa die Hälfte des Produktionswertes entfällt auf Verpackungsmaschinen. Die Unternehmen steigerten im Jahr 2023 die Produktion um 10 % auf knapp 8 Mrd. Euro. Dabei wuchs besonders der Bereich der Getränkeverpackungsmaschinen und legte um 18 % auf 2,8 Mrd. Euro zu. Die Produktion der sogenannten anderen Verpackungsmaschinen stieg um 6 % auf 5,2 Mrd. Euro. Ein großer Teil des Umsatzes basierte auf Aufträgen aus dem Jahr 2022, denn 2023 blieb der Auftragseingang eher verhalten. Einer der Gründe war die Diskussion um die neue EU-Verpackungsverordnung, die zu einer Verunsicherung und Zurückhaltung der Kundenbranchen führte. „Die Annahme der Verpackungsverordnung im April 2024 wird aufgrund einiger kritischer Punkte nicht nur positiv gesehen, schafft jedoch gleiche Bedingungen für den EU-Maschinenbau und mehr Planungssicherheit für die Investoren“ sagt Beatrix Fraese, Konjunkturexpertin und stellvertretende Geschäftsführerin im VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen.

 

VDMA Teilbranchen
Das mit größte Plus gibt es bei den Getränkeverpackungsmaschinen. (Bild: VDMA)

Unterschiedliche Entwicklungen im Nahrungsmittelmaschinenbau

Die deutschen Hersteller von Prozesstechnik für die Fleisch- und Proteinverarbeitung bilden die größte Teilbranche innerhalb der Nahrungsmittelmaschinenindustrie und stehen damit weltweit an der Spitze. Die Produktion wuchs in den letzten Jahren mit hoher Dynamik und ohne Rücksetzer in den Coronajahren. Im Jahr 2022 wurde ein Wachstum von 8 % auf 1,3 Mrd. Euro erreicht. Dieses hohe Niveau wurde im Jahr 2023 gehalten. Auch die Hersteller von Bäckereimaschinen erzielten 2023 punktgenau den Rekordwert aus 2022 in Höhe von 688 Mio. Euro.

Die hoch spezialisierte Süßwarenmaschinenbranche war in den Corona-Jahren und in Folge des Krieges in der Ukraine sehr stark von Absatzrückgängen betroffen. Im Jahr 2023 stieg die Produktion nun wieder deutlich um 23 % auf 354 Mio. Euro. Hinzu kommen thermische Verfahrensanlagen im geschätzten Wert von 120 Mio. Euro. Von einer weiteren Erholung ist aufgrund von Nachholeffekten auszugehen. Die Produktion von Getränkeherstellungsmaschinen hingegen sank 2023 um 6 % auf 535 Mio.

Fraese: „Für die nächsten Monate kann mit einer insgesamt positiven Entwicklung beim Auftragseingang gerechnet werden, denn besonders bei Verpackungsmaschinen dürfte es zu Nachholeffekten kommen.“

Nachholeffekte bei den Verpackungsmaschinen

Die generellen Aussichten für die Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen sind gut, da sie grundsätzlich von einer weltweit steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln, Getränken und pharmazeutischen Produkten profitieren. Nach einem starken Exportwachstum im Jahr 2023 in Höhe von 9 % stiegen die Auslandslieferungen von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen auch im 1. Quartal 2024 um 5 %.

Der Auftragseingang im Fachzweig Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenliegt allerdings in den ersten 4 Monaten des Jahres 2024 insgesamt noch um preisbereinigt 6 % unter dem Vorjahresniveau. Dabei unterscheiden sich die Entwicklungen in den beiden Teilbranchen deutlich: Der Auftragseingang Verpackungsmaschinen stieg in den ersten vier Monaten um real 16 % über den schwachen Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei Nahrungsmittelmaschinen hingegen sanken die Bestellungen im gleichen Zeitraum, ebenfalls beeinflusst von Basiseffekten, um real 12 % unter den Vorjahreswert. „Für die nächsten Monate kann mit einer insgesamt positiven Entwicklung beim Auftragseingang gerechnet werden, denn besonders bei Verpackungsmaschinen dürfte es zu Nachholeffekten kommen“, glaubt Beatrix Fraese.

Laut VDMA-Konjunkturumfrage vom April 2024 wird die aktuelle Nachfragesituation aus den Märkten von über 40 % der Branchenunternehmen mit gut bis sehr gut bewertet. Über 50 % der Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinensind mit der Nachfragesituation zufrieden. Die weiteren Aussichten für 2024 schätzen die meisten Unternehmen unter dem Strich positiv ein. Angesichts der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen und auch vor dem Hintergrund des individuell erreichten hohen Vorjahresniveaus wird von den Unternehmen mehrheitlich ein moderates Wachstum für 2024 erwartet.

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