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Die Universität Stuttgart hat in einer Studie Bedenkliches herausgefunden: Jeder Bundesbürger wirft im Jahr annähernd 81 kg Lebensmittel sprichwörtlich in den Müll.
Das hat jetzt die Verbraucherministerin Ilse Aigner auf den Plan gerufen. Die CSU-Politikerin hat der Wegwerfgesellschaft den Kampf angesagt. In diesem Zusammenhang baut Aigner auch auf eine Aufklärungsaktion zum Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Einzelhandel. Damit will sie vermeiden, dass Lebensmittel in die Abfalltonne wandern, obwohl sie nach diesem Datum noch genießbar sind.

Die Wissenschaftler aus Stuttgart halten etwa zwei Drittel der Lebensmittelabfälle für vermeidbar.
Der Studie zufolge werden jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. 61 Prozent stammen aus Privathaushalten, jeweils rund 17 Prozent entfallen auf Großverbraucher - Gaststätten, Schulen und Kantinen - sowie auf die Industrie. Die übrigen 5 Prozent fallen im Einzelhandel an. Die Grünen haben, so schreibt die Financial Times Deutschland (FTD), Aigner aufgefordert, politisch aktiv zu werden. Unter anderem sollten unsinnige Handelsnormen aufgehoben werden. In Schulen und Kindergärten müsse es eine bessere Ernährungsbildung geben. Diskutiert werde auch darüber, Warenströme besser zu organisieren und kleinere Verpackungsgrößen anzubieten.

Ja, die Grünen, sie haben wie immer die Weisheit gepachtet.
An vorderster Front haben sie in den 90er Jahren die Verpackungsverordnung erstritten. Verpackung war für die Grünen damals schlichtweg vereinfacht ausgedrückt Müll. Die Getränkedose musste für dieses Zerrbild der Grünen herhalten und verschwand so mit dem Zwangspfand bewehrt für ein paar Jahre aus den Handelsregalen. Heute, fast 20 Jahre nach den dogmatischen Feldzügen gegen Verpackungen, denken die Jünger Trittins um: Sie erachten kleinere Verpackungsgrößen als hilfreich im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Nun, für diese späte Einsicht ist den Grünen durchaus zu gratulieren. Die späte ist schließlich besser als gar keine Einsicht. Die reifen Grünen haben gelernt, dass Verpackungen nicht per se schlecht sein müssen. Das ist gut so!

Eine Studie des EHI Retail Institute hat schon untersucht, mit welchen Strategien der Handel seine Lebensmittelverluste bereits reduziert hat und noch weiter reduzieren kann.
Neben optimierten Sortimenten und einem effektiven Warenwirtschaftssystem gehört für EHI-Forscher Frank Horst die richtige Verpackung zum sinnvollen Strategiemix. Kleinere, bedarfsgerechte Verpackungseinheiten müssen in die Regale. Ein Anspruch, den der deutsche Lebensmittelhandel laut BVL-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch bereits erfüllt. „Packungseinheiten sind in Deutschland im Schnitt nicht größer, sondern kleiner geworden", so Rausch. „Jeder Kunde kann heute bedarfsgerecht einkaufen", sagt er. Bleibt abzuwarten, was die Politik darüber denkt. Die Verpackung jedenfalls steht endlich im richtigen Licht.

Ihre Meinung: matthias.mahr@huethig.de

 

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