Palettenwickler

Mit einem automatisierten Palettenwickler lassen sich sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile generieren. (Bild: Raja)

In diesem Kontext lassen sich für den Bereich der Ladungssicherung unterschiedliche Handlungsfelder definieren. Eine zentrale Rolle nimmt die Reduzierung des Materialeinsatzes ein, ohne auf den Produktschutz zu verzichten. Im Falle von Palettenwicklern und Folien geht es hier natürlich um den reduzierten Einsatz von Kunststoff, der Ersparnis von Zeit, CO2 und menschlichem Krafteinsatz bei gleichbleibender Sicherheit.

Weniger ist mehr

Für eine optimale Ladungssicherung ist Dehn- oder Stretchfolie meist unerlässlich. Werden Produkte auf einer Palette platziert, dient die Stretchfolie dazu, die Stabilität während Lagerung und Transport sowie den sicheren Schutz gegen äußere Einwirkungen wie Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen zu ermöglichen.

Während der Transportvorbereitung lassen sich oftmals Folien- und Papierverbrauch stark minimieren. Beim Verpackungsprozess sollte deshalb auf den passenden Karton, die richtige Menge Stretchfolie und Polstermaterial sowie auf die korrekte Folienstärke geachtet werden, mit der Paletten umwickelt werden. Das wichtigste Maß bei der Wahl der Stretchfolie ist die Dicke der Folie in Mikrometer (µm), oft nur mit der Bezeichnung µ verwendet. So lassen sich sowohl Materialkosten als auch, durch ein reduziertes Transportvolumen und -gewicht und der damit einhergehenden besseren LKW-Auslastung, Transportkosten und CO2 einsparen.

Die benötigte Folienmenge können Verpacker auch durch den Einsatz von Papier-Zwischenlagen mit Anti-Rutsch reduzieren, da dies die Stabilität der Palette erhöht und die horizontalen Kräfte, die beim Beschleunigen der Palette auf die Folie wirken, reduziert.

Vordehnung ist das A und O

Erfahrungen zeigen, dass viele Kunden Standardfolien nutzen. Die Materialmenge kann durch den Einsatz dünnerer, flexiblerer und dehnbarerer Folien optimiert werden. Hierbei lautet das Stichwort „Vordehnung“: Die Vordehnung oder Vorreckung ist eine mögliche Eigenschaft von Stretchfolien. Vorgedehnte Folien eignen sich vor allem für die manuelle Anwendung oder Stretchmaschinen ohne Vorrecksystem. Dabei wird die Folie bereits in der Produktion vorgedehnt, bevor sie auf den Kern aufgerollt wird. Der Vorteil ist, dass die Folie bei der Verarbeitung nicht mehr gedehnt werden muss, da sie sich im optimalen Arbeitsbereich befindet. So ist das Einstretchen von Paletten mit deutlich weniger Kraftaufwand möglich. Vorgedehnte Stretchfolien haben von vornherein eine geringere Stärke.

Nutzt der Anwender eine Maschine mit Vorrecksystem, ist der Einsatz besonders dehnfähiger Folien empfehlenswert, weil sich so Material einsparen lässt. Hat eine Folie beispielsweise eine angegebene Dehnbarkeit von 250 %, bedeutet dies, dass 1 m Folie um 2,5 m auf 3,5 m gedehnt werden kann. Neben der Materialeinsparung profitierten Unternehmen zusätzlich von einer Abfallreduktion von bis zu 50 %.

Stretchfoliendicke optimieren

Damit die stabilisierende Eigenschaft einer Stretchfolie vollumfänglich ausgeschöpft werden kann, sollte diese zur Ladeeinheit passen. Eine effektive Methode, um die richtige Folie und Folienmenge für den vorgesehenen Bedarf zu finden, ist der Stretchfolientest. Dabei werden Probewicklungen mit verschiedenen Folien auf der vom Kunden verwendeten Maschine vorgenommen und anschließend die Ergebnisse hinsichtlich Materialmenge verglichen und ausgewertet. Das Testverfahren dauert zwei bis vier Stunden und eignet sich ausschließlich für Maschinenstretchfolie. Ähnliche Durchgänge mit Handstretchfolie lassen sich kaum vergleichen, da die manuelle Verarbeitung zu schwankenden Ergebnissen je nach Mensch und Tageszeit führt. Einer der Vorteile maschineller Stretchung ist eben das immer gleiche Ergebnis und die Sicherstellung gleichbleibender Qualität.

Nach wie vor werden in hoher Zahl Maschinenstretchfolien in Standardstärken zwischen 17 und 23 μm zur Ladungssicherung eingesetzt. Um Alternativen zu prüfen, analysieren Mitarbeiter von Raja gemeinsam mit Kunden die Verpackungsoptionen. Häufig sind durch stärkenreduzierte Folien mit 8 μm Materialeinsparungen von mehr als 30 % möglich, ohne Kompromisse für die Ladungssicherung einzugehen. Zudem bringen dünnere Folien mehr Laufmeter auf die Rolle, der Lagerplatzbedarf sinkt und die Zahl der Rollenwechsel während der Verarbeitung ebenfalls. Die richtige Wahl der Folie hat einen positiven Effekt auf die Umwelt, da weniger Folie gleichbedeutend mit weniger CO2-Belastung ist. Laut Aussage verschiedener Folienproduzenten wird bei der Herstellung von 1 kg Stretchfolie circa 2,8 kg CO2 ausgestoßen.

Das Material – die Qual der Wahl

Bei Maschinen-Stretchfolien haben sich Folien aus Recyclingmaterial bisher am Markt noch nicht durchgesetzt, da sie eben besonders großen Belastungen standhalten müssen. Daher ist hier die Zuführung zum Recyclingprozess besonders wichtig, um den Kunststoff im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder zu Neuem zu verarbeiten.
Im Hand-Stretchfoliensektor gibt es eine Auswahl umweltfreundlicher Alternativen. Allen voran Folien mit hohem Recyclinganteil, wie der 80 % recycelten Hand-Stretchfolie von Raja. Auch Folien auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie Mais- und Kartoffelstärke gibt es.

Vorteile der Automatisierung

In jedem Betrieb geht es um Prozessoptimierung. Es gilt, Arbeitsschritte einfacher und schneller zu gestalten, um Zeit, Personal- und Materialeinsatz als auch die Fehlerquote zu reduzieren, während zeitgleich eine höhere Anzahl von Aufträgen bearbeitet werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass unter Einsatz eines automatisierten Palettenwicklers bis zu 1,5 min pro Ladeeinheit gespart werden können. Ab 20 Paletten pro Tag amortisiert sich dessen Verwendung. Ob Palettenwickler mit Drehteller oder Dreharm, hängt jeweils vom konkreten Fall ab.

Ein starkes Argument für Automatisierung sind hohe Durchsatzzahlen. Ab einer bestimmten Leistung sind viele Abwicklungen ohne technische Unterstützung nicht mehr zu betreiben. Überall dort, wo sich gleiche Abläufe in hohem Takt wiederholen oder in mehreren Schichten gearbeitet wird, lohnt es sich, eine Automatisierung zu prüfen. Besonders im Bereich der Ladungssicherung kann oftmals von händischer auf automatisierte Ladungssicherung umgestellt werden. Durch moderne Abrollmechanismen ermöglichen Palettenstretcher Einsparungen von Verpackungsmaterial. Halbautomatische Maschinen wie das Einsteigermodell Ecoplat Plus von Raja lohnen sich bereits ab zehn Paletten pro Tag.

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