Das mehrstufige Sicherheitssystem der Kanister-Abfüllanlage bietet Vorteile wie Etikettenkon­trolle und Überprüfung der Behälterverschließung.

Das mehrstufige Sicherheitssystem der Kanister-Abfüllanlage bietet Vorteile wie Etikettenkon­trolle und Überprüfung der Behälterverschließung. (Bild: Greif-Velox)

Mit der Neufassung der TRGS 500 sind die Anforderungen zum Schutz der Arbeitnehmer vor Staub, Gefahrstoffen und sonstigen Gefahren am Arbeitsplatz gestiegen. Nach dem sogenannten Stop-Prinzip müssen Arbeitgeber bei der Auswahl der Schutzmaßnahmen zur Sicherheit der Mitarbeiter grundsätzlich eine Maßnahmenhierarchie beachten: Substitution, technische Schutzmaßnahmen, organisatorische Schutzmaßnahmen und persönliche Schutzmaßnahmen (= Stop). 

Technische Vorkehrungen gewährleisten Sicherheit

Können Gefahrstoffe nicht durch weniger gefährliche Stoffe oder andere Verfahren ersetzt werden, müssen laut TRGS 500 entsprechende technische Vorkehrungen getroffen werden, damit Mitarbeiter in ihrer Gesundheit und Sicherheit nicht gefährdet werden. Dies gilt insbesondere für die Abfüllung von hochtoxischen, karzinogenen oder stark ätzenden Stoffen, wie zum Beispiel Flusssäure. Die TRGS 500 sieht als wirksamste technische Schutzmaßnahme ein geschlossenes System vor, aus dem keine Chemikalien austreten können, um das Kontaktrisiko mit gefährlichen Substanzen nach Möglichkeit auf Null zu reduzieren. Genau nach diesen Vorgaben hat Greif-Velox die Kanisterabfüllanlage A-DOS-K konzipiert.

Greif-Velox A-DOS-K ist ein geschlossenes, eingekapseltes System (im Containment), sodass im Betrieb keine Gefahrstoffe austreten können. Wenn die Anlage nach Anmeldung betriebsmäßig geöffnet wird, ist die Abfüllung inaktiv. Zum weiteren Schutz der Mitarbeiter sind die Bedienungsschritte so gestaltet, dass sie leicht nachzuvollziehen sind und einfache Bedienungsfehler nicht zu einem Stoffaustritt führen. Für die geringstmögliche Gefährdung von Mitarbeitern sorgt ein siebenstufiges Sicherheitssystem:

Die Etiketten werden vollautomatisch auf den Kanistern angebracht – überwacht von einem Kamerasystem. Es erfasst neben der Lage der Etiketten auch die Etikettendaten, sodass diese mit den Auftragsdaten verglichen werden können. Damit wird sichergestellt, dass alle Warnhinweise korrekt auf den Gebinden angebracht sind und kein Produkt in ein nicht ordnungsgemäß ausgezeichnetes Gebinde gelangt. 

Nachdem die Kanister in den Abfüllbereich transportiert worden sind, werden ihre Anwesenheit und ihr Tara-Gewicht geprüft. Dies ist eine zusätzliche Sicherheits- und Qualitätskontrolle: Die Kanister werden nur befüllt, wenn diese mit den vorgegebenen Werten hinsichtlich Gebindegröße und -gewicht übereinstimmen. Durch diese weitere Prüfung wird sichergestellt, dass das Produktgewicht zum zugeführten Kanistertyp passt und es zu keiner Überfüllung kommt.

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Die Kanister-Abfüllanlage gewährleistet ein geschlossenes, eingekapseltes System (im Containment), sodass im Betrieb keine Gefahrstoffe austreten können. (Bild: Greif-Velox)

Eichgenaue Befüllung und Absaugung während der Abfüllung

Haben die Gebinde die Kontrolle bestanden, werden die Substanzen darauffolgend automatisch eich- und waagengenau abgefüllt, damit die Gebinde gesetzeskonform in den Verkehr gebracht werden können. Während der Abfüllung ist ständig die Spundlochabsaugung direkt an der Emissionsquelle, dem Spundloch, aktiv. So verbleiben die Gefahrstoffe innerhalb des Erfassungsbereichs, sodass sie die geringstmögliche Gefahr für die Sicherheit der Mitarbeiter darstellen. Sollte beim Abfüllen ein Gebinde überfüllt werden oder sollte es zu einer Leckage durch einen undichten Kanister kommen, greift sofort ein automatischer Stopp-Mechanismus. Die überschüssige Flüssigkeit landet in diesem Fall sicher in einer Auffangwanne mit entsprechender Detektion durch einen Liquifanten. 

Beim Verschließen der Gebinde gibt es strenge Vorgaben bezüglich des Zuschraub-Drehmoments. Dieses wird bei jedem Gebinde vom System genau kontrolliert und dokumentiert, um einen Nachweis und eine Nachverfolgbarkeit zu erhalten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Gebinde richtig verschlossen sind und in der Fertigung kein Mitarbeiter durch ausgetretenes Produkt zu Schaden kommt. Darüber hinaus sind nachweisbar sicher verschlossene Kanister wichtig für den weiteren reibungslosen Transport. Denn bei Produktaustritt kann es für die Produzenten sehr teuer werden: In diesem Fall müssen möglicherweise eine Straße gesperrt oder eine Halle oder ein ganzes Schiff geräumt und dekontaminiert werden, da die giftigen oder leicht entzündlichen Stoffe Menschen gefährden können. Solche Einsätze verursachen schnell finanzielle Schäden in Höhe von mehreren 10.000 Euro. Um das zu verhindern, ist die Anlage zusätzlich mit einer automatischen Deckel-Farberkennung und einer Dichtungserkennung ausgestattet. So ist sichergestellt, dass immer der richtige Deckel (Standard- oder Entgaserdeckel) auf die Gebinde geschraubt ist und sich immer eine Dichtung im Deckel befindet.

Nachdem die flüssigen Stoffe sicher abgefüllt und die Gebinde verschlossen worden sind, geht es an die Palettierung. Auch dieser Prozess läuft vollautomatisch: Der Vier-Achs-Roboter Velopack platziert zuerst die Palette und darauf einen Pappaufleger, um mögliche Beschädigungen des Kanisters durch hervorstehende Nägel oder Ähnliches zu vermeiden. Anschließend werden die Kanister abhängig von Kanistergröße und Palettentyp auf der Palette angeordnet. Der Roboter ist nicht nur flexibel im Aufbau verschiedener Palettenbilder; er garantiert auch ein präzises Packbild, was im Folgenden die Ladungssicherung durch automatischen Deckblattaufleger und Stretchwickler (bei stehender Palette) unabhängig von der Gebindegröße ermöglicht.

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Beim Verschließen der Gebinde gibt es strenge Vorgaben bezüglich des Zuschraub-Drehmoments. Dieses wird bei jedem Gebinde vom System genau kontrolliert und dokumentiert, um einen Nachweis und eine Nachverfolgbarkeit zu erhalten. (Bild: Greif-Velox)

Vollautomatischer Produktwechsel und Reinigung der Anlage

Die Anlage ist mit drei voneinander unabhängigen Füll- und Reinigungseinheiten für den Produktweg ausgestattet. So ist es möglich, parallel auf einer Station abzufüllen, eine zweite zu reinigen und mit einer dritten eine Beprobung durchzuführen.

Soll das Produkt gewechselt oder die Anlage gewartet werden, kann sie geschlossen vollautomatisch gereinigt und dekontaminiert werden – inklusive automatischer Spülung des Tropfenfangsystems. Damit kann der Kunde flexibel und ohne komplizierte Umbauten verschiedene Produkttypen mit einer Anlage sicher abfüllen. Durch die vollautomatische Reinigung der Anlage kommt es zu keiner Vermischung der Produkte untereinander, die möglicherweise durch chemische Reaktionen große Schäden anrichten könnten. Durch die sichere Reinigung gibt es auch keinerlei Rückstände von nicht erwünschten Produkten in den Gebinden.

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