Das Anwendungsbeispiel verbindet die zwei Mosca-Maschinen Evolution Sonixs MS-6 H und KZV-321 mit dem fahrerlosen Transportsystem Karis von Gebhardt. Im Mosca-Showroom können Kunden Testläufe mit eigenen Produkten fahren.

Das Anwendungsbeispiel verbindet die zwei Mosca-Maschinen Evolution Sonixs MS-6 H und KZV-321 mit dem fahrerlosen Transportsystem Karis von Gebhardt. Im Mosca-Showroom können Kunden Testläufe mit eigenen Produkten fahren. (Bild: Mosca)

Kundenwünsche und -bedürfnisse können sehr volatil sein. Das merkt beispielsweise der E-Commerce sehr stark. Nirgends sonst müssen so schnell immer neue Produkte entwickelt, hergestellt, für den Transport gesichert und versandt werden. Im trendgetriebenen Modebereich zeigt sich diese Entwicklung im Extrem: Ultrafast-Fashion-Firmen, die pro Woche mehrere hundert oder gar tausend neue Kleidungsstücke ins Sortiment aufnehmen, ziehen immer mehr junge Konsumentinnen und Konsumenten an. Um diese enorme Produktauswahl zu ermöglichen, werden die Kleidungsstücke oftmals nicht mehr in Masse vorproduziert, sondern flexibel auf Nachfrage.

Diese Art von Flexibilität muss auch das Ende der Produktionslinie widerspiegeln – denn unterschiedliche Produkte benötigen unterschiedliche Arten der Transportsicherung. Wo einzelne, leichte Produkte wie T-Shirts lediglich in Tüten verpackt und versandt werden, müssen Pakete mit schwereren Waren durch Umreifung gesichert werden. Kommissionierte Ladungen hingegen, bei denen Produkte oder Packstücke verschiedener Größen auf Paletten gestapelt werden, erhalten ihre Stabilität erst durch Stretchwickeln und zusätzliche Umreifung.

Höhere Flexibilität ermöglicht höhere Leistung

Moderne Fördermittel wie fahrerlose Transportsysteme (FTS) bieten die dafür nötige Flexibilität am Ende der Linie: Sie sind platzsparend, skalierbar und extrem anpassungsfähig. Möchte ein Unternehmen beispielsweise seinen Durchsatz steigern, muss es nicht gleich eine komplett neue Produktionslinie aufbauen, sondern lediglich die Anzahl der FTS erhöhen.

Die autonomen Helfer kommen zunehmend am Markt an: Laut einer Studie von Inform verdoppelte sich ihr Einsatz von 2013 bis 2021 beinahe. Im Gegensatz zu stationärer Fördertechnik wie Ketten-, Rollen- oder Riemenförderer bieten FTS einen weiteren Vorteil: Werden einzelne Maschinen flexibel angefahren, so können diese entsprechend ihrer maximalen Kapazität arbeiten – ohne sich an vorgelagerte, langsamere Maschinen anpassen zu müssen. In einer solchen Lösung kommt jedes Produkt nur zu der Maschine, von der es für den Transport gesichert wird. Besonders für Umreifungsmaschinen bietet sich dies an, erklärt Johannes Wieder, Sales Manager Logistics bei Mosca: „Umreifungsmaschinen haben oftmals einen höheren Durchlauf als vorgeschaltete Maschinen und könnten problemlos die Produkte mehrerer Linien umreifen. Ihre volle Leistung entfalten Hochleistungsmaschinen in solchen Fällen daher erst in flexiblen Linien.“

Anwendungsbeispiel zeigt Potenzial

Wie eine solche Kombination aus fahrerlosen Transportsystemen und Umreifungsmaschinen aussehen kann, zeigen Mosca und Fördertechnik-Experte Gebhardt Intralogistics in einer gemeinsamen Anwendung. „Gerade Mosca-Maschinen sind für ihre hohe Leistung bekannt“, erklärt Jan Schlichting, Sales Manager Mobile Robotics & AGV bei Gebhardt, das Potenzial der Anwendung. „In der Kombination mit fahrerlosen Transportsystemen können Unternehmen diese Leistung noch besser ausnutzen.“ Zum Einsatz kommen in der Anwendung neben dem fahrerlosen Transportsystem Karis von Gebhardt beispielhaft Moscas Evolution Sonixs MS-6 H mit vertikalem Kantenschutz sowie die Palettenumreifungsmaschine KZV-321. „Anhand dieser beiden leistungsstarken Maschinen zeigen wir das volle Potenzial der Kombination aus FTS und End-of-line-Lösungen für verschiedene Produkte“, erklärt Wieder. „Grundsätzlich kann aber jede Mosca-Maschine in die Anwendung eingebunden werden.“

Das Prinzip bleibt dabei immer gleich: Die fahrerlosen Transportfahrzeuge des Karis-Systems holen die Produkte ab und bringen sie zu einer Mosca-Maschine. Diese sichert das Produkt für den Weitertransport – ob durch Umreifung, Banderolierung oder Stretchwicklung. Das FTS nimmt das gesicherte Produkt wieder entgegen und bringt es zur nächsten Station. Dabei läuft jedes Produkt entsprechend seiner Anforderungen eine eigene Route: Instabile Produktstapel – etwa bei kommissionierten Ladungen – können so erst umwickelt und dann umreift werden, während einzelne Kartons nur eine einfache Umreifung benötigen.

Dadurch können in der Anwendung mehrere Produktionslinien innerhalb einer Halle, aber auch hallenübergreifend zusammengeführt werden. „Um Umreifungsmaschinen als einen Sammelpunkt für Warenflüsse einzusetzen, braucht es nicht unbedingt fahrerlose Transportsysteme“, so Schlichting. „Aber mit stationärer Fördertechnik mehrere Linien aus unterschiedlichen Hallen zu konsolidieren, ist deutlich schwieriger und aufwendiger.“ Für FTS hingegen sind auch lange und komplizierte Wege kein Problem. Im Gegenteil: Gerade auf langen, variablen Strecken sparen sie Zeit, da sie auf freien Strecken ihre Maximalgeschwindigkeit erreichen – bei Karis etwa 1,2 Meter pro Sekunde. Die Navigation durch die verschiedenen Hallen erfolgt dabei ohne Leitliniensystem, Reflektoren oder Induktionsschleifen: Vor dem ersten Einsatz werden die Fahrzeuge manuell durch die Halle gesteuert, um eine digitale Karte zu erstellen. Anschließend werden Verkehrsregelungen im Hallenlayout festgelegt. Im Arbeitsalltag nutzen die Fahrzeuge Sensorik und Schwarmintelligenz, um Mitarbeitern und anderen Flottenmitgliedern auszuweichen und immer die effizienteste Route für jedes Produkt zu berechnen.

Testläufe für Kunden mit eigenen Produkten

Im Showroom von Mosca sowie auf Messen hat das Beispiel mit der KZV-321 und der Evolution Sonixs MS-6 H bereits seine Premiere gefeiert. Aktuell können Mosca-Kunden vor Ort im Showroom Testläufe mit eigenen Produkten fahren, um die Lösung für ihre Bedürfnisse zu testen. „Die Anwendung ist prinzipiell für viele unserer Kunden sehr spannend“, erklärt Wieder. „Aber natürlich müssen wir immer gemeinsam prüfen, ob es auch die richtige Lösung für die individuellen und Bedürfnisse des Kunden ist.“

Während das Anwendungsbeispiel von Mosca und Gebhardt nur zwei Maschinen und ein fahrerloses Transportfahrzeug beinhaltet, liegt einer seiner großen Vorteile in seiner Skalierbarkeit: Wird ein höherer Durchsatz benötigt, kann die Anzahl der FTS flexibel erweitert werden. Auch weitere Maschinen können mit den Fahrzeugen nachträglich in bestehende Linien eingebunden werden, ohne dass stationäre Fördertechnik umgebaut werden müsste. Durch den geringen Platzverbrauch des FTS bleibt zudem mehr Platz für Maschinen, Mitarbeiter und zukünftige Produktionslinien. Wieder betont: „Gerade, wer kein Massenproduzent ist, sondern im E-Commerce- oder Pharmabereich viele verschiedene Produkte flexibel und zuverlässig für den Transport sichern muss, kommt um den Einsatz von FTS kaum noch herum.“

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