Technik

Wieder in der Erfolgsspur

Es klingt gut, was die drei Gesellschafter jüngst am Stammsitz in Annerod sagten: Für 2011 wurde der geplante Auftragsvorlauf überschritten, die Finanzierung des Unternehmens konnte mit den Banken auf solide Füße gestellt werden und diverse Produktentwicklungen sind beendet oder in die Wege geleitet. „Außerdem haben wir mit dem Vermieter unseres Gebäudes eine umfangreiche Renovierung verabreden können", berichtete der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Becker. Seit dem 1. Mai 2010 sind die neuen Investoren bei Rovema am Ruder, seit dieser Zeit hat das Dreigestirn keinen Stein auf dem anderen in der Industriestraße 1 in Annerod gelassen. Mit privatem und geliehenen Kapital sind sie in das Unternehmen eingestiegen, das ihrer Meinung nach ein riesiges Potential hat. Mit über 300 Mitarbeitern startete die „neue" Rovema GmbH am 1. Januar nach abgeschlossener Sanierung unter neuer Führung. Inzwischen sind 330 Mitarbeiter am Stammsitz an Bord. Mit innovativen Maschinen und Steuerungskonzepten will der weltweit angesehene Maschinenbauer auf der interpack punkten und Kunden für sich begeistern.

Die Krise gemeistert
Rückblende: Am 10. November 2009 meldet die Rovema Verpackungsmaschinen GmbH beim Amtsgericht Gießen Insolvenz an. Etwa zwei Jahre zuvor hatte Hauptgesellschafter Dr. Walter Baur sein Unternehmen an eine amerikanische Investorengruppe verkauft. Nach diesem Besitzerwechsel investiert die Rovema GmbH kräftig in die vermeintlich gute Zukunft. Sie übernimmt die zur Piltz-Gruppe gehörende Hassia-Redatron GmbH in Butzbach und den Verpackungsbereich der Piltz GmbH in Heidenheim. Es folgt der Zukauf von »Bossar S. L.«, Barcelona, das horizontale Schlauchbeutelmaschinen fertigt. Die Verhandlungen der damaligen Gesellschafter mit Banken und Kreditversicherern zur Fortführung der bisher gewährten Kreditlinien scheitern. Das Amtsgericht Gießen bestellt Rechtsanwalt Dr. Jan Markus Plathner zum Insolvenzverwalter. Dieser verschafft sich einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation und entscheidet, dass der Geschäftsbetrieb weitergeführt wird. Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten - insbesondere Kunden, Lieferanten und die betroffenen Arbeitnehmer - aktiv mitwirken. Die Ursachen der Insolvenz sieht die damalige Geschäftsführung in Strukturdefiziten, die in der Vergangenheit ihren Ursprung haben, und natürlich in der Wirtschaftskrise, die bei Rovema das Auftragsvolumen bei Verpackungsmaschinen, Ersatzteilen und Serviceleistungen um annähernd 25 Prozent schrumpfen lässt. Nicht von der Insolvenz betroffen sind die übrigen europäischen und amerikanischen Gesellschaften der Unternehmensgruppe, die ihren Geschäftsbetrieb unverändert fortsetzen. Plathner teilt zügig nach seiner Bestellung mit: Die bereits vor Eintritt der Insolvenz mit potenziellen Investoren geführten Gespräche werden im Hinblick auf eine mögliche kurzfristige Sanierungslösung fortgeführt und vertieft. Es bestehe die begründete Hoffnung, dass Rovema die Insolvenzlage in überschaubarer Zeit positiv überstehe und mit Hilfe frischen Kapitals eine dauerhafte Zukunftsperspektive erhält. Er behält Recht.

Die Rovema GmbH hat das einschneidenste wirtschaftlichen Tief ihrer Unternehmensgeschichte inzwischen überwunden. Die neuen Investoren glauben, so Dr. Lachenmaier, an neue Höhenflüge für die Verpackungstechnik aus dem Gießener Land. Unisono dankten die drei Gesellschafter den Kunden, die ihrem Unternehmen auch in der Insolvenz die Treue hielten. Nur durch sie sei es möglich gewesen, den Fortbestand zu sichern. Jetzt herrscht wieder Optimus in Annerod, der durch die gute Konjunktur und den Schwung, der von der interpack im Mai zu erwarten sei, gespeist wird.

Mit Innovationen punkten
Ab sofort liefert Rovema seine Maschinen mit einer plattformunabhängigen Steuerung aus, um sich weiteren Kundenkreisen zu öffnen. Von der Dosierung bis zur Endverpackung hat die PC-basierte Maschinensteuerung Pack-Control alles im Griff. Wie die Maschinen ist die Steuerung streng modular aufgebaut und dadurch einfach zu kombinieren und zu bedienen. Sicherheit bei Bedienung, Speicherung der Rezepturen und Langzeitstabilität der Programmabläufe hat neben der Minimierung des Umstellungsaufwands höchste Priorität. Bei Änderungen von Geschwindigkeit, Verpackungen, Produkten oder sonstigen Einstellungen werden direkt in der Steuerung sämtliche Maschinenparameter neu berechnet und eingestellt. Somit gewährleistet Pack-Control jederzeit den optimalen Produktionsprozess. Die einfache Bedienung über das Touch-Panel ermöglicht die problemlose Veränderung von an sich komplexen Einstellungen. Drei passwortgeschützte Rechteebenen lassen passende Hierarchien zu, Parameterhöchst- und -niedrigstwerte machen Fehleingaben unmöglich. Die durchgängige Bedienphilosophie von Dosierer über Schlauchbeutelmaschine, Kartonierer und Endverpackungsmaschine kann Fremdaggregate mit einschließen. Mit geringem Aufwand sind neue Verpackungen genauso möglich wie Erweiterungen der Verpackungslinie. Die modulare Steuerung beweist ihre Leistungsfähigkeit bei kleinen wie großen Anlagen zuverlässig im Ein-Schicht- wie im Dauerbetrieb rund um die Uhr.

Pack-Control bedient sich der gängigen Software- und Hardware-Standards. Die PC-basierte Steuerung läuft unter dem Betriebssystem Linux, die Visualisierung ist eine Java-Anwendung und die Maschinensysteme sind über das offene und IEC-konforme Sercos III Industrial Ethernet-Bussystem angebunden. Damit ergeben sich Freiheiten in der Hardware, die eine zuliefererunabhängige Komponentenauswahl nach den technischen und kaufmännischen Anforderungen der Maschinenkunden ermöglicht. Die Sicherung der Rezepturen erfolgt einschließlich aller Aggregat- und Aktorenansteuerungen auf einer CompactFlash-Karte, wodurch ein Komponententausch oder die Einstellung einer weiteren Maschine schnell und ohne Programmieraufwand möglich ist.

Und mit „Qualiseal" präsentiert Rovema ein Siegelverfahren, das das Siegeldruckprofil optimiert und dadurch die Packungsqualität nachhaltig verbessert. Mit der individuellen Einstellbarkeit aller Siegelparameter wird die Voraussetzung für höchste Reproduzierbarkeit und Effizienz geschaffen. Einflüsse unterschiedlicher Packstoffeigenschaften oder prozessbedingte Besonderheiten werden fallweise berücksichtigt und dadurch bestmögliche Packungs-Qualitätsergebnisse sichergestellt. Die Siegelnahtqualität werde durch ein neues Siegelfunktionsprofil mit kontrollierter Vorwärmposition und anschließender kontrollierter Siegeldruckverpressung gegenüber gängigen Verfahren wesentlich verbessert. Stückige Produktteile werden zudem mit der Rovema-spezifischen „Sense und Seal"-Technik erkannt und betroffene Packungen werden ohne Siegeldruckaktivierung ausgeschleust. Das intelligente Siegelsystem vermeidet dadurch das Verpressen und Schmelzen von Nachfallpartikeln in der Siegelnaht, was zudem noch das Siegelwerkzeug verschmutzen könnte. Reduzierte Stillstandszeiten, geringerer Schneidmesserverschleiß und die automatische Beutelausscheidung defekter Packungen sichern lange unterbrechungsfreie Laufzeiten und höchste Effizienz. Das neue Verfahren baut auf der direkten Nutzung der Kraft des Siegelbackenantriebsmotors. Dem Bediener ist dadurch möglich, alle für den Prozess wichtigen Parameter am Maschinendisplay einzustellen. So ist die Siegelkraft individuell einstellbar, wodurch bei unterschiedlicher Beutelbreite der Siegeldruck pro Quadratmillimeter konstant gehalten werden kann.

Neue Variante des Traypackers ETI von Rovema
Bis zwölf Kartons und 120 Produkte pro Minute: Die neue Variante des Traypackers ETI von Rovema bringt trotz aller Wirtschaftlichkeit hohe Leistung. Mit bewährter und robuster Antriebstechnik und der hauseigenen Steuerung Pack-Control ausgerüstet, wird die Maschine dem Anspruch „Flexible Beutel intelligent verpacken" mehr als gerecht. Kompakt gebaut, dennoch übersichtlich und zugänglich findet der Packer für zweiteilige Displaykartons auch bei beengten Verhältnissen seinen Platz. Mit schnellem und sicherem Formatwechsel liefert die Maschine leistungsfähige Verpackungstechnologie für alle Tray-Verpackungen mit innenliegendem Deckel. Die Maschine kann verschiedenste Zuschnittgeometrien für Tray und Deckel verarbeiten, so daß Standard oder L-Trays sowie Voll- oder U-Deckel hergestellt werden können. Als Ableitung der mit Linear- und Servoantrieben ausgerüsteten Hochleistungs-ETI-L ist die neue Variante mit konventioneller Antriebstechnik bestückt. Die geringere Geschwindigkeit macht sich in der Investition bemerkbar, und so wird die günstigere Maschine auch ihre Freunde finden. Ergonomisch ist sie in jedem Fall, denn die Zuschnittmagazine sind griffgünstig niedrig und direkt nebeneinander angeordnet. Der gesamte Verpackungsprozess erfolgt auf einer Ebene und besonders produktschonend. So ist auch die Tray-Formung unabhängig vom Produkt, denn sie erfolgt mit einem robusten Stempel. Der auffallend kleine Schaltschrank ist an der Maschine montiert und ermöglicht zusammen mit der von allen Seiten zugänglichen Konstruktion eine einfache Reinigung der Maschine. Der Rahmen ist robust ausgeführt, so dass ihm die entstehenden Kräfte über die gesamte Lebensdauer hinweg nichts anhaben können. Wirtschaftlicher Einstieg, einfache Formatwechsel, lange Lebensdauer: Mit dem Traypacker ETI 432/12 haben die Nutzer die Kosten im Griff.

 

Über die Firma
Rovema GmbH
Fernwald
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