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Die leichteste CSD-Flasche der Welt

26,8 Gramm leicht ist der neueste 1,5-Liter-PET-Behälter für CSD (Carbonated Soft Drinks). Das Behälterdesign setzte Krones für die Unternehmensgruppe Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke (MEG) um, eine Tochter der Schwarz Gruppe, zu der auch die Handelskonzerne Lidl und Kaufland gehören. Die neue Flasche ist nach erfolgreichen Tests
heute flächendeckend in den Lidl Filialen zu finden. Sie brachte eine wesentliche Gewichtersparnis im Vergleich zum bisherigen Design in Kombination mit deutlich erhöhter Griffstabilität.

Lidl ist heute unter den Top 5 des deutschen Lebensmittel-Einzelhandels und darüber hinaus eines der größten Handelsunternehmen Europas. Mit diesem Bewusstsein arbeitet das Familienunternehmen aus dem schwäbischen Neckarsulm kontinuierlich an Lösungen, um im Rahmen seiner Möglichkeiten das Klima und die Umwelt zu schonen.

Mit über 3.000 Filialen im gesamten Bundesgebiet engagiert sich Lidl für eine optimale Energieeffizienz der Standorte sowie deren effizienten internen Betriebsabläufe. 100 Prozent weniger Heizenergie, 30 Prozent weniger CO2-Ausstoß und 10 Prozent weniger Stromverbrauch im Vergleich zu einem herkömmlichen Lebensmittelmarkt - mit der neuen Filialgeneration will das Neckarsulmer Handelsunternehmen neue Standards für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen. Die Warenversorgung der bundesweiten Filialen wird über verschiedene Zentrallager in Deutschland organisiert. Bereits 2002 hat Lidl begonnen, verschiedene Maßnahmen zur Energieeinsparung im Zentrallagerbereich zu realisieren.

Ein Schwerpunkt ist auch der Einsatz umweltschonender Getränkeverpackungen. Unter dem Motto „Recyceln Sie mit!" startete Lidl im Frühjahr 2011 eine Öffentlichkeitskampagne für geschlossene Wertstoffkreisläufe, mehr Energieeffizienz und Reduzierung der Verpackungsgewichte. Die PET-Flaschen der Eigenmarken Freeway und Saskia werden heute zu über 40 Prozent aus recyceltem PET-Material hergestellt. Zu diesem Zweck werden ausschließlich die in den eigenen Filialen zurückgenommenen Pfandflaschen in einem geschlossenen Wertstoffkreislauf wiederverwertet. Aktuell erhöht die MEG den Recyclinganteil von 40 auf 50 Prozent.

Je weniger PET-Material eingesetzt wird, das heißt je leichter eine Flasche ist, desto weniger Ressourcen werden auch benötigt. Hier kam Krones ins Spiel. Durch moderne Herstellungsverfahren und Flaschendesigns war es möglich, das Gewicht der Freeway- und Saskia-PET-Flaschen innerhalb der letzten Jahre um fast 30 Prozent zu reduzieren. Dabei konnte die Funktionalität und Handhabbarkeit der Flasche bewahrt, beziehungsweise sogar verbessert werden. In Verbindung mit dem Recyclinganteil müssen für die Herstellung einer Flasche im Vergleich zur Situation vor drei Jahren heute nur 42 Prozent und künftig nur noch 35 Prozent der früher benötigten frischen Rohmaterialmenge von 38 g zugeführt werden. Das sind nur noch ganze 13,3 g bei einer 1,5 L Flasche.

Anspruchsvolle Vorgaben
Erste Gespräche mit Krones dazu fanden bereits im Februar 2009 statt. Die MEG postulierte als Vorgaben:

- leichtestes mögliches Gewicht,
- Verarbeitbarkeit der Flaschen auf allen bei MEG-Anlagen eingesetzten Maschinen,
- möglicher Recyclateinsatz bis zu 80 Prozent,
- maximaler CO2-Gehalt von 8,0 Gramm pro Liter,
- problemloses Handling im Rücknahmeautomaten,
- die Standfestigkeit sollte so hoch sein, dass die Flasche auch auf vorhandenen älteren Linien nachgerüstet werden kann,
- bestandener Stress-Cracktest,
- anspruchsvoller Bursttest,
- geringe CO2-Verluste während der Mindesthaltbarkeitszeit.

Zunächst wurde eine interne Testreihe mit insgesamt vier im Markt befindlichen Flaschen mit unterschiedlichen Eigenschaften durchgeführt, um den Status Quo als Vergleichsbasis zu kennen. Hierbei wurde auch die ideale Griffmuldenposition ermittelt. Darauf folgten drei unterschiedliche Flaschendesigns, die dann parallel getestet wurden. Allen Griffmulden ist gemeinsam, dass aufgrund des kleineren Durchmessers in diesem Bereich beim Blasen der Flasche dickere Wandstärken und damit höhere Stabilitäten entstehen. Hierzu ist man in der Lage, den übrigen Bereich hinsichtlich der Wandstärke maximal zu reduzieren, ohne dass die Funktionalität leidet, indem die Flasche z. B. einknickt. Der Anspruch besteht nun darin, die Griffmulde so auszulegen, dass der hohe Innendruck nicht zu späteren Ausdehnungen in Form von Aufweitung und Streckung der Griffmulde führt. Dazu musste auch eine ideale Preformgeometrie ausgelegt werden. Mit dem daraus entstandenen Testwerkzeug wurden bei Krones mittels einer extra für diesen Zweck vorhandenen Spritzgießanlage Preforms für 1,5-Liter-Behälter in unterschiedlichen Gewichten und Designs von 26,8 Gramm, 28,5 Gramm und 29,7 Gramm zum Testen gefertigt.

Mit den Musterformen entstanden in der Folge im Krones Technikum Musterflaschen, die nach den Kundenspezifikationen auf Herz und Nieren getestet wurden. Speziell für diese Entwicklung ergänzte Krones die Tests um zwei weitere Methoden: den Touchloadtest, der die Griffstabilität der Flasche in der Griffmulde untersucht und den Schwenkkrafttest, mit dem festzustellen ist, wie viel Kraft auf die Flasche wirkt und benötigt wird, um eine Flasche auszuschenken Diese Werte sind äußerst wichtig, wenn wie in diesem Falle das Flaschengewicht extrem reduziert werden soll.

Flasche wurde erfolgreich am Markt angenommen
Nach Ablauf all dieser Tests, die sich über mehrere Monate hinzogen, wurde die Flasche bei Lidl vorgestellt. Sie überzeugte nicht nur mit technischen Werten, auch das Flaschendesign und die Ergonomie waren entscheidend. Die neu konzipierte 1,5-Liter-Flasche für Lidl ist mit 26,8 Gramm die soweit bekannt leichteste CSD Flasche der Welt für höher karbonisierte Getränke.

Mittlerweile sind alle Linien bei der MEG umgestellt und die Flasche wurde erfolgreich im Markt angenommen. Die neue Flasche löste gleichzeitig unterschiedliche Flaschendesigns ab. Ab jetzt werden alle Füllgüter - Wasser (still und karbonisiert) sowie Erfrischungsgetränke - in eine einheitliche Flasche gefüllt und nicht in bis zu drei unterschiedliche Flaschenformen. Das bringt mehr Effizienz beim Produktwechsel in der Produktion.

Damit fügt sich die Gewichtsreduzierung optimal in die Bestrebungen von Lidl, ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren und zu handeln.

Über die Firma
Krones AG
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