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Der Online-Händler zeigt, was Daten möglich machen

Schöne neue Welt: Die NSA zapft unsere Kanzlerin an und Google sammelt alle Daten im weltweiten Netz – auch dann, wenn sie noch so unsinnig sind. Gibt es in der globalisierten Welt überhaupt noch Möglichkeiten zum Schutz privater Daten? Wohl nur noch für die Totalverweigerer – oder?

 

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Haben Sie schon gehört, an was Amazon derzeit arbeitet? Spiegel Online (SPON) meldete am 18. Januar in dicken Lettern: „Neues Patent: Amazon will schon vor der Bestellung liefern.“ Wie das geht? Nun, der größte Versandhändler der Welt kennt eben seine Pappenheimer: „Noch bevor ein Kunde überhaupt den Button »Kaufen« anklickt, soll die für ihn passende Ware schon auf dem Weg in Richtung seiner Wohnung sein. Dem Versandhändler Amazon wurde ein Patent zugesprochen, das einen „vorausschauenden Versand“ („anticipatory shipping“) ermöglichen soll. Das heißt: Bestimmte Waren werden schon einmal an ein Versandzentrum geschickt, in dessen Nähe sich ein oder mehrere Kunden höchstwahrscheinlich für das Produkt interessieren. Wird es dann schließlich bestellt, ist es umso schneller beim Empfänger“, schreibt SPON. Hintergrund der Aktion: Amazon möchte seine Lieferzeiten weiterhin optimieren, da dadurch das Risiko gemindert wird, dass der Online-Kunde eben doch mal schnell vor die Tür geht, um sich das gewünschte Produkt umgehend beim stationären Handel zu besorgen. Und natürlich funktioniert das nur, wenn Amazon den Kunden genaustens kennt. Ausgewertet werden alle Spuren, die wir beim Verweilen auf den Amazon-Websites hinterlassen. Bestellungen, Umtäusche, Wunschzettel bei Amazon, der Inhalt der Einkaufswagen und die Verweildauer mit dem Mauszeiger auf einer Produktbeschreibung werden künftig herangezogen, um unsere Produktwünsche noch schneller zu erfüllen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist eben alles möglich. Dort plant Amazon gar den Einsatz von Drohnen. Bereits eine halbe Stunde nach der Bestellung könnte die Ware dann beim Kunden sein.

Und in Deutschland? Nun, wir sind gutgläubig gewesen, dachten bis vergangenen Sommer, dass unsere Daten sicher sind. Ein sehr naiver Ansatz. Der boomende Online-Handel hat aber auch in der analogen Welt neben allen Kehrseiten eine besonders schöne – zumal aus Verpackungssicht: Die Wellpappenindustrie reibt sich die Hände, denn ihr Absatz in diesem Versandhandelskanal steigt seit Jahren deutlich. Umfassender Produktschutz, Flexibilität, leichte Handhabbarkeit und platzsparende Lagerung sind die Vorteile für Verpackungen aus Wellpappe. So werden Bücher, DVDs und Videos verpackt, indem die Wellpappe genau an die jeweiligen Maße angepasst wird. Ein altes Produkt, das bestens in die neue Welt passt!

  • Matthias Mahr, Chefredakteur

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Hüthig GmbH

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