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Koenig & Bauer: Weniger Bestellungen und geringerer Umsatz in Q3

Neben den Neuentwicklungen für den Wertpapierdruck werden im Zuge des Programms Performance 2024 die Investitionen in den direkten Wellpappen- und Digitaldruck sowie das Joint Venture mit der Durst-Gruppe vorangetrieben.
Neben den Neuentwicklungen für den Wertpapierdruck werden im Zuge des Programms Performance 2024 die Investitionen in den direkten Wellpappen- und Digitaldruck sowie das Joint Venture mit der Durst-Gruppe vorangetrieben.
(Bild: Koenig & Bauer)

Neben den Pandemie-Auswirkungen hat die neue interne Richtlinie der Koenig & Bauer AG zur Umsatzbilanzierung im Segment Sheetfed mit einer einmaligen Verschiebung von Erlösen in Höhe von 52,5 Mio. € nach 2021 maßgeblich zu diesem Umsatzrückgang beigetragen. Kumuliert für die ersten neun Monate 2020 unterschritt der Auftragseingang mit 712,8 Mio. € den Vorjahreswert von 843,0 Mio. € um 15,4 %, entwickelte sich aber deutlich besser als die vom VDMA veröffentlichten Branchenzahlen für Druckereimaschinen allgemein. Diese lagen im entsprechenden Zeitraum mit 26,8 % im Minus. Kumuliert für die ersten neun Monate 2020 ergibt sich ein Umsatz von 602,6 Mio. € (2019: 798,2 Mio. €).

Zur Stärkung der Positionierung als führender Anbieter im Verpackungs-, Industrie-, Wertpapierdruck und in der Weiterverarbeitung sowie zur Steigerung der operativen Ertragskraft im Konzern haben Vorstand und Aufsichtsrat Ende September das über die letzten Monate weiterentwickelte und ausgeweitete Programm Performance 2024 beschlossen. Die für das umfassende Maßnahmenpaket erforderlichen Einmalkosten wurden im Q3 aufwandsmäßig über eine Rückstellung in Höhe von 57,6 Mio. € verbucht. Zusätzlich hat die oben erwähnte, neue Umsatzbilanzierungs-Richtlinie das EBIT mit 6,3 Mio. € negativ beeinflusst. Positiv wirkte ein Einmalertrag aus einem Immobilienverkauf in Frankenthal in Höhe von 4,8 Mio. €. Per Saldo wird für Q3 ein EBIT von –61,3 Mio. € ausgewiesen. Allerdings hat sich das EBIT vor Sondereffekten von –34,9 Mio. € im Q1 und –10,2 Mio. € im Q2 auf –2,2 Mio. € im Q3 deutlich verbessert. Trotz geringerer Kurzarbeits-Effekte gegenüber Q2 wurde im Q3 der Break-even beim bereinigten EBIT nahezu erreicht. Kumuliert für die ersten drei Quartale 2020 werden ein EBIT von –102,2 Mio. € (2019: 5,2 Mio. €), ein Konzernergebnis von –109,0 Mio. € (2019: 1,0 Mio. €) und ein Ergebnis je Aktie von –6,62 € (2019: 0,05 €) ausgewiesen.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Im Segment Sheetfed konnte im Q3 ein robuster Auftragseingang von 128,6 Mio. € (Q3 2019: 132,0 Mio. €) erreicht werden. Trotz der deutlichen Zuwächse im Bogenoffset-Großformat und bei Faltschachtelklebemaschinen lagen die Bestellungen in den ersten drei Quartalen vor allem durch geringere Aufträge im Mittel- und Halbformat mit 416,6 Mio. € um 9,9 % unter dem Vorjahreswert von 462,6 Mio. €. Die Verschiebung von Erlösen in Höhe von 52,5 Mio. € nach 2021 infolge der neuen Richtlinie zur Umsatzrealisierung hat maßgeblich zum Q3-Umsatzrückgang von 151,1 Mio. € auf 81,6 Mio. € beigetragen. Kumuliert für die ersten neun Monate unterschritt der Umsatz mit 287,1 Mio. € den Vorjahreswert (410,0 Mio. €) um 30,0 %. Bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,45 ist der Auftragsbestand von 242,5 Mio. € auf 312,9 Mio. € gestiegen. Durch den Umsatzeffekt und die Rückstellung für das Programm Performance 2024 belief sich das EBIT auf –31,7 Mio. € im Q3 (2019: –1,5 Mio. €) und lag in den ersten drei Quartalen mit –49,1 Mio. € signifikant unter dem Vorjahreswert von –2,8 Mio. €.

Durch Verkaufserfolge bei RotaJET-Anlagen und HP-Maschinen konnte im Segment Digital & Web im Q3 ein erfreulicher Auftragseingang von 34,1 Mio. € (Q3 2019: 18,1 Mio. €) erzielt werden. In den ersten drei Quartalen lag der Auftragseingang durch geringere Bestellungen im Offset-Rollenmaschinengeschäft und flexiblen Verpackungsdruck bei 90,8 Mio. € nach 108,0 Mio. € im Vorjahr. Pandemiebedingt unterschritt der Umsatz mit 36,0 Mio. € im Q3 und mit 87,6 Mio. € in den ersten neun Monaten die Vorjahreswerte von 40,9 Mio. € bzw. 105,4 Mio. €. Der Auftragsbestand reduzierte sich von 88,4 Mio. € auf 69,3 Mio. €. Das vor allem durch die Rückstellung für das Programm Performance 2024 belastete EBIT betrug im Q3 –9,2 Mio. € und in den ersten drei Quartalen –21,3 Mio. € (Vorjahr: –4,3 Mio. € bzw. –15,1 Mio. €).

Im Segment Special lag der Auftragseingang mit 82,8 Mio. € im Q3 und mit 233,5 Mio. € nach neun Monaten unter den Vorjahreswerten von 131,4 Mio. € bzw. 306,7 Mio. €. Zum Rückgang des Auftragseingangs haben weniger Bestellungen im Wertpapier-, Kennzeichnungs- und Glasdirektdruck beigetragen. Dagegen legt das Neugeschäft im Blechdruck zu. Im Q3 wurde ein Umsatz von 87,3 Mio. € (2019: 107,8 Mio. €) erreicht. Die in den ersten neun Monaten erzielten Erlöse reduzierten sich auf 247,4 Mio. € (2019: 312,7 Mio. €). Der Auftragsbestand erreichte Ende September 273,7 Mio. € nach 339,5 Mio. € im Vorjahr. Das EBIT lag insbesondere durch die Rückstellung für das Programm Performance 2024 im Q3 bei –25,6 Mio. € und in den ersten neun Monaten bei –35,9 Mio. € (Vorjahr: 6,6 Mio. € bzw. 12,9 Mio. €).

Ausblick

Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann: „Neben der Effizienzsteigerung und Skalierung des Konzerns auf das in den nächsten Jahren erwartete moderate Wachstum auf einen Gruppenumsatz von rund 1,3 Mrd. € nach Abschluss des über vier Jahre laufenden Programms zielt Performance 2024 auf die langfristige Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Bei Fortführung und Beschleunigung aller Innovationsprozesse, Verfahrens- und Produktentwicklungen sollen steigend bis 2024 jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Mio. € erreicht werden. Nach Umsetzung der verabschiedeten Kosten- und Strukturanpassungen wird mittelfristig weiterhin eine Umsatzrendite (bezogen auf das EBIT) von mindestens 7 % angestrebt. Im Q4 2020 gehen wir durch den sich international verschärfenden Verlauf der Covid-19-Pandemie von einer negativen Auswirkung auf den Geschäftsverlauf aus. Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir für den Konzern Umsatzerlöse zwischen 900 und 950 Mio. € und ein negatives EBIT vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Millionenbereich.“

Über die Firma
Koenig & Bauer AG (KBA)
Würzburg
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