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Aufgabenstellung der Studie war, innerhalb der Transportkette Art und Umfang der Schäden und deren Ursachen zu ermitteln. Welche Schutzeigenschaften hat das gesamte Verpackungs- und Transportsystem überhaupt, vom Eierproduzenten bis in den Kühlschrank des Endverbrauchers und welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es? Eine Antwort gleich vorneweg: Die heute gängigen Verpackungssysteme für Eier weisen einige Probleme auf, durch welche sie nicht zuverlässig das zerbrechlichste Lebensmittel schützen. Und auch der Kunde trägt einen Anteil am Schaden bei.

Eierproduzenten und Handel überlassen ihren Kunden die Qualitätskontrolle am Point of Sale. In einer ersten stichprobenartigen Untersuchung wurde herausgefunden, dass allein schon am Point of Sale bis zu 1,4 Prozent aller untersuchten Eier in ihren Verpackungen bereits angeschlagen angeboten werden. Die Ursache ist in den ungeeigneten Verpackungssystemen in Verbindung mit Transport-, Umschlag- und Lagerbelastungen zu finden. Das vermutet auch der Konsument. Vorverpackte Eier in 6er oder 10er Verpackungen, zu allermeist nach dem Faserguss-Verfahren hergestellt, haben nun einmal das schlechte Image beim Konsumenten, dass sie nie hundertprozentig vor Beschädigungen geschützt sind. Daher ist es üblich vor dem Kauf die Verpackung zu öffnen und jedes Ei auf Unversehrtheit zu überprüfen.

Keine genormte Standardverpackung
Erstaunlich gering ist die Anzahl der Hersteller für Eierverpackungen aus Faserguss, ihre Verpackungen weisen jedoch zum Teil unterschiedliche Maße aber auch Konstruktionen auf. So zum Beispiel variieren die 10er Verpackungen auf dem Markt in ihrer Länge zwischen 245 und 265 mm, immerhin 20 mm. Bei ihrer Breite hingegen sind es 12 mm und in ihrer Höhe 5 mm. Es gibt Verpackungen aus Faserguss, in die einschließlich Eier der Gewichtsklasse L passen und solche, in die alle Gewichtsklassen passen. Einige Primärverpackungen passen gut in ihre Transportschachteln aus Wellpappe oder ihre Kästen aus Kunststoff, einige haben zu viel Spiel, und manche werden unter Spannung darin hineingepresst. Veröffentlichte systematische Untersuchungen der Stellen, an denen die meisten Brüche entstehen, sind bis heute unbekannt. Eierproduzenten und Handel führen über den Bruch von Eiern während des Transportes ebenfalls keine offizielle Statistik. Auch die Untersuchung durch der BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH ist erst noch eine Art Momentaufnahme.

Bei einer Stichprobenuntersuchung am Beispiel der klassischen 10er Packung zeigt sich die Verteilung an Brucheiern in der Verpackung: fast immer liegt der größte Bruchanteil in der oberen rechten Ecke der Packungen mit 33 Prozent aller zerbrochener Eier. Dicht gefolgt von der unteren Ecke mit 21 Prozent. Die Schädigungsorte am Ei sind fast immer dort, wo die rohen Eier die Stützhöcker berühren, die mittig in der Verpackung angebracht sind und die gefährdeten Seiten nicht abstützen.

Erst knicken die Transportverpackungen, dann die Eier
Die gängigste Transportverpackung für Eier in ihren Primärverpackungen ist die Schachtel aus Wellpappe. Auch hier existieren erhebliche Unterschiede bezüglich der Maße und der Anzahl darin transportierter Eier: Lidl und Aldi Nord bieten die Eier in großen Displayverpackungen an mit je 1.920 Eiern/Schachtel (Lidl) und 1.280 Eiern/Schachtel (Aldi Nord), während andere Einzelhändler wie Rewe die Eier in kleineren Kästen mit 180 Eiern transportieren.

Hier zeigt sich eine weitere Schadensquelle, die bisher noch nie energisch angegangen worden ist, die Transportverpackungen. Sie sind nicht modular, ragen über die Europaletten hinaus, knicken ein, sind nicht an die Höhen der darin eingebrachten Primärverpackung angepasst, weisen erhebliche Stapellücken auf, was gewaltige Schwerkräfte ausübt und sind schlecht gesichert. Angabegemäß wollen viele der großen Handelsketten partout nichts wissen, wenn es um eine Änderung der Anlieferungsform und -menge in ihren Outlets geht. Verpackungshersteller bestätigen das.

Ob der Handel den finanziellen Verlust bewusst in Kauf nimmt oder wegen Informationsmangel nicht reagiert, kann hier nicht belastbar überprüft werden. Jedoch wäre eine Kooperation sehr hilfreich und ressourcenschonend für alle Beteiligten.

Der Handel kann bereits durch einfache Maßnahmen Verpackungen mit kaputten Eiern aus dem POS entfernen - nämlich mit der Hilfe des Konsumenten selbst. Denn diese Verpackungen durchweichen mit der Zeit und beschmutzen andere Eierverpackungen. Des Weiteren werden die gleichen Verpackungen mit beschädigten Eiern von mehreren Konsumenten über den Verkaufstag geprüft, da sie immer wieder ins Regal zurückgelegt werden. So entsteht beim Konsumenten der Eindruck, dass kaputte Eier häufig am POS vorkommen. Diese Problematik wäre für den Handel durch die Einführung von speziellen Abstellflächen lösbar, wo die Konsumenten die gefundenen Eierverpackungen mit kaputten Eiern ablegen können.

Das BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH hat bereits eine Reihe neuartiger, innovativer Verpackungen entwickelt. Oft sind es nur ganz geringe Änderungen an der heutigen Verpackung, die zu deutlichen Verbesserungen führen. Daraus mündeten Anmeldungen und bestätigte Schutzrechte beim Patentamt in München. Eierproduzenten und Verpackungshersteller treffen sich demnächst. Das Verpackungsinstitut wird dann einem großen Kreis seine Ergebnisse und die daraus resultierenden Verbesserungen vorstellen und hofft auf die Unterstützung und Zusammenarbeit durch alle Beteiligten.

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