Effizienzsteigerung um bis zu 20 % 

3D-gedruckter Wender schafft 120.000 Dosen pro Stunde

Weniger als 2 kg Gewicht statt über 30 kg und Anschaffungskosten ab 800 Euro: Mit einem 3D-gedruckten Produktwender will Igus die Umrüstung von Abfüllanlagen vereinfachen und Wartungskosten reduzieren. Auch die Anlagenverfügbarkeit soll profitieren.

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Günstig und leistungsstark: der Igus-Produktwender aus dem Drucker.

In Getränke- und Lebensmittelanlagen müssen Dosen während des Produktionsprozesses häufig gedreht werden, beispielsweise für nachfolgende Bedruckungsschritte. Herkömmliche Produktwender aus gebogenen Metallstangen oder gefrästen Bauteilen können dabei zu Problemen führen: Bereits geringfügige Verformungen können dazu führen, dass sich Dosen verklemmen und die Anlage stillsteht. Igus hat deshalb einen Produktwender aus dem 3D-Druck entwickelt, der leichter und weniger wartungsintensiv sein soll.

Der im FDM-Verfahren (Fused Deposition Modeling) hergestellte Wender besteht aus einem verschleißfesten Hochleistungsfilament. Seine verdrehte Führungskontur ermöglicht es, bis zu 120.000 Dosen pro Stunde im kontinuierlichen Betrieb kontrolliert zu drehen. Für das Bauteil gibt Igus eine Lebensdauergarantie von sechs Monaten. Bei herkömmlichen Lösungen müssten Kunststoffprofile nach Unternehmensangaben teilweise bereits nach drei Monaten ausgetauscht werden.

Geringeres Gewicht erleichtert Umrüstung

Ein wesentlicher Vorteil liegt laut Hersteller im Gewicht. Während CNC-gefräste Produktwender mehr als 30 kg wiegen können und für ihren Austausch häufig ein Kran sowie mehrere Instandhalter erforderlich sind, bringen die kleinsten Varianten des 3D-gedruckten Wenders weniger als 2 kg auf die Waage. Sie lassen sich mit einer Hand transportieren und mit Schrauben am Förderband montieren. Das soll insbesondere bei häufigen Formatwechseln die Rüstzeiten verkürzen.

Auch bei den Anschaffungskosten verspricht Igus Einsparungen. Standardausführungen sind ab 800 Euro erhältlich. Zum Vergleich nennt das Unternehmen eine Kundenanwendung, bei der ein konventioneller Wender mehr als 4.000 Euro kostete und zusätzlich alle drei Monate Profile für rund 1.400 Euro ausgetauscht werden mussten.

Sonderanfertigungen per 3D-Scan

Neben Standardvarianten für gängige Getränkedosenformate bietet Igus Ausführungen für Konserven- und Kaffeedosen, PET-Flaschen, Glasbehälter und Chipsdosen an. Für kundenspezifische Anwendungen können bestehende Anlagen mittels 3D-Scanner vermessen und passende Produktwender konstruiert werden. Dabei lassen sich auch Drehbewegungen mit Höhen- oder Seitenversatz realisieren.

Nach Herstellerangaben kann die neue Lösung die Anlageneffizienz um bis zu 20 % steigern. Igus beziffert das mögliche zusätzliche Umsatzpotenzial auf bis zu 30.000 Euro pro Stunde und Produktionslinie. Die tatsächlichen Einsparungen dürften jedoch stark von der jeweiligen Anwendung und den bisherigen Stillstands- und Rüstzeiten abhängen.