Für Klimastrategien von Pharmaunternehmen

CO2-Daten für Pharmaverpackungen im Vergleich

Schott Pharma hat ein Berechnungstool für den CO2-Produktfußabdruck pharmazeutischer Primärverpackungen extern validieren lassen. Damit sollen Pharmaunternehmen belastbare Daten für den Vergleich von Verpackungslösungen und die Reduzierung ihrer Scope-3-Emissionen erhalten.

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Inspektion im Reinraum.

Das Tool zur Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) hat Schott Pharma von pharmazeutischen Primärverpackungen unabhängig validieren lassen. Der Berechnungsansatz orientiert sich an der PCF-Richtlinie der Initiative Together for Sustainability (TfS). Nach Angaben des Unternehmens lassen sich damit die produktbezogenen Treibhausgasemissionen unter anderem von Fläschchen sowie vorfüllbaren Glas- und Polymerspritzen ermitteln.

Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung von Scope-3-Emissionen für die Klimastrategien von Pharmaunternehmen. Ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht entlang der Lieferkette und damit außerhalb der eigenen Produktionsstandorte. Für die Auswahl emissionsärmerer Materialien und Produkte benötigen Unternehmen deshalb vergleichbare Daten ihrer Lieferanten.

Das PCF-Tool von Schott Pharma soll dabei sowohl die Primärverpackung selbst als auch vorgelagerte Schritte der Wertschöpfungskette berücksichtigen. Berechnet werden die Emissionen nach einem Cradle-to-Gate-Ansatz. Er umfasst die Rohstoffgewinnung, Vorproduktion, vorgelagerte Transporte, die eigentliche Produktion sowie die Lagerung.

Methodik wurde von Gutcert validiert

Die Validierung wurde von der Zertifizierungsgesellschaft Gutcert vorgenommen. Geprüft wurden nach Angaben von Schott Pharma sowohl die zugrunde liegende Methodik als auch die Berechnungslogik und die Datenflüsse. Weitere Prüfpunkte waren Systemgrenzen, Datenqualität, zugrunde gelegte Annahmen und der Berichtsansatz.

Die Prüfung erfolgte auf Grundlage der ISO 14067:2019 einschließlich Anhang C, des GHG Protocol Product Standard sowie des TfS-3.0-Rahmenwerks.

Zusätzlich verifizierte Gutcert drei konkrete Produktfußabdrücke aus dem Portfolio von Schott Pharma. Dazu gehörten eine sterile 1-ml-long-Syriq-Glasspritze, eine sterile 1-ml-long-Schott-Toppac-Polymerspritze sowie ein 2-ml-Standardfläschchen in Topline-Qualität. Der jeweilige Fußabdruck wird in Gramm CO2-Äquivalenten pro produziertem Stück angegeben.

Grundlage für Produktentscheidungen

Mit den Daten sollen Pharmaunternehmen unterschiedliche Verpackungslösungen hinsichtlich ihrer produktbezogenen Emissionen besser vergleichen und Maßnahmen zur Reduzierung der Scope-3-Emissionen priorisieren können.

Der Verpackungshersteller arbeitet parallel an weiteren Ansätzen zur Dekarbonisierung seines Portfolios. Dazu zählt unter anderem der geplante Einsatz von Pharmaglas mit einem laut Unternehmen um bis zu 50 % reduzierten CO2e-Produktfußabdruck. Auch Kreislaufwirtschaftsansätze sollen dazu beitragen, die Emissionen entlang der pharmazeutischen Lieferkette zu senken.