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12 Prozent Umsatzwachstum meldet Bosch Packaging Technology aus Waiblingen für das laufende Jahr.
90 Prozent des Erlöses macht das Unternehmen inzwischen außerhalb Deutschlands. Friedbert Klefenz, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bosch-Geschäftsbereiches Packaging Technology, betonte während einer Pressekonferenz auf der Achema in Frankfurt: „Alle verfügbaren Daten lassen global auf weiteres Wachstum schließen. Dabei rechnen wir mit einer dynamischeren Entwicklung in Asien, auf dem indischen Subkontinent, in Lateinamerika und auch Afrika, insbesondere im Bereich der Generika, die aufgrund auslaufender Patente für namhafte Blockbusterprodukte erheblich an Bedeutung zulegen werden." Das sind gute Aussichten - nicht nur für Bosch.

Szenenwechsel: Während Kanzlerin Angela Merkel laut Zeitung Die Welt „eine knallharte Abwehrschlacht" auf dem G-20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos kämpft, schlägt ihr der Weltbank-Chef vor die Schuldenkrise so zu lösen, wie es die Vereinigten Staaten vor annähernd 222 Jahren taten.
Damals hatten die junge USA nach dem Unabhängigkeitskrieg ein einziges Mal die Schulden aller Einzelstaaten übernommen, seitdem seien sie auf sich allein gestellt, so Robert Zoellick. „Europa könnte ein ähnliches System einführen", meint er. Wenn der Weltbank-Chef in diesem Zusammenhang von Europa spricht, dann denkt er an Deutschland, das Land mit der „bösen" auf Geldwertstabilität bedachten Kanzlerin und den vielen erfolg-reichen Unternehmen. Wir sollen zahlen. Eine Information möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten: Zoellick ist natürlich US-Amerikaner und er hat bevor er Weltbank-Chef wurde bei der ach so ehrenwerten Goldman Sachs-Truppe als Manager gearbeitet. Deshalb ist die Finanzkrise, die von Investmentbanken den Staaten aufgebürdet wurde, für ihn auch eine Schuldenkrise. Mit den Ursachen und Wirkungen haben es die Banker heutzutage ja nicht so. Nehmen Sie, liebe Leser, solche Vertreter von einstmals mit besten Absichten ins Leben gerufenen Institutionen wie der Weltbank eigentlich noch ernst?

Rückblende zur Achema: Ich stehe vor Halle 3. Drinnen ist auf allen Ebenen die reale Welt anzutreffen.
Vertreter von Herstellern pharmazeutischer Produkte nehmen neueste Technologien in Augenschein. Unternehmen wie das eingangs erwähnte aus Waiblingen, wie Bausch+Ströbel, Uhlmann, Optima, Mediseal sowie Schubert oder Harro Höfliger zeigen Innovationen, die weltweit Absatz finden werden. Krasser könnte der Gegensatz nicht sein: Draußen die großen Türme der inzwischen zum größten Teil durch uns alle alimentierten Banken und in den Hallen Unternehmen, Unternehmer sowie deren pfiffige und fleißige Mitarbeiter, die unser Bruttoinlandsprodukt durch Innovation und Anpassung an die weltweite Nachfrage auf eine gesunde Basis stellen. Gerhard Schubert, der weltweit bekannte Verpackungsmaschinenbauer aus Crailsheim, hat am Vorabend der Achema in Frankfurt auf dem Opernplatz gesessen. Dass er Banken nicht unbedingt mag, nun, daraus macht er keinen Hehl. „Ich habe mich gefragt, wo das ganze Geld herkommt, das in diesen Hochhäusern steckt", erzählte er mir tags darauf und blickte in die Halle 3, wo sein Unternehmen und die bereits oben erwähnten Aussteller ihre Produkte zeigten. Ja, es ist diese reale Welt, in der das echte Geld frei von Spekulationsblasen erarbeitet wird. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist und bleibt spitze (siehe auch die Titelgeschichte mit VDMA-Zahlen), weil er auf Mitarbeiter bauen kann, die gut sind und verantwortungsvoll handeln. Unsere „Freunde" in der Welt irren sich: Deutschland profitiert nicht nur vom Euro, sondern hat sich in der Krise auch strukturell besser aufgestellt und an Innovationen gefeilt. Und das macht uns eben erfolgreicher als andere. Das gibt Hoffnung und nimmt einem beim Blick auf die Türme der Banken fast sogar ein bisschen die Angst vor weiteren Finanzmarkt-Schrecken.

Ihre Meinung: matthias.mahr@huethig.de

 

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