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Gespannt blickte auch die Welt der „Verpackungsdrucker", wie die Hersteller hochveredelter Verpackungen auch im Druckjargon genannt werden, im Mai nach Düsseldorf.
Was würde es dort an Neuheiten zu sehen geben? Nun, die großen Drei der deutschen Druckmaschinenbranche hatten ja schon vor der weltweit wichtigsten Messe der Medienindustrie ihre Katze jeweils aus dem Sack gelassen. Im Fokus stand am Rhein diesmal aber weder eine Maschine aus Heidelberg, Würzburg/Radebeul oder Offenbach. Im gleißenden Scheinwerferlicht standen Anlagen eines digitalen Visionärs aus Israel, die noch nicht einmal serienreif sind. Benny Landa, der „Erfinder" des digitalen Offset-Druckes, stahl irgendwie den üblichen Verdächtigen die Show und rückte sich mit seiner Idee der Nanografie in den Mittelpunkt.

Laut, schrill und komplett anders - marktschreierisch ging es bei Landa in Halle 7 zu.
Das allein zog schon mal viele Besucher an. Nach Einschätzung von Benny Landa (siehe Seite 44) haben seine Maschinen das Potential, den Mainstream-Akzidenz-, Verpackungs- und Verlagsdruckmarkt grundlegend zu verändern. Mit einer Produktionsleistung, die mit Offsetdruckmaschinen vergleichbar ist, und der NanoInk-Druckfarbe, die mit bisher unerreichten Bildeigenschaften aufwartet, dürften diese Druckmaschinen das Drucken von Grund auf verändern. Benny Landa, Gründer, Vorsitzender und CEO von Landa, erklärt dazu: „Nanography ist eine neue Technologie für das Auftragen von Farbe auf Papier. Bei der Entwicklung von Landa Nanographic Printing mussten wir umdenken und die Druckmaschine sozusagen ganz neu erfinden. Das Ergebnis ist ein Digitaldruckverfahren mit bemerkens-werten Leistungsmerkmalen - mit einer Familie von Druckmaschinen, die sich allesamt durch eine hervorragende ergonomische Konstruktion, eine kleine Standfläche und Benutzerfunktionen, die zu den modernsten im Markt zählen, auszeichnen." Komori, Manroland und Heidelberg ver-kündeten noch in Düsseldorf eine Kooperation mit Landa. Nur König & Bauer ist allem Anschein nach nicht in Sorge, ohne Kooperation mit Landa einen Trend im Digitadruck zu verschlafen.

Eines muss auch gesagt werden: In Düsseldorf hat niemand ein Druckmuster von der Nanotechnologie Landas in Augenschein nehmen können.
Und auch über die Preise der Nano Inks darf spekuliert werden. Gerne würde Landa die Farbe nämlich nur aus seinen eigenen Quellen die Märkte fluten lassen. Noch ist Landas große Drupa-Shw keine Realität. Doch die Indigo-Geschichte lehrt, dass Landa es schaffen kann. Derzeit jedoch ist Nanografie von der Marktreife noch ein ganzes Stück weit entfernt. Die Entwicklung ist aber spannend.

Augenscheinlich war auf der Drupa aber auch eines: Die Aussteller präsentierten zahlreiche technische Innovationen und Weiterentwicklungen, aber stets war dabei der Kunde im Blick.
Die Fehler der Vergangenheit, als die Druckmaschinenhersteller ihre Kunden mit Überkapazitäten alleine ließen, sollen sich wohl nicht wiederholen. Während dieser Drupa wurde eben auch über Geschäfts-modelle und Lösungen für Zeitungen & Co., Verpackungsdruck, kommer-zielles oder funktionales Drucken ganz gezielt gesprochen. Auch der Investitionsstau scheint sich aufzulösen. So meldeten beispielsweise Canon/Océ, Fuji, Heidelberger Druckmaschinen, König & Bauer, Hewlett Packard, Kodak, Kolbus, Manroland Web Systems und Xerox schon vom ersten Messetag an konkrete Aufträge. Vor allem aus Asien, Russland und Südamerika kamen die Bestellungen, aber auch Druckereien aus Deutschland, UK und den USA haben teilweise kräftig investiert.

Ihre Meinung: matthias.mahr@huethig.de

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