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Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte jüngst den Einsatz von Einkaufstüten, die anteilig aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen und kompostierbar sind. Diese seien eine Verbrauchertäuschung, so die Umweltorganisation. Mit ihren angeblich kompostierbaren Einkaufstüten gäben die Handelsunternehmen Aldi und Rewe ihren Kunden das Gefühl, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, so die Deutsche Umwelthilfe. Recherchen der Organisation hätten ergeben, dass die Kunststofftüten weder umweltfreundlich sind noch kompostiert werden können. Auf einer Pressekonferenz warf die Umweltorganisation den beiden Supermarktketten Greenwashing und Verbrauchertäuschung vor.

„Aldi und Rewe versuchen den Verbraucher für dumm zu verkaufen, indem man ihn glauben lässt, durch den Kauf der Tüten Gutes zu tun. Doch die angeblich ‚grünen‘ Plastiktüten helfen der Umwelt nicht. Sie werden nicht kompostiert, lassen sich auch nicht recyceln und bestehen hauptsächlich aus Erdöl“, kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Neu ist das alles nicht: Schon im November hatte der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling darauf hingewiesen, dass Tüten aus Bioplastik Recycling und Kompostierung erschweren.

Rewe reagierte nun auf den Wirbel um angebliche Biotüten. Das Handelsunternehmen stellt den Verkauf der Tragetaschen vorerst ein. „Mit diesem Schritt wollen wir dafür sogen, dass es bei unseren Kunden nicht zu Verunsicherung über die tatsächliche Umweltverträglichkeit dieser Tragetasche kommt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit Herstellern und unabhängigen Experten will Rewe die Tüten nun noch einmal auf ihre Umweltverträglichkeit hin untersuchen. Das erstaunt, denn eigentlich sollte man davon ausgehen, dass ein Unternehmen die Umweltverträglichkeit eines Packmittels prüfen lässt, bevor es eingesetzt wird. Vor allem dann, wenn die besonderen Umwelteigenschaften eines Packmittels derart ausgelobt werden.

Aldi Süd dagegen bleibt bei seiner Linie. Die „Biotüten“ hätten nicht nur durch die Kompostierbarkeit, sondern auch durch Einsparung von petrochemischen Stoffen Vorteile gegenüber Einwegtüten, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns. Sie seien deshalb ein Teil der nachhaltigen Unternehmenspolitik.

Es ist doch keine Frage, dass vor dem Hintergrund schwindender Erdölvorräte nach einer  ökonomischen und ökologischen Alternative gesucht werden muss. Das ist ein Entwicklungsprozess, der nicht von heute auf morgen zu einer einfachen Lösung führen kann. Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe gibt es jedoch gar keine umweltfreundlichen Einweg-Plastiktüten. Eine gute Plastiktüte entstehe erst gar nicht, so die Umweltschützer. Deshalb seien Mehrwegbeutel und -taschen weiterhin die umweltfreundliche Variante.

„Jute statt Plastik“, das hatten wir doch schon mal, und praktikabel ist es bei unseren heutigen Einkaufs- und Konsumgewohnheiten jedenfalls sicher  nicht. Das müsste auch die Deutsche Umwelthilfe langsam begreifen.

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