-

Auf der 89. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG (KBA) am 28. Mai in Würzburg bestimmten neben den Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2013 und das erste Quartal 2014 Maßnahmen, Ziele und der aktuelle Umsetzungsstand des seit Jahresbeginn laufenden Fit-at-all-Programms für den Konzernumbau die diesjährige Sitzung. Bis Ende 2015 sieht KBA den betriebsbedingten Wegfall von 1.100 bis 1.500 Stellen vor. Eine neue Konzern- und Führungsstruktur ist in Vorbereitung.

Anzeige

Fit-at-all-Programm

Im Mittelpunkt des Programms Fit-at-all stehe die nachhaltige Stärkung der Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Das Kerngeschäft mit Rollen- und Bogenoffsetmaschinen müsse nachhaltig umstrukturiert und die Kapazitäten an den neuen Marktrealitäten ausgerichtet werden, so Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann. Daneben sei der Ausbau neuer Wachstumsgebiete ein Schwerpunkt des Programms.

Stellenabbau

In den nächsten Monaten werde weiter an den langfristig wirkenden Kapazitäts- und Strukturmaßnahmen, dem neuen Standortkonzept und der Reduzierung der Wertschöpfungstiefe durch vermehrte Fremdvergaben außerhalb druckmaschinenspezifischer Kernkompetenzen gearbeitet. Im Zuge der Umsetzung dieser Maßnahmen werden im Konzern zwischen 1.100 und 1.500 von heute rund 6.200 Stellen wegfallen.

Für etwa 700 Mitarbeiter an den Standorten Mödling, Ternitz, Trennfeld und Würzburg wurden bereits freiwillige Aufhebungs- und Altersteilzeitverträge abgeschlossen beziehungsweise mit der Arbeitnehmerseite Sozialtarifverträge und Sozialpläne vereinbart. Für das Werk in Radebeul bei Dresden gibt es eine Einigung und Regelung hinsichtlich der Reduzierung um 180 Stellen bis Mitte 2015. Die Verhandlungen über die aus Kapazitäts- und Ertragsgründen notwendige Senkung der Belegschaft am Standort Frankenthal/Pfalz um 200 Beschäftigte laufen noch. Die Personalanpassung soll laut KBA in mehreren Schritten bis Ende 2015 erfolgen.

Die durch Akquisitionen im vergangenen Jahr in den Konzern gekommenen Tochtergesellschaften KBA-Flexotecnica S.p.A. und KBA-Kammann GmbH werden derzeit in den internationalen Marktauftritt integriert und sollen KBA neue Wachstumsmärkte für flexible Verpackungen und die Hohlkörper-Direktdekoration erschließen.

Neue Konzern- und Führungsstruktur in Vorbereitung

Die 89. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG im Würzburger Vogel Convention Center (VCC) war gut besucht. (Foto: KBA)

Die 89. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG im Würzburger Vogel Convention Center (VCC) war gut besucht. (Foto: KBA)

KBA bereitet eine neue Konzern- und Führungsstruktur vor. Ziel sei ein dezentral organisierter, hoch flexibler Druckmaschinenkonzern. Demnach sollen unter dem Dach der Koenig & Bauer AG Einheiten für die Bereiche Produktion, Bogenoffsetmaschinen, Rollenoffsetmaschinen und Spezialmaschinen das operative Geschäft mit klarer Ergebnisverantwortung erledigen. Bei KBA spricht man hier von Produkthäusern und erwartet sich von der Schaffung eindeutiger Verantwortungsbereiche mehr Transparenz und strategische Flexibilität.

Eine neue Organisationsstruktur innerhalb der AG wurde zum 1. Mai 2014 festgelegt. Organisatorisch ist neben dem Produkthaus Bogen (Bogenoffset in Radebeul) auch ein Produkthaus Rolle (Rollenoffset in Würzburg, ohne Sondermaschinen) entstanden. Ein tragfähiges Konzept zur gesellschaftsrechtlichen Umsetzung der neuen Konzernstruktur inklusive der Anpassung der Konzernberichterstattung soll der Hauptversammlung im nächsten Jahr zur Genehmigung vorgelegt werden. Vorher müssen noch steuerliche und rechtliche Fragen geklärt sowie Finanz- und IT-Themen gelöst werden. Die derzeitigen, vorwiegend auf Spezialmärkten tätigen Tochtergesellschaften dagegen seien schon weitgehend als eigenverantwortliche Geschäftseinheiten aufgestellt.

Ausblick auf Geschäftsjahr 2014

KBA ist mit einem Zuwachs beim Auftragseingang um 20,8 Prozent auf 241,5 Mio. Euro und mit einem Umsatzplus von 11,9 Prozent auf 213,4 Mio. Euro in das laufende Geschäftsjahr gestartet (siehe auch Geschäftsjahr 2013). Das umsatzbedingt mit -10,2 Mio. Euro nach drei Monaten noch negative Betriebsergebnis war besser als im Vorjahr (2013: -16,9 Mio. Euro). Das Bogensegment konnte mit einem Betriebsergebnis von +1,2 Mio. Euro nach längerer Zeit wieder eine positive Zahl melden. Unter dem Strich stand nach drei Monaten ein Konzernergebnis vor Steuern (EBT) von -12,1 Mio. Euro gegenüber -18,8 Mio. Euro im Vorjahr.

Als Ziele für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Bolza-Schünemann einen Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro und ein positives operatives Betriebsergebnis vor Sondereffekten. „Das Konzernergebnis vor Steuern wird aufgrund überschaubarer Sonderaufwendungen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal negativ sein. Wir sind aber überzeugt, dass wir schon 2015 die Früchte unserer Neuausrichtung sehen können und ab spätestens 2016 sollte die KBA-Gruppe wieder nachhaltig positive Ergebnisse erzielen“, so der Vorstandsvorsitzende.

(mns)