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Etikettieren und Kennzeichnen

Herma: Ein Etikett für viele Fälle

 Unsichtbar und völlig berührungslos schreibt der Laser individuelle Informationen auf dem vorgedruckten Etikett. Die laserbasierte Kennzeichnung bietet gestochen scharfe Qualität und erspart die Bevorratung vieler unterschiedlicher Etiketten. (Foto: Herma)
Unsichtbar und völlig berührungslos schreibt der Laser individuelle Informationen auf dem vorgedruckten Etikett. Die laserbasierte Kennzeichnung bietet gestochen scharfe Qualität und erspart die Bevorratung vieler unterschiedlicher Etiketten. (Foto: Herma)

 

Für gleich drei seiner Produktlinien – Ecola, Decorfin und Gouache – plante der weltweit agierende Anbieter von Künstlerfarben und -materialien die Umrüstung der Nassleimtechnik am Stammsitz im niederländischen Apeldoorn. Die angebotene Farbvielfalt gab bisher die Anzahl verwendeter Etiketten vor. Es ging um 445 Artikel, entsprechend wurden bisher genauso viele in den einzelnen Farbtönen vorgedruckte Etiketten vorgehalten. Aufgespendet umschlossen sie den gesamten Umfang der runden Flaschen. Der Inhalt war nicht mehr sichtbar, also musste die jeweilige Farbe eigens aufgedruckt sein, „allein schon in der originalgetreuen Farbwiedergabe eine Kunst“, erläutert Royal Talens Einkäufer Elroy Haarbrink. In der Organisation und Koordination war es Aufwand ohne Mehrwert: „Im Einkauf wurden 445 Referenzen geführt, bei jedem Farbwechsel in der Abfüllung erfolgte die Umrüstung auf ein anderes Etikett, in der Lagerhaltung durften keine Lücken entstehen, in der Etikettenzuordnung keine Verwechslungen vorkommen“, erläutert Baldwin Cornelisse, Packaging Development Manager und Leiter des Projekts bei Royal Talens. „Maschinentechnisch betrachtet allerdings, schied die bisherige Nassleimtechnik von vornherein aus. Zum Etikettenwechsel bei jedem Abfüll-Farbwechsel kam ein Wechsel des Aufnehmers für die Etiketten hinzu. Zudem musste am Ende der Produktionsschicht die Maschine gesäubert werden. Dies bedeutete zu hohe Stillstandszeiten.“

Nur ein Etikett für viele Fälle: Die beiden bogenförmigen Aussparungen ergeben auf der Flasche ein Sichtfenster auf den Farbinhalt. Ausgereifte Technologie gewährleistet auch bei Formtoleranzen im Flaschenboden eine Senkrechtstellung der Flasche und damit absolut exaktes Etikettieren.
(Foto: Herma)
Nur ein Etikett für viele Fälle: Die beiden bogenförmigen Aussparungen ergeben auf der Flasche ein Sichtfenster auf den Farbinhalt. Ausgereifte Technologie gewährleistet auch bei Formtoleranzen im Flaschenboden eine Senkrechtstellung der Flasche und damit absolut exaktes Etikettieren. (Foto: Herma)

 

Schnell und genau trotz Aussparungen
Erste Idee im Zusammenspiel mit Herma und deren niederländischen Vertriebspartner Nodema BV war es, ein Etikett zu entwerfen, das mit einer Aussparung ein Sichtfenster auf den Farbinhalt bietet und damit den Einsatz verschiedenfarbiger Etiketten überflüssig macht. „Das klingt einfach, ist aber in der Umsetzung eine größere Kunst als bisher“, erklärt Nodema Vertriebsingenieur Fred Kopatz. Außerdem sollte sich mit Blick auf die Wiedererkennung das Layout des Etiketts nicht ändern. Der Konsument sollte in der alten und neuen Version denselben Markenauftritt vorfinden. „Nun lässt sich ein rechteckiges Etikettenformat einfacher und schneller aufbringen als eines mit scherenschnittartigen Aussparungen.“ Diese geben dem Etikett eine Art Taille, in der sich beim Verspenden das Material nicht dehnen oder verschieben darf. Nur dann umschließt das Etikett die Flasche schlussendlich ebenso passgenau und knitterfrei wie ein rechtwinkliges Format. Trotz der hier gleich mit zwei Aussparungen als Sichtfenster versehenen Etiketten ist das Resultat auf der Flasche tadellos. Die Gesamtlösung, bestehend aus optimierter Etikettenform und darauf abgestimmtem Verspendevorgang, erzielt eine gleichermaßen hohe Taktung wie Exaktheit. Der Vorteil für Royal Talens und seine Handelspartner: Egal, wie die Flasche im Verkaufsregal steht, es ist stets mindestens eines der beiden Farb-Sichtfenster im Blick des Kunden.

Überlegenes System
Zum Einsatz kommen Herma Etikettieranlagen des Typs 152c für die Rundum-Etikettierung im getakteten Produktdurchlauf, bestückt mit einem Herma 400 Etikettierer und einem CO2-Laser von Domino zum Beschriften von Herma LAM-Etiketten. Die Überlegenheit des Systems: „Es spart Umrüstvorgänge, benötigt keine zusätzlichen Verbrauchsmaterialien, ist wartungsarm und schnell“, erklärt Cornelisse. Dabei synchronisiert der Herma 400 mit seinem leistungsstarken Servoantrieb automatisch die Etikettier- und Produktgeschwindigkeit. „Davon abgesehen, dass hin und wieder eine neue Etikettenrolle aufgesteckt wird, sind damit praktisch keine Arbeiten und keine Wartung am Laseretikettierer selbst mehr erforderlich“, fügt Kopatz hinzu. Die ausgereifte Prisma-Technologie mit einer Anrollwalze und einem gegenüberliegenden Rollenpaar gewährleistet auch bei Unebenheiten im Flaschenboden eine jederzeit genau senkrechte Ausrichtung der Flasche. Werden solche Formtoleranzen nicht entsprechend ausgeglichen, kommt es zu einer schrägen Stellung und Etikettierung, dem sogenannten Spiralversatz. Durch die streng vertikale Aufnahme der Flaschen zwischen Walze und Rollen dagegen erfolgt ein absolut exaktes Etikettieren.

Die Basis für das Drucksystem bilden die laseraktivierbaren Etiketten von Herma. „Sie sind mit einer besonderen Veredelung ausgerüstet. Deshalb kann der CO2-Laser auf den vorgesehenen Stellen quasi schwarz ‚schreiben‘. Das Schriftbild dieser variablen Daten ist jeweils gestochen scharf, egal ob es sich um Klarschrift, Grafik und/oder Codes handelt“, erläutert Thomas Riedl, Herma Key Account Manager Vertrieb Industrie & Globals, die Vorteile. Weil der Laser nicht ablativ arbeitet, entstehen weder verwischbare Spaltprodukte noch wird das Etikett beschädigt. Der so erzeugte Individual-Eindruck ist wisch- und kratzfest, und damit dauerhaft von hohem Kontrast und exakter Randschärfe. „Außerdem ist die Technologie ISEGA geprüft und zertifiziert“, ergänzt Riedl.

Bei Royal Talens zum Einsatz kommen Herma Etikettieranlagen des Typs 152c für die Rundum-Etikettierung im getakteten Produktdurchlauf. Das Kennzeichnungssystem beinhaltet den Etikettierer Herma 400 (senkrecht links außen), einen CO2-Laser von Domino (senkrecht halb links) und laseraktivierbare Etiketten von Herma. (Foto: Herma)
Bei Royal Talens zum Einsatz kommen Herma Etikettieranlagen des Typs 152c für die Rundum-Etikettierung im getakteten Produktdurchlauf. Das Kennzeichnungssystem beinhaltet den Etikettierer Herma 400 (senkrecht links außen), einen CO2-Laser von Domino (senkrecht halb links) und laseraktivierbare Etiketten von Herma. (Foto: Herma)
Akribisch wurden die Etiketten auf den Flaschen getestet: auf Druckbild, Temperaturbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Lichtechtheit.  Die  Zahl der vorzuhaltenden Rohetiketten-Varianten konnte so von 445 auf nunmehr 15 gesenkt werden. (Foto: Herma)
Akribisch wurden die Etiketten auf den Flaschen getestet: auf Druckbild, Temperaturbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Lichtechtheit. Die Zahl der vorzuhaltenden Rohetiketten-Varianten konnte so von 445 auf nunmehr 15 gesenkt werden. (Foto: Herma)

Keine bessere Alternative
Auf dem Weg zum neuen Kodiersystem wurden sämtliche Alternativtechnologien geprüft wie etwa auf Inkjet- oder Thermotransferbasis. „Bei der Inkjet-Technologie allerdings verschmutzt der Druckkopf und darüber hinaus häufig auch das produzierende Umfeld. Für Thermotransfer-Lösungen wiederum werden zusätzliche Verbrauchsmaterialien wie Druckköpfe und Thermotransferbänder benötigt“, führt Cornelisse aus. Das sei mit dem entstehenden Abfall durch die Thermotransferbänder nicht der umweltfreundlichste Weg. Daher ist man davon überzeugt, dass ein laserbasiertes Kodiersystem die zukunftsweisende Lösung ist: „Keine beweglichen Teile, keine Immission in der Produktion, Abfallvermeidung, weniger Fertigungsstopps durch Reinigung und Wechsel, hohe Geschwindigkeiten. Zu Beginn des Projekts fuhren wir Versuche mit Laserlack – leider nicht nur eine teure Variante, sondern im Druck auch zu schwach. Barcodes zum Beispiel lassen sich so nicht sauber und scharf genug aufbringen“, erklärt Cornelisse.

Bereits auf der Messe interpack 2011 kam man mit Herma erstmals ins Gespräch über die innovative CO2-Laser-Technologie. „Inzwischen hat Herma zwei zuliefernde Anbieter im Programm. Royal Talens entschied sich für den Domino Laser“, erklärt Kopatz. „Wir arbeiten mit Domino bereits gut zusammen und haben schon mehrere Laser in anderen Verpackungslinien im Einsatz“, ergänzt Rob Bevelander, Projekt-Ingenieur bei Royal Talens. Es fanden ausgiebige Tests statt, die Ergebnisse seien sehr überzeugend gewesen. Genauso akribisch wurden die fertigen Etiketten auf den Flaschen getestet: auf Abriebfestigkeit, die für den Container-Transport wichtige Temperaturbeständigkeit sowie auf die insbesondere am Verkaufspunkt entscheidende Lichtechtheit. „Alle Resultate waren bestens“, bestätigt Bevelander. Da man sogar die Chance erkannte und nutzte, für verschiedene Flaschengrößen ein identisches Etikett zu verwenden, konnte die Zahl der vorzuhaltenden Rohetiketten-Varianten von 445 auf nunmehr 15 gesenkt werden; „ein Quantensprung“. Das alles bei einer Taktzahl von 100 pro Minute, und damit mindestens in derselben Geschwindigkeit wie bei der Nassleimtechnik.

Baldwin Cornelisse, Royal Talens Packaging Development Manager und Leiter des Projekts.
(Foto: Herma)
Baldwin Cornelisse, Royal Talens Packaging Development Manager und Leiter des Projekts. (Foto: Herma)
Elroy Haarbrink, Royal Talens Einkäufer. (Foto: Herma)
Elroy Haarbrink, Royal Talens Einkäufer. (Foto: Herma)
Fred Kopatz, Nodema Vertriebsingenieur. (Foto: Herma)
Fred Kopatz, Nodema Vertriebsingenieur. (Foto: Herma)

Positives Fazit
„Die durch den Wegfall der Umrüst-, Einstellungs- und Anlaufarbeiten bei Farbwechsel entstehende Zeiteinsparung liegt bei ca. einem Drittel. Das heißt, statt bisher sechs Farbabfüllvorgängen pro Tag sind jetzt acht möglich“, erläutert Bevelander. Die jährliche Kostenreduzierung beträgt ungefähr die Hälfte der Investition. „Diese amortisiert sich also bereits nach zwei Jahren, ein sehr guter Wert“, freut sich Cornelisse. „Wir haben mit der Herma-Lösung gleich in mehreren Funktionen ganz wesentliche Vorteile erreicht“, resümiert Cornelisse: „In Einkauf und Bevorratung beginnt es mit dem Wegfall von mehr als 400 vorgedruckten Etikettenrohlingen, in der Produktion sparen wir auf jeder Linie viele Umrüstvorgänge pro Tag, und aus Marketingsicht haben wir jetzt eine absolut authentische Produktverpackung, da die Farbe durch das Sichtfenster im Originalton erscheint. Auch das Risiko von manuellen Fehlern, etwa durch Verwechslung von Etiketten, sinkt auf ein Minimum. Jetzt gibt es nur noch wenige vorgedruckte Standard-Etikettenrohlinge, der jeweilige Eindruck erfolgt individualisiert direkt über das effiziente Laser-/Aufspende-Verfahren.  Zum Projektverlauf mit Herma, Domino und Nodema ergänzt Bevelander: „Der Prozess war für uns eine echte Entwicklungspartnerschaft, aus der wir ganz entscheidenden Mehrwert schöpfen können. Nun setzen wir auf eine langfristige Zusammenarbeit und den gewohnt guten Service bei Herma, Domino und Nodema.“

 


 

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Über Royal Talens
Royal Talens ist ein Begriff in der Welt der Künstlermaterialien. Weltweit verwenden professionelle Künstler und Hobbymaler die Qualitätsprodukte. An seiner herausragenden Stellung arbeitet Royal Talens seit der Gründung im Jahre 1899 – mit ständiger Produktentwicklung und -pflege. Angestrebt wird die ultimative Balance zwischen traditionellem Handwerk und kontinuierlicher Innovation. Ausgeklügelte Logistik gewährleistet weltweite Verfügbarkeit und schnelle Lieferungen. Mit jederzeit besten Materialien und umfassenden Informationen gelingt es Royal Talens, rund um den Globus den gestalterischen Antrieb von Menschen zu stimulieren und ihrem Anspruch an die Produkte zur Umsetzung ihrer Kreativität gerecht zu werden.

Über Herma
Die Herma GmbH mit Hauptsitz in Filderstadt ist ein führender europäischer Spezialist für Selbstklebetechnik. Die Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2013 in den drei Geschäftsbereichen Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen mit 850 Mitarbeitern einen Umsatz von 261,2 Mio. €. Der Exportanteil lag bei über 55 %.

Über die Firma
Herma GmbH
Filderstadt
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