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Versandverpackung

Versandverpackungen der Zukunft

Das freut den Onlineshopper – Verbraucher möchten nicht gewollte Artikel in einer Versandverpackung der passenden Größe zurücksenden. Mit Verpackungen wie Dual-Pack, deren Volumen sich reduzieren lässt, ist dieser Mehrwert einfach umsetzbar. Auch Aufreißfäden oder integrierte Klebestreifen für den Rückversand werden  von den Verbrauchern begrüßt. (Foto: STI)
Das freut den Onlineshopper – Verbraucher möchten nicht gewollte Artikel in einer Versandverpackung der passenden Größe zurücksenden. Mit Verpackungen wie Dual-Pack, deren Volumen sich reduzieren lässt, ist dieser Mehrwert einfach umsetzbar. Auch Aufreißfäden oder integrierte Klebestreifen für den Rückversand werden von den Verbrauchern begrüßt. (Foto: STI)

In Deutschland gaben 99 Prozent der 1.000 befragten Onlinekäufer im Alter von 16 bis 70 Jahren an, dass sie auf E-Commerce-Verpackungen großen Wert legen. Die Ergebnisse der Studie  zeichnen ein klares Bild der Verbraucherwünsche: Die E-Commerce-Verpackung soll die Produkte vor allem schützen, auf die Größe ihres Inhaltes angepasst sein und sich für einen möglichen Rückversand eignen. Diese Faktoren besitzen für Kunden bei Versandverpackungen einen höheren Stellenwert als das Design oder eine individuelle Ansprache. Ein überraschendes Ergebnis vor dem Hintergrund, dass die individuelle Kundenansprache im Marketing heute eine wichtige Rolle spielt und die Erwartungshaltung von Verbrauchern an Verpackungen hinsichtlich ihres Designs hoch ist. Doch bei E-Commerce-Verpackungen bewegt die Onlineshopper in erster Linie offenbar etwas anderes. Größtes Ärgernis sind überdimensionierte Verpackungen mit voluminösem Füllmaterial, denn in vielen Fällen sind die Packungen nur zur Hälfte mit der bestellen Ware gefüllt. Retourenquoten von 50 Prozent und mehr sind bei online bestellten Textilien oder Schuhen keine Seltenheit. Der Renditekiller für die Versandhändler ist häufig auch ein Shopping-Lustkiller für ihre Kunden. Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher möchten ungewollte Artikel in einer Versandverpackung der passenden Größe zurücksenden.

Weniger ist mehr: Verbraucher wollen Versandvolumen reduzieren

Verbraucher-Anspruch und Versender-Wirklichkeit gehen in diesem Punkt jedoch auseinander. Solange KEP-Dienstleister (KEP: Kurier-Express-Paket) ihre Paket-Gebühren allein für das Gewicht und wenige Standardgrößen berechnen, besteht für die Onlinehändler keine Notwendigkeit, das Versandvolumen der Verpackungen zu reduzieren. Ganz anders sieht es in den USA aus. Dort berechnen sich die Gebühren für den Paketversand nach dem tatsächlichen Versandvolumen (Dimweight). Eine volumenoptimierte Versandverpackung bedeutet in diesem Fall eine echte Kosteneinsparung für den Versender. Doch nicht nur die Kosten sinken. Auch die Umweltbelastung durch CO2-Ausstoß und Feinstaub kann deutlich reduziert werden, wenn das Ladevolumen von Kurierfahrzeugen durch das geringere Volumen besser genutzt wird. Logistikexperten, wie Dr. Volker Lange, Abteilungsleiter Verpackungs- und Handelslogistik des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik in Dortmund, wissen, dass Paket-Kurierfahrer zu 30 bis 50 Prozent Luft transportieren.

Die repräsentative Studie der STI Group zeichnet ein klares Meinungsbild der Verbraucher zu Versandverpackungen. (Foto: STI)
Die repräsentative Studie der STI Group zeichnet ein klares Meinungsbild der Verbraucher zu Versandverpackungen. (Foto: STI)

Innovation: Verpackung Dual-Pack lässt sich verkleinern

Diese Herausforderung hat die STI Group aufgegriffen und Verpackungskonzepte entwickelt, die sich flexibler an den Inhalt anpassen lassen. Das Konzept Dual-Pack steht beispielhaft für eine neue Generation intelligenter und zeitgemäßer Versandverpackungen der STI Group. Dual-Pack ist eine zweiteilige Verpackung. Empfängt der Verbraucher in dieser Verpackung zum Beispiel zwei Paar Schuhe, die er sich zur Anprobe in zwei verschiedenen Größen hat schicken lassen, kann er den Deckel von Dual-Pack für den Rückversand verwenden. Dieser lässt sich durch die clevere Konstruktion der Verpackung in der Mitte falten, sodass eine neue, kleinere Verpackung entsteht. Das Konzept ist auch für Onlinehändler interessant, denn die Verpackungen lassen sich nicht nur für den Rückversand durch den Verbraucher einsetzen. Der Versender kann mit entsprechend konstruierten Verpackungen mehrere Standardgrößen abdecken – mit wenigen Handgriffen gefaltet, schon ist die Verpackung um 50 Prozent kleiner.  Darüber hinaus haben Onlinehändler mit volumenoptimierten Verpackungen gute Argumente für ihre nächste Preisverhandlung mit ihrem Paketdienstleister. Auch diese profitieren von kleineren Verpackungen, können mehr Verpackungen auf weniger Fahrzeuge verteilen, sparen Kraftstoff und Manpower.

Mit einer Konstruktion unterschiedliche Verpackungsgrößen abbilden zu können, freut Onlinehändler ganz besonders, denn es reduziert ihre Prozesskosten –  das Konzept Dual-Pack macht`s möglich. (Foto: STI)
Mit einer Konstruktion unterschiedliche Verpackungsgrößen abbilden zu können, freut Onlinehändler ganz besonders, denn es reduziert ihre Prozesskosten – das Konzept Dual-Pack macht`s möglich. (Foto: STI)



Mit Multifill hat das Entwicklungsteam der STI Group einen weiteren Verbraucherwunsch zum Anlass für eine neue Entwicklung genommen: den Wunsch nach weniger Füllmaterial. Die innovative Lösung für dieses Problem wurde 2016 mit dem renommierten IF Design Award ausgezeichnet. Bei der größenvariablen Multifill-Box übernimmt ein Wellpapp-Zuschnitt die Fixierung der Produkte. Dieser ist mit einer reißfesten und gleichzeitig flexiblen Spannfolie versehen, die sich an unterschiedliche Produktkonturen anpasst. Überflüssiges Füllmaterial kann damit entfallen, der Verbraucher freut sich.

Verpackung unterstützt nachhaltiges Profil des Onlineshops

In intelligente Versandverpackungs-Konzepte zu investieren, lohnt sich: Die von der STI Group in Auftrag gegebene Studie zeigt weiterhin, dass die Verpackung für jeden zweiten Befragten einen Indikator für das Umweltbewusstsein des Versandhändlers darstellt. Mit einer angemessenen Größe und wenig oder keinem Füllmaterial kann der Onlinehandel beim Konsumenten punkten. Die E-Commerce-Verpackung eignet sich damit als Profilierungsmerkmal für Händler. Und die Kunden honorieren nachhaltiges Engagement: Zwei Drittel der befragten Konsumenten gaben an, für eine CO2-Kompensation beim Versand einen Mehrpreis von bis zu 50 Cent in Kauf nehmen zu wollen. Neben dem Boom im Onlinehandel ist die Zukunft des stationären Handels ein viel diskutiertes Thema. Aber schwächt das Onlinegeschäft den Einzelhandel in der City wirklich? Wenn man die Einstellung der befragten Verbraucher zu „Click & Collect“ (online bestellen, im Handel abholen) betrachtet, muss das nicht der Fall sein: 80 Prozent der Studienteilnehmer würden ihre online bestellten Produkte im stationären Handel abholen beziehungsweise tun dies bereits heute – und das unabhängig von der Warengruppe. Die Chance, dass sie vor Ort weitere Produkte erwerben oder aber zusätzliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ist groß. Der Food-Bereich macht heute noch den kleinsten Anteil der online bestellten Produkte aus, doch das Segment wächst deutlich.

Multifill kommt ohne voluminöses Füllmaterial aus, da der Wellpapp-Einsatz mit Spannfolie die Produkte sicher fixiert. (Foto: STI)
Multifill kommt ohne voluminöses Füllmaterial aus, da der Wellpapp-Einsatz mit Spannfolie die Produkte sicher fixiert. (Foto: STI)

Herausforderung „Ready-to-ship“

So geht`s auch: Eine Verkaufsverpackung – mit Versandaufkleber versehen – direkt auf die Reise zu schicken, ist die Idee hinter Ready-to-ship. Aus Verbrauchersicht eine attraktive Option, denn eine zusätzliche Umverpackung kann in diesem Fall komplett entfallen. Ähnlich bewerten dies auch die Onlinehändler in einer 2015 vom Europäischen Handelsinstitut (EHI) durchgeführten Befragung. Damit Ready-to-ship in der Praxis funktioniert, müssen bei der Entwicklung der Verkaufsverpackung allerdings direkt die Anforderungen eines Paketversandes berücksichtigt werden. Vor allem bei empfindlichen Produkten ist hier ein intelligentes Innenleben der Verpackung gefragt.

Auch die Multifill-Verpackung lässt sich für den Rückversand verkleinern. (Foto: STI)
Auch die Multifill-Verpackung lässt sich für den Rückversand verkleinern. (Foto: STI)



Die STI Group nutzt die Ergebnisse der Verbraucherstudie, um ihre Range an intelligent konstruierten Versandverpackungen weiterzuentwickeln. Die Befragung liefert dazu wichtige Erkenntnisse. Die Verbraucher erwarten von Onlinehändlern, dass ihre Ansprüche an die Versandverpackung berücksichtigt und das Ärgernis überdimensionierter Retoure-Packungen beseitigt werden. Hier setzt STI mit ihrem Beratungsansatz an und analysiert die komplette Wertschöpfungskette. Allerdings sind aus Marken- und Herstellersicht die individuelle Kundenansprache sowie ein ansprechendes Design in vielen Fällen sinnvoll. Daher ist die Verbindung von cleveren Konzepten mit einem ansprechenden Einkaufserlebnis gefragt, denn schließlich ist auch die Versandverpackung ein wichtiger Touchpoint von Marken mit dem Verbraucher.

Über den Autor
Autorenbild
Autor: Günter Seim, Senior Consultant Packaging und Experte für E-Commerce-Verpackungen bei der STI Group.

Über die Firma
STI Group STI - Gustav Stabernack GmbH
Lauterbach
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