Ein Hattrick und drei Weltpremieren

17. Illig Hausmesse

Auf der jährlich stattfindenden Illig Hausmesse hatten Anwender und Vertreter der Fachpresse die Möglichkeit, fast alle aktuellen Hochleistungs-Thermoformsysteme unter Produktionsbedingungen zu erleben. Daneben gab die Geschäftsführung während der Veranstaltung auf einer Pressekonferenz auch Informationen zur aktuellen Unternehmensentwicklung: „Wir exportieren über 60 Prozent unserer Thermoformsysteme außerhalb Europas. Vor allem im asiatischen Markt verzeichnen wir aktuell eine positive Entwicklung", erklärt Geschäftsführer Karl Schäuble. Diesem Trend folgend, hat Illig mittlerweile in China ein eigenes Trainings- und Servicecenter gegründet, in Indien verfügt das Unternehmen über ein eigenes Montagewerk. Doch nicht nur in Asien, sondern über alle Märkte verteilt konnte sich das Unternehmen wirtschaftlich gut entwickeln: „Illig konnte die Umsätze 2016 und 2017 jeweils um über zehn Prozent steigern, was deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt", freut sich Schäuble. Nach aktueller Lage wird dem Rekordjahr 2017 ein weiteres folgen. „Unsere Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt, unsere Technologie ist weltweit gefragt."

200 Gäste aus aller Welt nutzten die Hausmesse, um sich die Illig-Neuheiten vorführen zu lassen. (Bild: Redaktion)
200 Gäste aus aller Welt nutzten die Hausmesse, um sich die Illig-Neuheiten vorführen zu lassen. (Bild: Redaktion)

Trend zu Materialeinsparungen als Wachstumstreiber

Die technischen Neuentwicklungen der letzten Jahre, die gestiegene Nachfrage nach Thermoformsystemen aus allen Produktbereichen und vor allem die gute wirtschaftliche Entwicklung der außereuropäischen Märkte haben hierzu beigetragen. Schäuble dazu: „Wir gehen davon aus, dass die Technologie des Thermoformens insbesondere im Verpackungssektor zunehmende Bedeutung erlangt, da auf diesem Weg der Material­einsatz reduziert werden kann und bei der Formteilgestaltung und Dekorationstechnik neue Lösungen bestehen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass auch in Zukunft für die meisten unserer Kunden die Steigerung der Produktivität von großer Bedeutung ist. Hierzu werden wir die Geschwindigkeiten im Thermoform- und Stanzprozess weiter steigern, da sich dadurch die Qualität und Reproduzierbarkeit der Formteile verbessern lässt. Mit den seit vielen Jahren bestehenden und aktuell entwickelten Werkzeug-Schnellwechseltechniken können wir den Markttrend der kleiner werdenden Losgrößen bedienen."

Weltpremiere Nummer 1: IC-RDM 73K

Einsatz findet das Werkzeug-Schnellwechselsystem beispielsweise im auf der Hausmesse vorgestellten Rollenformautomaten IC-RDM 73K. Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Modell IC-RDM 70K, ist bei der neuen Maschine die Formfläche um 23 Prozent vergrößert. Weitere technische Neuerungen sind verkürzte Formaggregat-Bewegungszeiten, ein verlängerter Folien-Heizungstunnel, eine optimierte Formlufttechnik und Werkzeugkühlung sowie der Einsatz eines Leichtbauwerkzeugs. Abhängig von der Anwendung tragen sie zusammen zu einer bis zu 25 Prozent erhöhten Produktionsleistung bei. Als Reaktion auf den weiterhin bestehenden Trend zu immer kleineren Losgrößen kommt in der Maschine auch ein neues einfach zu bedienendes Werkzeug-Blockwechsel-System zum Einsatz, durch das sich die Rüstzeit auf unter 60 Minuten reduzieren lässt. Zum Vergleich: bisher beanspruchte ein solcher Vorgang zwei bis zweieinhalb Stunden. Hierbei unterstützen eine Werkzeugwechselachse, eine optimierte Obertischverstellung sowie der mit Tragluftelementen versehene Untertisch den Bediener beim schnellen und einfachen Werkzeugwechsel. Weiterhin hat Illig bei der IC-RDM 73K das Cleantivity-Konzept mit einer optimierten Folieneinstachelung, Maschinentemperierung und Kondenswasser-Tropfschutz konsequent umgesetzt. Die Linie produzierte während der Hausmesse pro Minute mit 34 Takten und einem 30-fach-Formwerkzeug 1.020 Joghurtbecher aus PP (1,35 mm). Damit erreichte die Maschine allerdings noch nicht das Ende der eigenen Fahnenstange: bis zu 50 Takte pro Minute sind technisch möglich – aktuell einzigartig am Markt.

Weltpremiere Nummer 2: IC-RD 74

Eine weitere Neuvorstellung war der Druckluftformer IC-RD 74. Diese Maschine entwickelte der Maschinenbauer nach den Illig-Cleantivity-Kriterien und stattete sie mit dem Illig-Intelligent-Control-Concept aus. Mit regelbarer 3-Bar-Druckluftunterstützung produziert die Maschine mit bis zu 35 Takten pro Minute Formteile. Der Werkzeugwechsel ist auch bei dieser Lösung schnell und einfach durchzuführen, wodurch sich die Stillstandszeiten minimieren. Ein weiterer Vorteil ist der Einsatz einfacher und kostengünstiger Werkzeuge für kleinere und mittlere Losgrößen. Auf der Hausmesse fuhr die Maschine mit 30 Takten und produzierte dabei pro Minute mit einem 8-fach-Werkzeug 240 Lunchbox-Klappverpackungen aus APET (0,35 mm).

Weltpremiere Nummer 3: Verpackungslabor bündelt Pactivity-Aktivitäten

Neben der Präsentation der beiden Maschinenlösungen öffnete Illig zur Hausmesse auch erstmals die Tore des neuen Verpackungslabors in direkter räumlicher Nähe zum ausgebauten und erweiterten Kundenzentrum. Damit bündelt das Unternehmen seine Pactivity-Aktivitäten rund um die Verpackungsentwicklung und bietet damit weitere Optionen zur Produktentwicklung gemeinsam mit Kunden. So ermöglicht beispielsweise ein 3-D-Drucker das schnelle Realisieren von Prototypen neuer Produktideen. Das Labor dient weiterhin der Analyse der Materialeigenschaften thermogeformter Kunststoffe mittels optischem Scanner, Mikroskop, Polariskop und Mikrotom sowie einer Zugprüfmaschine. Weitere Ausstattungen sind ein Wärmeschrank zur Schrumpfermittlung sowie Vorrichtungen zum Überprüfen von Dichtigkeit und Topload der Formteile. Damit will das Unternehmen seinen Kunden eine maßgeschneiderte 360°-Beratung und Betreuung für hochwertige und marktgerechte Verpackungslösungen bis zur Umsetzung des passenden Werkzeugs und Produktionssystems bieten.

Über den Autor
Philip Bittermann

Chefredakteur neue verpackung

Über die Firma
ILLIG Maschinenbau GmbH & Co.KG
Heilbronn
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