Nährwertkennzeichnungen im Praxistest

Netto testet drei Nährwertkennzeichen auf Verpackungen

Netto reagiert damit auf die öffentliche Diskussion mit einem im Discount einzigartigen Praxis-Probelauf für seine Kunden. Mit dieser Aktion ermöglicht Netto seinen Kunden sich selbst ein Bild zu machen und die drei verschiedenen Kennzeichnungen auf ihre Tauglichkeit zu testen: Das Modell des Max-Rubner-Instituts („MRI“ – Kombination von Nährwertangaben mit Ernährungswegweiser), den Nutri-Sore („farbliche Kennzeichnung“) sowie das Modell des Lebensmittelverbands Deutschland (vormals BLL, „Tortendiagramm“). Beeinflussen diese unterschiedlichen Kennzeichnungen das tatsächliche Kaufverhalten der Kunden? Der dreimonatige Praxistest von Netto nimmt diese Frage in den Fokus, um noch mehr Verbrauchertransparenz und- orientierung beim Lebensmitteleinkauf voranzutreiben.

Transparente Informationen für Konsumenten

Netto engagiert sich umfassend für eine ausgewogenere Ernährung seiner Kunden – unter anderem durch die konsequente Reduzierung des Zucker-, Salz- und Fettgehalts seines Eigenmarkensortimentes. Die fundierte Verbraucherbildung ist eine entscheidende Grundlage für einen bewussten Lebensstil. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kaufentscheidung: Nur eine transparente Information ermöglicht es dem aufgeklärten Kunden, sich wirklich für das ausgewogenere Produkt zu entscheiden. Daher unterstützt Netto die geplante Einführung einer vereinfachten Nährwertkennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite von Lebensmitteln.

Um den möglichen Kundennutzen und die Akzeptanz einer solchen Kennzeichnung realistisch zu bewerten, setzt Netto aktuell auf konkrete Erfahrungswerte aus der Lebenswelt der Verbraucher.

Netto bietet seinen Kunden als erster Discounter ab Ende August 2019 die Chance, die Alltagstauglichkeit der drei Modelle auf 16 Netto-Eigenmarkenprodukten verschiedener Warenbereiche einem Praxistest zu unterziehen. Der Fokus liegt dabei auf besonders beliebten und verkaufsstarken Produkten – darunter bewusst auch Fertiggerichte und Snacks. Mit dem Nutri-Score werden beispielsweise Paprika-Chips, Lasagne, Thunfisch-Pizza, Hühnerfrikassee oder Nudelauflauf gekennzeichnet. Die Modelle von MRI und des Lebensmittelverbands Deutschland (vormals BLL) finden sich unter anderem auf Kochschinken, Bandnudeln, Tilsiter, Buttertoast, Mehrkornbrötchen, Schoko-Röllchen oder Schokolade.
Die Beobachtung des Kaufverhaltens, einer möglichen Änderung dessen sowie einer Analyse der Verkaufszahlen sollen Netto Anregungen geben, um die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden noch besser einzuschätzen und bei der zukünftigen Entwicklung verbrauchernaher Lösungen zu berücksichtigen.

Vorgestellt: Die drei Modelle im Überblick

Netto auf folgende verschiedene Ansätze der Nährwertkennzeichnung im Praxistest:
•    Das „Nutri-Score“-Modell zeigt Verbrauchern per farblicher Kennzeichnung auf einen Blick die Nährwertqualität eines Produktes an.
•    Das MRI-Modell (Max-Rubner-Institut) basiert auf dem „Nutri-Score“-Algorithmus und verbindet die Nährwertangaben mit einem Ernährungswegweiser.
•    Beim Lebensmittelverband Deutschland (vormals BLL) verdeutlichen Tortendiagramme den abgedeckten Anteil eines Produkts an der empfohlenen Tagesmenge für fünf verschiedene Stoffe.

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Nährwertkennzeichnungs-Modelle: Welches würden Sie wählen?

Derzeit stehen verschiedene Modelle zur Nährwertkennzeichung zur Diskussion. Uns interessiert: Welches wäre Ihr Favorit?

Keyhole

Hintergrund: Das Keyhole wurde 1989 von der schwedischen Lebensmittelbehörde „Livs-medelsverket“ entwickelt und wird derzeit in mehreren nordeuropäischen Ländern (u. a. Nor-wegen, Dänemark, Schweden und Island) auf freiwilliger Basis als Modell einer erweiterten Nährwertkennzeichnung genutzt.

Design: Das Keyhole stellt graphisch ein weißes Schlüsselloch auf grünem Grund dar. In Ausnahmefällen kann es auch auf schwarzem Grund dargestellt werden. Es ist monochrom und enthält keine Zahlen oder Fakten.

Nährwertangaben: Das Keyhole stellt eine Positivkennzeichnung dar. Mit dieser Kenn-zeichnung werden diejenigen Produkte markiert, die innerhalb einer bestimmten Produktgrup-pe anhand von verschiedenen ausgewählten Nährstoffen zusammenfassend als positiv bewer-tet wurden. Als Entscheidungsgrundlage der Bewertung, ob ein Produkt mit dem Keyhole® gekennzeichnet werden darf oder nicht, werden je Produktgruppe spezifische Grenzwerte für Nährstoffgehalte bezogen auf 100 g des Produktes herangezogen. Die Grenzwerte orientieren sich dabei an den Nordic Nutrition Recommendations (NNR). Produktgruppen, die insgesamt als nicht positiv bewertet werden, z. B. Desserts oder Süßigkeiten, dürfen die Positivkenn-zeichnung grundsätzlich nicht tragen.

Modell-Entwurf des Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.

Hintergrund: Im Rahmen der Diskussion um eine erweiterte Nährwertkennzeichnung für verpackte Lebensmittel in Deutschland hat der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmit-telkunde e.V. (BLL; bald Lebensmittelverband Deutschland) einen eigenen Entwurf vorgelegt.

Design: Der Entwurf des BLL sieht eine größtenteils monochrome Gestaltung vor und besteht aus beschreibenden Wörtern, Zahlen sowie farblich hervorgehobenen Kreisdiagrammen, durch die die prozentualen Anteile an den Referenzmengen für Energie und die jeweiligen Nährstoffe dargestellt werden.

Nährwertangaben: Die Gehalte an Energie und den einzelnen Nährstoffen werden pro 100 g bzw. 100 ml des jeweiligen Lebensmittels angegeben. Zusätzlich dazu wird der Energiegehalt als prozentualer Anteil an der in der Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) festgeleg-ten Referenzmenge in Form eines Tortendiagramms dargestellt. Bei Lebensmitteln in Por-tionsverpackungen, die zum Einzelverzehr bestimmt sind und deren Portionsgröße kleiner 100 g bzw. 100 ml ist (z. B. bei Schokoladenriegeln), ist alternativ auch die Bezugsgröße „pro Packung“ möglich.

Modell-Entwurf des Max Rubner-Instituts

Hintergrund: Im Rahmen der Diskussion um eine erweiterte Nährwertkennzeichnung für verpackte Lebensmittel in Deutschland hat das Max Rubner-Instituts (MRI) einen eigenen Modell-Entwurf präsentiert. Dieser setzt sich inhaltlich aus unterschiedlichen Aspekten be-stehender Nährwertkennzeichnungs-Modelle zusammen.

Design: Die Sterne bewerten zusammenfassend das Lebensmittel. Mehr Sterne bzw. mehr farblich ausgefüllte Felder zeigen eine günstigere Bewertung des Lebensmittels an. Die petrolfarbene Füllung bei den einzelnen Gehalten indizieren, ob die im Produkt enthaltenen Mengen als nie-drig und damit günstig angesehen werden können. Dies wird über eine erläuternde Fußnote mit Hinweis auf die hierfür geltende Bewertungsgrundlage (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (Health-Claims-Verord-nung, HCVO)) verdeutlicht.

Nährwertangaben: Der Modell-Entwurf des MRI bewertet zusammenfassend den Energiegehalt sowie den Ge-halt an ausgewählten Nährstoffen eines Lebensmittels. Zusätzlich werden bei der Bewertung die Anteile ausgewählter Lebensmittelgruppen (z. B. Obst, Gemüse, Ballaststoffe und Nüsse), deren alimentäre Zufuhr für eine ausgewogene Ernährung anzustreben ist, berücksichtigt. Hierzu werden Grenzwerte, bezogen auf 100 g bzw. 100 ml des Produktes, herangezogen, um Punkte zu vergeben. Die Summe der Punkte (Basis-Punkte für Inhaltsstoffe, deren übermä-ßige Zufuhr mit einem erhöhten Risiko für ernährungsmitbedingte Erkrankungen verbunden ist und modifizierende Punkte für Inhaltsstoffe, für die ein gesundheitlicher Nutzen belegt ist) wird in Kategorien übersetzt und durch die unterschiedliche Anzahl an farblich hinterlegten Sternen deutlich.

Nutri-Score

Hintergrund: Der Nutri-Score wird von den Regierungen in Frankreich (seit 2017) und Belgien (seit 2018) als bevorzugtes Modell einer erweiterten Nährwertkennzeichnung auf freiwilliger Basis empfohlen.

Design: Der Nutri-Score ist eine Kombination aus Buchstaben und den an eine Ampel an-gelehnten Farben Grün, Gelb, Orange und Rot, wobei jeder Buchstabe einer festen Farbe zu-geordnet ist (A = dunkles Grün, E = Rot). Es werden weder Zahlen noch Fakten dargestellt.

Nährwertangaben: Der Nutri-Score bewertet zusammenfassend über eine Farb-Buchsta-ben-Kombination den Gehalt an Energie und ausgewählten Nährstoffen. Zusätzlich werden bei der Bewertung die Anteile ausgewählter Lebensmittelgruppen (z. B. Obst, Gemüse, Bal-laststoffe und Nüsse), deren alimentäre Zufuhr für eine ausgewogene Ernährung anzustreben ist, berücksichtigt. Hierzu werden Grenzwerte bezogen auf 100 g bzw. 100 ml des Produktes herangezogen, um Punkte zu vergeben (Positivpunkte für Inhaltsstoffe, für die ein gesundheit-licher Nutzen belegt ist, und Negativpunkte für Inhaltsstoffe, deren übermäßige Zufuhr mit ei-nem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden ist). Die Summe der Punkte wird in die verwen-deten Kategorien übersetzt: Je günstiger die zusammenfassende Bewertung ausfällt, desto mehr tendiert die Bewertung zur Farbe Grün bzw. zum Buchstaben A.

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