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Kunststoffe

Nachhaltigkeit mal ganz plastik

Nicht zuletzt auf der K 2019 wurde wieder deutlich: Nachhaltigkeit heißt nicht zwingend Verzicht auf Kunststoff.
(Bild: Dow)

Am Anfang steht immer der Rohstoff, weshalb diese Reise am Stand von Sabic auf der K 2019 startet. Der weltweit tätige Marktführer hatte in Düsseldorf die Einführung des branchenweit ersten Polycarbonats (PC) auf zertifizierter erneuerbarer Rohstoffbasis bekanntgegeben. Dies soll es dem Unternehmen selbst sowie Verarbeitern und Anwendern ermöglichen, in der Fertigung sowohl die CO2-Emission als auch den Einsatz fossiler Rohmaterialien zu reduzieren.

„Dieser wegweisende Schritt in die neue Welt der Polycarbonate auf erneuerbarer Rohstoffbasis ist Teil unserer Trucircle-Initiative für Kreislauflösungen und kommt dem zunehmenden Bedarf unserer Kunden an nachhaltigen Lösungen entgegen, um Verbrauchererwartungen als auch Umweltvorschriften zu erfüllen“, erklärt Abdulrahman Al-Fageeh, Executive Vice President Petrochemicals, Sabic. „Zugleich setzen wir damit einen Meilenstein auf unserem strategischen Nachhaltigkeitskurs jenseits des bestehenden Angebots unserer Polyolefine, bei denen wir bereits über ein zertifiziertes Portfolio an Kreislauf- und erneuerbaren Materialien verfügen.“

Eine Cradle-to-Gate-Lebenszyklusanalyse von Sabic hat ergeben, dass die Produktion von Polycarbonat unter Nutzung erneuerbarer statt rein fossiler Rohstoffe eine signifikante Verbesserung der CO2-Bilanz um bis zu 50 Prozent ermöglicht, während sich die eingesetzten fossilen Ressourcen um bis zu 35 Prozent reduzieren lassen.

Polycarbonate – oder spezifischer Lexan-Kunststoffe – gehören zum Portfolio der technischen Thermoplaste des Unternehmens. Kunden können die neuen PC-Materia­lien auf zertifizierter erneuerbarer Rohstoffbasis mit bestehender Ausrüstung unter denselben Prozessbedingungen wie für traditionelles PV verarbeiten und auf diese Weise den Carbon Footprint ihrer Produkte verringern.

Sabic hat eng mit der International Sustainability and Carbon Certification (ISCC Plus) Association zusammengearbeitet, um die Integration erneuerbarer Rohstoffe in seiner PC-Produktion nachzuweisen. Die entsprechenden Nachhaltigkeitsaussagen wurden von unabhängigen Auditoren verifiziert. Als strategischer Wertschöpfungspartner ist außerdem Cepsa, ein multinationales Öl- und Gasunternehmen in Spanien, in das Projekt eingebunden und unterstützt Sabic mit erneuerbaren Vorprodukten aus seiner Produktion.

Die PC-Kunststoffe auf ISCC-Plus-zertifizierter Rohstoffbasis werden zunächst im Sabic-Werk Bergen op Zoom (Niederlande) hergestellt und künftig weltweit verfügbar sein. Sie eignen sich für Anwendungen in allen Marktsegmenten, in denen bereits traditionelle Polycarbonate eingesetzt werden.

Dr. Peter Sandkuehler, Dow Europe, sprach mit neue verpackung unter anderem über chemisches Recycling.
(Bild: Redaktion)

Weniger Material, mehr Haltbarkeit

Am Stand von Dow gab es unter anderem Monomaterial­lösungen aus Kunststoff zu sehen, mit denen die vom neuen Verpackungsgesetz geforderte Recyclingfähigkeit erfüllt wird. Eines der präsentierten Leuchtturmprojekte war ein Standbeutel für die Geschirrspül-Marke Finish: In Zusammenarbeit mit dem Markeninhaber Reckitt Benckiser und Drukpol Flexo entstand eine Monomateriallösung, die nicht nur Funktionalitäten wie Zipper, einfaches Öffnen sowie eine gute Balance zwischen Flexibilität und Steifigkeit ermöglicht. Und noch eine Sache hebt Dr. Peter Sandkuehler, Global Application Technology Leader Packaging & Specialty Plastics bei Dow Europe, auf dem Messestand in Düsseldorf besonders hervor: „Die Verpackung lässt sich mit bereits bestehendem Equipment herstellen.“ Eine wichtige Voraussetzung für eine schnelle kommerzielle Umsetzung.

Bei Primärverpackung im Lebensmittelbereich ist die Haltbarkeit des Inhalts noch vor der Nachhaltigkeit des Packmittels wichtig. Und Kunststoff oft weiterhin ohne Alternative. Dann geht es darum, den Materialeinsatz möglichst zu reduzieren. Dies nahm Dow zum Anlass, seine Polymerlösungen für Fleisch- und Käseverpackungen in Zusammenarbeit mit der Industrie zu überarbeiten. Und stellte in Zusammenarbeit mit Pack Studios auf der K sein integriertes Portfolio an Verpackungslösungen mit konkreten Prototypen vor. Romain Cazenave, Marketingleiter EMEA bei Dows Geschäft für Verpackungen und Spezialkunststoffe, erklärt: „Dow hat gemeinsam mit der Industrie an Lösungen gearbeitet, mit denen das Fleisch bis zu dreimal länger frisch gehalten werden kann, während im Vergleich zu herkömmlichen Methoden nur ein Drittel des Verpackungsmaterials verwendet wird. Das Ergebnis ist eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um bis zu 75 Prozent im Einzelhandel.“

Das Dow-Portfolio an Hochleistungsharzen umfasst Verpackungslösungen für Fleisch und Käse, beispielsweise Hochleistungs-Schrumpfbeutel (BSB) und leichte Vakuum-Skin-Verpackungen (VSP). Unter Verwendung der Harze weisen BSB-Beutel eine hohe Durchstoß- und Reißfestigkeit auf und tragen so zu einer guten Verpackungsintegrität entlang der Lieferkette bei. Durch eine hohe Fleischhaftung und Versiegelungsintegrität entstehen Verpackungen, die das Produkt schützen und gleichzeitig eine ansprechende Optik bieten. VSP-Lösungen ermöglichen einen guten Schutz vor Verunreinigungen, eine hohe Dichtungsintegrität sowie eine verbesserte Flüssigkeitsretention für Lebensmittelschutz in einer manipulationssicheren und leicht zu öffnenden Verpackung. Durch die gute Ziehbarkeit wird ein günstiger Skin-Effekt erzielt; neben einer guten Haltbarkeit.

Wenn es dann ans Ende des (ersten) Lebens einer Kunststoffverpackung geht, stellt sich die Frage: Wie recyceln? Was auffiel: Auf der K 2019 setzten Anbieter wie Dow das chemische Recycling ins Rampenlicht. Allerdings kommt es hier natürlich immer darauf an, was mit dem zurückgewonnenen Material passieren soll, wie 

Dr. Peter Sandkuehler erklärt: „Für Sekundärverpackungen wie Getränke-Schrumpffolien ist mechanisches Recycling völlig ausreichend. Zählt aber die Lebensmittelkonformität, dann bietet sich die chemische Variante an.“ Denn da die Kunststoffe hier wieder in ihre chemischen Bausteine zerlegt werden, sind die hieraus entstehenden Produkte wieder vollständig neuwertig.

Die auf der K 2019 vorgestellte Monomateriallösung lässt sich nicht nur gut recyceln, sondern auch mit bereits bestehendem Equipment herstellen.
(Bild: Redaktion)

Nachhaltigkeit in der Logistik?

Nun erscheint beim Thema „nachhaltige Verpackung“ vor dem geistigen Auge schon fast automatisch eine Lebensmittelverpackung. Aber welche Rolle spielt das Thema eigentlich bei Behältern und Verpackungen in der Logistik?

Philipp Auer, Geschäftsführer Auer Packaging, hierzu: „Grundsätzlich gilt: Kunststoff ist ein langlebiger, gut recycelbarer Werkstoff, der als Behälter oder Verpackung aus der modernen Logistik nicht mehr wegzudenken ist. Wir setzen konsequent auf langlebige Kunststoff-Mehrwegverpackungen aus Polypropylen. Diese werden am Ende ihres Lebenszyklus – der bis zu zehn Jahre dauern kann – recycelt, was sich sehr positiv auf die Ökobilanz auswirkt.“

Außerdem verfolgt das Unternehmen den Ansatz, nur so viel Material wie nötig für die jeweils produktspezifische Qualität einzubringen, ansonsten auf konstruktive Details zu setzen. So durchlaufen alle Produkte ein FEM-Verfahren (Finite-Elemente-Berechnung), um eine Optimierung hinsichtlich Haltbarkeit und Materialeinsatz zu erreichen.

Über die Firma
Auer Packaging GmbH
Amerang
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